Rolf Eisenhauer

 

 

 

 

 

 

 

Lebensverbesserer

 

Das Handbuch zur "Lebensverbesserer"-App

Die Lebensverbesserer-App ist kostenlos im App Store von Apple
für iPhone, iPad und Mac mit Apple M-Chip erhältlich.

Link to App Store: Link

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Auflage Januar 2026

© 2012 - 2026 Rolf Eisenhauer

Mitwirkende / Credits

Hermann Graßl: wirkte mit im Rahmen der inhaltlichen Erstellung der App, Korrekturleser, kreativer Ideengeber, fundierter Testuser der unterschiedlichen Entstehungsversionen.

Wir danken allen Reviewer der Vorabversion für ihre Kritiken und Verbesserungsvorschläge.

 

Das vorliegende Werk wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernimmt der Autor für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie eventuellen Druckfehlern keine Haftung.

Alle Erläuterungen zu Psychologischen- und Gesundheitsthemen dienen ausschließlich der persönlichen Unterstützung des Lesers. Die Erläuterungen sind weder zur Behandlung von Krankheiten oder gesundheitlichen Beschwerden gedacht. Sie können und wollen keine psychologische / medizinische Betreuung oder Behandlung ersetzen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

 


 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Überblick. 4

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Nutzung der App. 6

Die 11 Werkzeuge der App. 8

Technische Informationen. 8

Geld. 10

Finanzen, Vermögen. 10

Beruf 15

Job, Karriere. 15

Zeit 19

Zeitmanagement 19

Wohnen. 25

Wohnsituation, Wohnform, Heimat 25

Körper 30

Fitness, Gesundheit 30

Liebe. 34

Partnerschaft, Sex. 34

Beziehungen. 39

Familie, Freunde. 39

Hilfsbereitschaft 45

Altruismus, Selbstlosigkeit 45

Vision. 48

Lebensmotto. 48

Weltanschauung. 52

Werte, Glaubenssätze. 52

Spiritualität 58

Sinnfragen, Glaube. 58

Selbstbild. 63

Eigenbild, Fremdbild. 63

Selbstbewusstsein. 67

Selbstvertrauen. 67

Emotionen. 70

Gefühle, Stimmungen. 70

 

 


Überblick

Was ist die Lebensverbesserer-App?

Die Lebensverbesserer-App ist Ihre digitale Begleiterin für strukturiertes Selbstcoaching und persönliche Weiterentwicklung.
Auf Basis des bewährten Lebensrad unterstützt die App Sie dabei, Ihr Leben ganzheitlich zu betrachten, Klarheit zu gewinnen und Schritt für Schritt nachhaltige positive Veränderungen umzusetzen.

Die App führt Sie durch zentrale Lebensbereiche, hilft Ihnen, Prioritäten zu setzen, Ziele zu formulieren und Ihren Fortschritt sichtbar zu machen – in Ihrem eigenen Tempo und vollkommen selbstbestimmt.

Was Ihnen die App bietet

Klarheit auf einen Blick
Bewerten Sie 14 zentrale Lebensbereiche auf einer Skala von 1 bis 10 und erkennen Sie sofort, wo Ihr Leben im Gleichgewicht ist und wo es Potenzial zur Verbesserung gibt.

Strukturierte Zielsetzung
Verwandeln Sie diffuse Wünsche in konkrete, realistische Ziele mit klaren Handlungsschritten und zeitlichem Rahmen.

Kontinuierliche Begleitung
Dokumentieren Sie Ihre Erkenntnisse, verfolgen Sie Ihre Fortschritte und lassen Sie sich regelmäßig an Ihre Vorhaben erinnern, ohne Druck, aber mit Verbindlichkeit.

Was bedeutet Selbstcoaching?

Selbstcoaching ist eine strukturierte Form der Selbstentwicklung. Sie übernehmen bewusst die Verantwortung für Ihr Denken, Fühlen und Handeln – und gestalten Ihre Entwicklung aktiv selbst.

Die drei zentralen Elemente sind:

Selbstreflexion
Sie betrachten Ihre Lebenssituation, Ihre Muster, Überzeugungen und Gefühle ehrlich und systematisch.

Eigenverantwortung
Sie definieren Ihre Ziele selbst und entwickeln individuelle Wege, um diese zu erreichen.

Umsetzung im Alltag
Erkenntnisse werden in konkrete Handlungen übersetzt - Schritt für Schritt und nachhaltig.

Das Lebensrad – Ihr innerer Kompass

Das Lebensrad ist ein zentrales Werkzeug der App. Es unterteilt Ihr Leben in 14 wesentliche Bereiche und macht sichtbar, wo Sie zufrieden sind und wo Ungleichgewichte bestehen.

Das Lebensrad ist ein ganzheitliches Coaching-Werkzeug, das Ihr Leben in 14 zentrale Bereiche unterteilt. Es macht sichtbar, wo Ihr Leben im Gleichgewicht ist und wo Optimierungsbedarf besteht.

Die 14 Lebensbereiche der App:

1.    Geld (Finanzen, Vermögen)

2.    Beruf (Job, Karriere)

3.    Zeit (Zeitmanagement)

4.    Wohnen (Wohnsituation, Wohnform, Heimat)

5.    Körper (Fitness, Gesundheit)

6.    Liebe (Partnerschaft, Sex)

7.    Beziehungen (Familie, Freunde)

8.    Hilfsbereitschaft (Altruismus, Selbstlosigkeit)

9.    Vision (Lebensmotto)

10. Weltanschauung (Werte, Glaubenssätze)

11. Spiritualität (Sinnfragen, Glaube)

12. Selbstbild (Eigenbild, Fremdbild)

13. Selbstbewusstsein (Selbstvertrauen)

14. Emotionen (Gefühle, Stimmungen)

Das Prinzip: Jeder Bereich wird wie eine Speiche eines Rades betrachtet. Wenn eine Speiche zu kurz ist (niedrige Bewertung), läuft das Rad unrund – Ihr Leben gerät aus dem Gleichgewicht.

 

 

Jeder Lebensbereich entspricht einer "Speiche" im Rad:

Ist eine Speiche deutlich kürzer als die anderen, gerät das Rad ins Stocken und damit oft auch das persönliche Wohlbefinden.

Das Ziel ist kein perfektes Rad, sondern ein bewusst gestaltetes, stimmiges Gesamtbild.

Ihr persönlicher Entwicklungsweg

Die Lebensverbesserer-App ist mehr als ein digitales Tool. Sie ist eine Einladung:

       ehrlich mit sich selbst zu sein,

       Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen,

       Veränderungen nicht zu erzwingen, sondern bewusst zu gestalten,

       sich selbst mit Geduld, Respekt und Wohlwollen zu begegnen.

Jede Entwicklung beginnt mit einem ersten Schritt.
Dieser Schritt muss nicht groß sein – aber er darf heute beginnen.

Bereit zu starten?

Beginnen Sie mit dem Schnellcheck "Selbsteinschätzung", gewinnen Sie einen Überblick über Ihr Leben und entdecken Sie die Bereiche, in denen echtes Veränderungspotenzial steckt.

Ihr Leben. Ihr Tempo. Ihr Weg.


 

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Nutzung der App

 

Phase 1: Bestandsaufnahme

(ca. 30–45 Minuten)

Schritt 1: Schnellcheck

Bewerten Sie alle 14 Lebensbereiche spontan und intuitiv auf einer Skala von 1 bis 10. Vertrauen Sie Ihrem ersten Eindruck – er ist oft ehrlicher als langes Nachdenken.

Orientierung:

1–3 Punkte: Deutlicher Handlungsbedarf

4–6 Punkte: Verbesserungs-Potenzial

7–8 Punkte: Solide Basis

9–10 Punkte: Hohe Zufriedenheit

Schritt 2: Lebensrad betrachten

Sehen Sie sich Ihr persönliches Lebensrad im Cockpit an.
Wo sind Ungleichgewichte sichtbar? Welche Bereiche fallen besonders auf?

Schritt 3: Prioritäten setzen

Wählen Sie 2–3 Lebensbereiche, mit denen Sie beginnen möchten. Fragen Sie sich:

Was belastet mich aktuell am meisten?

Wo hätte Veränderung die größte Wirkung?

Wo bin ich innerlich bereit, etwas zu bewegen?

 

Phase 2: Vertiefung & Analyse

(pro Bereich ca. 15–20 Minuten)

Schritt 4: Lebensbereich erkunden

Lesen Sie den Einführungstext des gewählten Bereichs und beantworten Sie die vertiefenden Fragen, z. B.:

       Was läuft hier gut?

       Was fehlt oder stört mich?

       Welche inneren oder äußeren Hindernisse gibt es?

       Welche Ressourcen bringe ich bereits mit?

Schritt 5: Erkenntnisse festhalten

Nutzen Sie die Notizfunktionen, um Ihre Gedanken festzuhalten. Schriftliche Reflexion macht Zusammenhänge sichtbar und erhöht die Verbindlichkeit Ihrer Vorhaben.


 

Phase 3: Zielsetzung & Planung

(pro Ziel ca. 10–15 Minuten)

Schritt 6: Ziele formulieren (SMART)

Formulieren Sie konkrete, erreichbare Ziele:

       Spezifisch – Was genau?

       Messbar – Woran erkenne ich den Erfolg?

       Attraktiv – Warum ist mir das wichtig?

       Realistisch – Ist es machbar?

       Terminiert – Bis wann?

Beispiel:

       Nicht so: "Ich möchte gesünder leben."

       Sondern SMART: "Ich gehe ab nächster Woche drei Mal pro Woche 30 Minuten spazieren, um meine Fitness bis Ende März spürbar zu verbessern."

Schritt 7: Aufgaben ableiten

Zerlegen Sie Ihr Ziel in kleine, konkrete Schritte:

       Was kann ich sofort tun?

       Was folgt als Nächstes?

       Welche Hindernisse könnten auftreten – und wie gehe ich damit um?

Schritt 8: Erinnerungen aktivieren

Nutzen Sie die Erinnerungsfunktion, um regelmäßig an Ihre Ziele und Aufgaben erinnert zu werden. Empfehlung: Wöchentliche Check-ins für jeden aktiven Bereich.

 

 

Phase 4: Umsetzung & Reflexion

(laufend)

Schritt 9: Ins Handeln kommen

Beginnen Sie heute. Nicht perfekt – sondern machbar. Jeder noch so kleine Schritt zählt.

Schritt 10: Fortschritte reflektieren

Halten Sie regelmäßig fest:

       Was habe ich umgesetzt?

       Was ist mir gelungen?

       Wo gab es Schwierigkeiten?

       Was habe ich über mich gelernt?

Schritt 11: Neubewertung

Aktualisieren Sie alle 4–6 Wochen Ihre Bewertungen in den bearbeiteten Lebensbereichen. Sichtbare Fortschritte stärken Motivation und Selbstwirksamkeit.

Schritt 12: Weitere Bereiche erschließen

Sobald Sie Stabilität gewonnen haben, nehmen Sie schrittweise weitere Lebensbereiche in Angriff.

 

 

 

 

Die 11 Werkzeuge der App

Die App bietet 11 praktische Coaching Werkzeuge. Die Werkzeuge sind mit den 14 Lebensbereichen verbunden. In den Texten zu den Lebensbereichen wird die Nutzung der einzelnen Werkzeuge beschreiben. Die Werkzeuge können natürlich auch eigenständig benutzt werden.

1.    Glück – Mit dem Glücks-Histogramm erfassen Sie Ihr subjektives Glücksempfinden über die Zeit.

2.    Vermögen – damit können Sie sich einen klaren Überblick über Ihre Vermögenswerte verschaffen.

3.    Jobanalyse – damit analysieren Sie systematisch, was Ihnen an Ihrem Job guttut und was Sie belastet.

4.    Stärken/Schwächen Analyse – damit machen Sie sich Ihre Stärken bewusst und erkennen Entwicklungsfelder.

5.    Beziehungsanalyse – damit erstellen Sie eine Übersicht der Personen, zu denen Sie in Beziehung stehen und bewerten die Beziehungen.

6.    Werte – damit identifizieren und ordnen Sie Ihre wichtigsten Werte und reflektieren, was sie Ihnen bedeuten.

7.    Glaubenssätze – damit identifizieren Sie einschränkende innere Überzeugungen und transformieren Sie diese bewusst in unterstützende, realistische Glaubenssätze.

8.    Vision – damit erstellen Sie Ihre persönliche Lebensvision und dokumentieren diese.

9.    Tagebuch – Nutzen Sie das Tagebuch flexibel als Glücks-, Gefühls-, Erfolgs- oder Reflexionstagebuch.

10. Tages Tracker - auch bekannt als Gewohnheits-Tracker, unterstützt Sie dabei, positive Gewohnheiten zu entwickeln und weniger gute Gewohnheiten abzulegen.

11. Drucken/Teilen – damit können Sie ausgewählte Daten ausdrucken oder mit vertrauensvollen Menschen teilen.

 

 

 

 

 

 

Technische Informationen

Systemvoraussetzungen

Die Lebensverbesserer-App ist optimiert für:

       iPhone: iOS [ab Version 14.0]

       iPad: iPadOS [ab Version 14.0]

       Mac: mit Apple Silicon (M1-Chip oder neuer)

Benutzeroberfläche

iPad-Version:
Das zentrale "Cockpit" bietet Ihnen einen übersichtlichen Einstieg mit direktem Zugriff auf alle 14 Lebensbereiche, die Werkzeuge, anstehende Aufgaben und Ihren Fortschrittsverlauf.

iPhone-Version:
Die gleichen Funktionen sind auf mehrere übersichtliche Bildschirme aufgeteilt, optimiert für die kompakte Darstellung.

Datenschutz

Ihre persönlichen Reflexionen, Ziele und Bewertungen bleiben privat auf Ihrem Gerät gespeichert. Es werden aber keinerlei Daten zu uns oder auf andere Server übertragen.



 

Geld

Finanzen, Vermögen

Geld macht nicht glücklich. Armut aber auch nicht.

Geld ist mehr als nur ein Zahlungsmittel. Es bringt Wohlstand, Macht und Status. Geld ist wichtig, damit man sorgenfrei leben kann. Mit ausreichend Geld kann man sich gesund ernähren. Man kann sich ein Umfeld schaffen, in dem man allein oder mit seiner Familie angenehm leben kann. Man kann seinen Hobbys nachgehen und Gutes tun.

Geld macht nicht glücklich

Unser kapitalistisches Gesellschaftssystem basiert auf Konsum und ständigem Wachstum. Es vermittelt uns, dass man Glück kaufen könne. Das Lebensmotto lautet "Arbeite viel, verdiene viel, kaufe viel". Aber je materialistischer der Mensch eingestellt ist, desto größer ist die Gefahr, unzufriedener zu werden:

       Gewöhnungsfalle: Man gewöhnt sich schnell an das was man hat. Wenn wir uns etwas Schönes leisten, dann empfinden wir oft nur kurzfristig Glück, bis wieder die Gewöhnung einsetzt.

       Vergleichsfalle: Unsere Ansprüche wachsen ständig, weil wir uns mit anderen vergleichen. Social Media verstärkt diesen Effekt noch. Ständig sehen wir Menschen, die scheinbar mehr haben, erfolgreicher sind, schöner leben. Solche Menschen wird es immer geben, egal wie viel Sie selbst besitzen.

       Zeitfalle: Wir verwenden viel unserer kostbaren Lebenszeit für die Anschaffung von Luxusgütern auf, die wir dann doch kaum nutzen.

       Angstfalle: Die Angst vor dem Verlust unseres Reichtums, z.B. durch Verlust, Diebstahl, Naturkatastrophen oder durch eine Finanzkrise, wird zur Sorgenquelle. Diese Angst kann oft sogar größer sein als das zuvor erlebte Glücksgefühl beim Zugewinn. Man wird zum Sklaven seines Besitzes.

       Schuldenfalle: Viele Menschen verschulden sich übermäßig und kaufen sich z.B. ein zu teures Haus auf Kredit. Sie ketten sich damit an den Besitz und machen sich abhängig von den Banken. Damit verlieren sie viele Freiheiten, z.B. für einen Ortswechsel oder eine berufliche Veränderung. Bei Arbeitslosigkeit droht die private Insolvenz.

Zu wenig Geld macht unglücklich

Geldmangel macht Sorgen und Angst. Wer dem Geld hinterherjagen muss, hat für viele schöne Tätigkeiten weder die Zeit noch die Energie. Bei zu wenig Geld wird häufig an der gesunden Ernährung gespart. Geldsorgen sind auch ein Gesundheitsrisiko und fördern psychische / psychosomatische Erkrankungen.

Geld kann auch glücklich machen

Geld kann durchaus glücklich machen, wenn man sich nicht vom Geld versklaven lässt. Hat man genügend Geld, kann es einem die Sicherheit, die Freiheit und die Zeit geben, die zum Glück notwendig sind. Geld macht also glücklich, wenn man es ausgibt und mit anderen teilt.

 

Resümee: Finden Sie heraus, wie viel Geld und Vermögen Sie wirklich brauchen, um sowohl sorgenfrei als auch erfüllt zu leben und welchen Preis Sie dafür bereit sind zu zahlen (in Form von Zeit, Energie, Unfreiheit oder Stress).

Selbsteinschätzung

Bewerten Sie Ihre finanzielle Situation. Spüren Sie Ihren Veränderungsbedarf auf. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen inspirieren:

       Ich habe genügend Geld, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

       Ich habe den Überblick über meine laufenden monatlichen Einnahmen und Ausgaben.

       Ich habe keine übermäßigen Schulden.

       Ich schaffe es, auch für schlechte Zeiten etwas zurückzulegen.

       Ich schaffe es, für die Altersversorgung etwas zurückzulegen.

       Ich habe mein Vermögen gut und krisensicher angelegt.

Wie schätzen Sie Ihre finanzielle Situation zusammenfassend ein:

       Ich habe genügend Geld zur Verfügung, um sorgenfrei und glücklich zu leben.

       Ich habe für mich und meine Familie eine finanzielle Sicherheitsbasis geschaffen.

Wie schätzen Sie Ihre finanzielle Situation zusammenfassend ein?

       Ich habe genügend Geld zur Verfügung, um sorgenfrei und glücklich zu leben.

       Ich habe für mich und meine Familie eine finanzielle Sicherheitsbasis geschaffen.

Was kann ich tun?

Es ist nicht ganz leicht, den richtigen Mittelweg für sich selbst zu finden. In jedem Alter, in jeder Situation des Lebens muss man immer wieder neu die Entscheidung treffen, ob man kurzfristig Geld ausgeben oder langfristig Vermögen bilden will. Denn was nützt es, der reichste Mensch auf dem Friedhof zu sein?

Sie sollten sich in regelmäßigen Abständen um ihre Finanzen kümmern und diese planen, überwachen und eventuell optimieren. Dabei lässt es Sie vermutlich ruhiger schlafen, wenn Sie Ihr Geld nachhaltig und gesellschaftlich vernünftig anlegen. Mit Geld sinnvoll umzugehen, erfordert durchaus einen gewissen Aufwand und Disziplin. Im Folgenden sind dazu ein paar einfachen Werkzeuge dargestellt:

Reflexion: Meine inneren Glaubenssätze zu Geld

Viele Menschen tragen unbewusste Überzeugungen über Geld in sich, die ihr Denken und Handeln beeinflussen. Fragen Sie sich:

       Welche Sätze habe ich über Geld in meiner Kindheit gehört?
(Beispiele: "Geld verdirbt den Charakter", "Über Geld spricht man nicht", "Das können wir uns nicht leisten", "Reiche Menschen sind unehrlich")

       Welche Haltung habe ich heute dazu?

       Dient mir diese Haltung – oder hält sie mich klein?

       Übung: Schreiben Sie Ihre negativen Glaubenssätze auf und formulieren Sie sie in positive um. Statt "Ich bin nicht gut mit Geld" könnte es heißen: "Ich lerne Schritt für Schritt, bewusst mit Geld umzugehen." Nutzen Sie dafür das Werkzeug "Glaubensätze". Wandeln Sie Ihre negativen Glaubenssätze in positive um.

Kassensturz - Verschaffen Sie sich Klarheit

Viele Menschen haben nur ein vages Gefühl über ihre finanzielle Situation. Ein ehrlicher Kassensturz schafft die notwendige Klarheit und ist die Grundlage jeder Finanzplanung.

Verschaffen Sie sich einen vollständigen Überblick über Ihre Einnahmen, Ausgaben und Vermögenswerte, z. B.:

       Einnahmen: Gehalt, Nebeneinkünfte, Mieteinnahmen, Zinsen, staatliche Leistungen, Unterhalt

       Ausgaben: Miete/Wohnkosten, Energie, Lebensmittel, Auto/Mobilität, Versicherungen, Kommunikation (Handy, Internet), Freizeit, Hobbys, Kultur, Abos, Kleidung, Gesundheit

       Vermögen: Bankkonten, Wertpapierdepots, Immobilien, Fahrzeuge, Edelmetalle, Sammlungen, Lebensversicherungen

       Schulden: Kredite, Darlehen, offene Rechnungen

Für den Kassensturz gibt es verschiedene Apps/Formulare im Internet (siehe Links).

Die App bietet das Werkzeug "Vermögen". Damit können Sie sich als ersten Schritt einen groben Überblick über Ihre Vermögenswerte verschaffen. Den Knopf zum Werkzeug finden Sie unter "Werkzeuge".

Manchmal reicht es aber auch, die Kontoauszüge der letzten Monate zu analysieren. Meist wird man feststellen, dass auch eine große Menge von kleinen Beträgen die Ausgabenseite erheblich belasten kann. Hier kann man dann gezielt mit Sparmaßnahmen ansetzen. Gibt es z.B. unnötige oder überteuerte Versicherungen, unnötige Abos oder alte und überteuerte Telefonverträge?

Falls Ihre Einnahmen zu niedrig erscheinen, überlegen Sie: Kann ich mit meinem Arbeitgeber über eine Gehaltserhöhung verhandeln? Gibt es Möglichkeiten für Nebeneinkünfte? Lege ich mein Vermögen rentabel genug an?

Haushaltsbuch führen - Behalten Sie den Überblick

Wollen Sie einen aktuellen und detaillierten Überblick über Ihre finanzielle Lage behalten, dann sollten Sie ein Haushaltsbuch führen. Durch die Dokumentation der Geldbewegungen sehen Sie genau, was Sie Monat für Monat für Wohnung, Kleidung, Lebensmittel und Telefon aufwenden oder wie sich Ihre Einnahmen zusammensetzen.

Es gibt viele kostenlose und kostenpflichtige Apps für Smartphones und Computer (siehe Links). Alternativ können Sie auch eine einfache Excel-Tabelle nutzen.

Der Vorteil: Nach einigen Monaten erkennen Sie Muster und können bewusster entscheiden, wo Sie sparen möchten und wo nicht.

Finanzielle Bildung - Investieren Sie in Wissen

Finanzwissen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben. Leider wird es in Schulen kaum vermittelt. Nehmen Sie Ihre finanzielle Bildung selbst in die Hand.

Lernen Sie die Grundlagen:

       Wie funktionieren Zinsen und Zinseszins?

       Was ist der Unterschied zwischen Aktien, Anleihen und ETFs?

       Wie schütze ich mich vor Inflation?

       Was bedeutet Diversifikation?

       Wie plane ich meine Altersvorsorge?

Nutzen Sie vertrauenswürdige Quellen: Bücher, seriöse Finanzblogs, Podcasts, Volkshochschulkurse oder unabhängige Finanzberater (keine Produktverkäufer!).

 

Geld und Beziehungen - Sprechen Sie darüber

Geld ist in vielen Beziehungen ein Tabuthema und gleichzeitig einer der häufigsten Konfliktpunkte. Offene Kommunikation über Finanzen stärkt Partnerschaften und beugt Missverständnissen vor.

Sprechen Sie offen über:

       Ihre jeweiligen Einstellungen zu Geld und Konsum

       Gemeinsame finanzielle Ziele

       Die Aufteilung von Einnahmen und Ausgaben

       Schulden, die einer von Ihnen mitbringt

       Langfristige Pläne (Hauskauf, Altersvorsorge)

Tipp: Planen Sie regelmäßige "Geld-Gespräche" mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin ein. Führen Sie ein entspanntes Gespräch über Ihre finanzielle Situation ohne Vorwürfe oder Druck.

Nachhaltiges und ethisches Investieren

Ihr Geld arbeitet immer – die Frage ist nur wofür. Mit bewussten Anlageentscheidungen können Sie nicht nur Rendite erzielen, sondern auch Ihre Werte in die Welt tragen.

Überlegen Sie:

       In welche Branchen und Unternehmen möchte ich investieren?

       Welche Themen sind mir wichtig (Klimaschutz, faire Arbeitsbedingungen, erneuerbare Energien)?

       Möchte ich aktiv Unternehmen ausschließen (Rüstung, Tabak, Glücksspiel)?

Nachhaltige Geldanlagen (ESG-Fonds, Impact Investing) verbinden finanzielle Rendite mit positiver Wirkung. Sie schlafen ruhiger, wenn Ihr Geld für Dinge arbeitet, die Sie unterstützen möchten.

Die Kunst des Gebens

Großzügigkeit ist einer der unterschätzten Wege zu mehr Lebenszufriedenheit (Siehe Lebensrad-Thema "Hilfsbereitschaft). Studien zeigen: Menschen, die regelmäßig Geld spenden oder teilen, sind glücklicher als jene, die nur für sich selbst sammeln.

Geben kann viele Formen haben:

       Spenden an Organisationen, die Ihnen am Herzen liegen

       Unterstützung von Menschen in Ihrem Umfeld

       Faire Bezahlung für Dienstleistungen und Produkte

       Zeit und Engagement statt nur Geld

Wichtig: Geben Sie aus Freude, nicht aus Pflichtgefühl. Geben Sie, was Sie wirklich geben können, ohne sich selbst zu überfordern.

Abschlussreflexion

Geld ist Macht – im Guten wie im Schlechten. Es kann Leid verstärken oder Heilung fördern, Freiheit schenken oder versklaven. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Stellen Sie sich zum Abschluss folgende Fragen:

       Welche Rolle soll Geld in meinem Leben einnehmen?

       Welchen emotionalen Stellenwert hat Geld für mich?

       Wofür würde ich Geld mit Freude einsetzen?

       Welche Freiheit wünsche ich mir durch Geld und was bin ich bereit dafür zu geben?

Vorsätze und Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Was möchten Sie konkret verändern?

Beispiel für Vorsätze und Aufgaben:

       Ich mache einen Kassensturz und verschaffe mir Transparenz über meine finanzielle Situation.

       Ich führe für einige Monate ein Haushaltsbuch.

       Ich überdenke meine Glaubenssätze über Geld.

       Ich bilde mich in Finanzfragen weiter (ein Buch lesen, einen Kurs besuchen).

       Ich kümmere mich aktiv um meine Altersvorsorge.

       Ich spreche offen mit meinem Partner/meiner Partnerin über Geld und unsere gemeinsamen Ziele.

       Ich investiere bewusst in Werte, die mir wichtig sind.

Literatur und Links

       Vermögensübersichtsformular: Link

       Bundesarbeitgemeinschaft Schuldnerberatung e.V.: Link

       WISO Haushaltsbuch: Link

       Haushaltsbuch MoneyControl: Link

       Forum Nachhaltige Geldanlagen: Link



Beruf

Job, Karriere

Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten (Konfuzius).

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf und spüren Vorfreude – nicht nur auf das Wochenende, sondern auf den Tag, der vor ihnen liegt. Ihr Beruf gibt ihnen Energie, Sinn und das Gefühl, genau am richtigen Platz zu sein. Für viele von uns ist das die Vision. Doch die Realität sieht oft anders aus.

Einen Großteil unserer Lebenszeit verbringen wir mit Arbeit. Damit verdienen wir unseren Lebensunterhalt. Arbeit kann sehr erfüllend sein, wenn man seinen Beruf als Berufung betrachtet.

Sie haben den richtigen Beruf gefunden, wenn

       Ihre Interessen, Stärken und Neigungen mit den Anforderungen übereinstimmen (siehe Lebensrad-Thema "Selbstbild"),

       er mit Ihren tiefsten Werten und ihrer Lebensvision im Einklang steht (siehe Lebensrad-Themen "Werte" und "Vision"),

       Ihre Lebens- und Karriereplanung mit der Ihres Partners und Ihrer Familie übereinstimmen.

Sie haben den richtigen Arbeitsplatz gefunden, wenn Sie

       Freude an den täglichen Aufgaben haben,

       eine angenehme Arbeitsumgebung mit angenehmen Kollegen haben,

       echte Anerkennung und Respekt für Ihre Leistung bekommen,

       ein Einkommen haben, das Ihre Arbeit wertschätzt und Sie materiell absichert,

       Raum für Weiterentwicklung haben und Ihren "Marktwert" erhalten können,

       eine gesunde Balance zwischen Beruf, Familie und Freizeit (Work-Life-Balance) aufrechterhalten können.

       Flexibilität genießen (z.B. Remote Work, Gleitzeit), die zu Ihrem Lebensentwurf passt.

Arbeit in Zeiten des Wandels

In unserer schnelllebigen, globalisierten und digitalen Welt ist es unrealistisch zu glauben, dass wir ein Leben lang denselben "Traumjob" haben werden. Technologische Entwicklungen, allen voran Künstliche Intelligenz (KI), verändern die Arbeitswelt tiefgreifend. Routineaufgaben werden automatisiert, ganze Berufsfelder wandeln sich oder verschwinden. Das kann Ängste wecken: Wird mein Job noch gebraucht?

Gleichzeitig entstehen neue Chancen: KI macht uns in vielen Bereichen produktiver, schafft innovative Rollen und erweitert unsere menschlichen Stärken wie Kreativität, Empathie und komplexes Denken. Lebenslanges Lernen, Flexibilität und die Bereitschaft zur Umschulung sind daher wichtiger denn je, um nicht nur mitzuhalten, sondern um die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Arbeit und Identität

Ihr Beruf prägt Ihre Identität und Ihre gesellschaftliche Rolle. Manche Menschen finden im Job ihren Lebenssinn und opfern dafür Partnerschaft, Familie und Freunde – bis hin zum krankhaften "Workaholismus". Andere erleben Phasen der Stagnation, inneren Kündigung oder Burnout, wenn der Job nicht mehr passt. Arbeitslosigkeit oder langanhaltender Stress können sogar Depressionen auslösen.

Im Laufe des Lebens verändern sich unsere Bedürfnisse und Prioritäten: Was mit 30 erfüllend war, kann mit 45 belastend wirken. Dann ist es Zeit, mutig hinzuschauen, Ihre Situation ehrlich zu bewerten und gegebenenfalls neue Wege einzuschlagen.

Wichtig: Ihre mentale Gesundheit und Ihr Wohlbefinden haben Vorrang. Ein Job, der Sie krank macht, ist nie den Preis wert. Grenzen zu setzen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstfürsorge.

Resümee: In einer Welt voller Wandel – getrieben durch Globalisierung, Digitalisierung und KI – geht es darum, einen Beruf zu finden und zu gestalten, der Ihnen Energie schenkt, Sinn stiftet und Sie gleichzeitig absichert. Es ist nie zu spät, Ihre berufliche Geschichte neu zu schreiben.

Selbsteinschätzung.

Nehmen Sie sich einen Moment und spüren Sie in sich hinein. Wie geht es Ihnen wirklich mit Ihrem Beruf? Inspirierende Aussagen dazu finden Sie hier:

Positive Indikatoren:

       Ich habe in meinem Beruf meine Berufung gefunden. Er gibt meinem Leben Sinn.

       Ich bin in meinem Beruf glücklich oder fühle mich zumindest stimmig.

       Ich lerne ständig Neues hinzu und entwickle mich weiter.

       Ich gehe gern zur Arbeit und freue mich auf meine Aufgaben.

       Ich fühle mich im Kreis meiner Kollegen wohl und wertgeschätzt.

       Meine Arbeit wird anerkannt und respektiert.

       Ich verdiene genug, um gut zu leben und mir Sicherheit zu schaffen.

       Mein Beruf bietet mir gute Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten.

Warnsignale:

       Ich arbeite hauptsächlich nur des Geldes wegen.

       Ich würde viel lieber etwas ganz anderes machen.

       Ich fühle mich ausgebrannt, gestresst oder überlastet.

       Das Unternehmen, für das ich arbeite, hat keine gute Zukunft.

       Ich habe Angst vor Arbeitslosigkeit oder Veränderungen.

       Ich denke darüber nach, mich selbstständig zu machen.

Wie schätzen Sie Ihre berufliche Situation zusammenfassend ein:

       Meine Arbeit macht mir Freude und ich sehe darin einen Sinn.

       Ich kann mit meiner Arbeit gut für meinen Lebensunterhalt sorgen.

Was kann ich tun?

Wenn die Selbsteinschätzung Unzufriedenheit zeigt, gilt es zu handeln. Der Weg kann von einer konstruktiven Anpassung Ihres aktuellen Jobs über eine komplette Neuorientierung bis hin zur Gründung eines eigenen Unternehmens führen. Dabei helfen Karriereberater, Arbeits-Agenturen, Volkshochschulen sowie zahlreiche Online-Ressourcen und Bücher.

Im Folgenden finden Sie einfache Werkzeuge zur Selbsthilfe.

Jobanalyse

Falls Sie unzufrieden sind: Schreiben Sie auf, was Ihnen an Ihrem Job gefällt und was nicht, was gut ist oder was Sie belastet. Schon das Niederschreiben bringt Klarheit und Kraft. Nutzen Sie dazu das Werkzeug "Jobanalyse", welches Sie unter "Werkzeuge" finden.

Die Jobanalyse behandelt folgende Kriterien:

       Tätigkeitsinhalte und Sinnhaftigkeit

       Berufliche Position und Verantwortung

       Verdienst/Einkommen

       Arbeitsbedingungen (Arbeitszeit, Flexibilität, Remote-Optionen)

       Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten

       Fort- und Weiterbildungsangebote

       Arbeitsplatzsicherheit

       Qualifikationsangemessenheit

       Ausstattung mit modernen Arbeitsmitteln

       Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und mitzugestalten

       Arbeitsklima und Führungskultur

       Raum für Privatleben und Familie

       Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit

Frage Sie sich: Was müsste sich ändern, damit Sie sich wieder wohlfühlen? Kleine Anpassungen sind oft durch Gespräche mit Vorgesetzten oder Kollegen möglich. Bei tiefer Unzufriedenheit lohnt sich eine grundlegende Neuorientierung. Fast jeder Jobwechsel bringt neue Chancen.

Stärken-/ Schwächenanalyse

Arbeit und Selbstbild sind untrennbar verbunden.

       Wenn Sie sich unterschätzen, werden Sie sich klein machen.

       Wenn Sie sich überschätzen, werden Sie sich überfordern.

       Wenn Sie sich klar kennen, treffen Sie gute Entscheidungen.

Um sich selbst besser kennenzulernen, sollten Sie Ihr Selbstbild überprüfen. Dazu dient das Lebensrad-Thema "Selbstbild". Dort findet sich auch das Werkzeug "Stärken- / Schwächenanalyse" mit der Unterkategorie "beruflich".

Job-Wechsel planen

Seinen Job wechselt man nicht eben mal so aus einer Laune heraus. Zuviel hängt davon ab, wie z.B. das regelmäßige Familieneinkommen, der Wohnort, die Altersversorgung. Wenn der Job jedoch krank macht oder nicht mehr zu Ihren Zielen passt, ist Mut gefragt.

Schritte für eine gute Entscheidung:

1.    Klären Sie Ihre Werte und Prioritäten: Klären Sie, worauf es Ihnen im Leben wirklich ankommt (Lebensrad-Thema "Vision") und welche Talente und Interessen Sie haben (Lebensrad-Thema "Selbstbild").

2.    Entwickeln Sie eine lebendige Vision Ihres Wunschjobs. Skizzieren Sie eine detaillierte, bildhafte Vorstellung von Ihrer beruflichen Zukunft:

-      Welche Arbeit macht mir wirklich Freude?

-      Was ist für mich eine sinnvolle Arbeit?

-      Wie viel will/muss ich mindestens verdienen?

-      Wie viele Stunden pro Woche möchte ich arbeiten?

-      Wo möchte ich arbeiten (vor Ort, remote, auch im Ausland), wie viel möchte ich reisen?

-      Will ich Führungsverantwortung übernehmen?

-      Was wäre für mich ein ideales Arbeitsumfeld und Unternehmenskultur?

-      Will ich geschäftliches Risiko übernehmen und mich selbstständig machen?

3.    Beziehen Sie Ihre Liebsten ein: Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Familie und engen Freunden über Ihre Vorstellungen. Deren Perspektiven und Unterstützung sind wertvoll.

4.    Erstellen Sie eine Pro-und-Contra-Liste: Ist der Wechsel realistisch? Welche Risiken und Chancen gibt es? Was sind die finanziellen Auswirkungen?

5.    Entscheiden Sie bewusst und nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit. Überstürzen Sie nichts, aber bleiben Sie auch nicht aus Angst stecken. Manchmal braucht es Geduld und schrittweise Veränderung.

Hinweis: Manchmal wird durch diesen Prozess klar, was Sie im aktuellen Job verändern können, um zufriedener weiterzumachen. Das kann z.B. sein: ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, eine Anpassung der Arbeitszeiten oder eine neue Aufgabenverteilung.

Vorsätze und Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Was möchten Sie verändern? Beispiele für konkrete Vorsätze und Aufgaben:

Mehr Work-Life-Balance:

       Ich will weniger arbeiten und mehr Zeit mit der Familie verbringen. Deshalb werde ich jeden Tag pünktlich um 17:00 Uhr Feierabend machen und Überstunden nur in Ausnahmefällen leisten.

Mehr Wertschätzung:

       Ich will in meinem Job mehr verdienen und angemessen vergütet werden:

-      Mich auf das nächste Personalgespräch vorbereiten und Argumente für eine Gehaltserhöhung sammeln

-      Meinen Marktwert recherchieren und prüfen, ob andere Arbeitgeber mehr zahlen

-      Falls nötig: Arbeitgeberwechsel in Erwägung ziehen

Berufswechsel:

       Ich möchte meinen Beruf wechseln und neu durchstarten:

-      Eine realistische Strategie zum Berufswechsel entwickeln

-      Umschulungs- oder Weiterbildungsmöglichkeiten prüfen und Finanzierung klären

-      Auswirkungen auf Familie und Lebensstandard ehrlich bewerten

-      Beratung bei einer Berufsberatungsstelle oder einem Coach in Anspruch nehmen

Jobwechsel:

       Ich möchte meinen Job/Arbeitgeber wechseln:

-      Eine klare Strategie zur Jobsuche erstellen

-      Bewerbungsunterlagen aktualisieren und optimieren

-      Stellenanzeigen gezielt studieren und Netzwerk aktivieren

-      Bewerbungen versenden und mein Profil in Jobbörsen (z.B. LinkedIn, XING) pflegen

Selbstständigkeit:

       Ich möchte mich selbstständig machen:

-      Geschäftsidee konkretisieren und Businessplan erstellen

-      Finanzielle Machbarkeit prüfen und Startkapital planen

-      Rechtliche und steuerliche Aspekte klären

-      Gründerberatung in Anspruch nehmen

Denken Sie daran: Jede Veränderung beginnt mit einem kleinen Schritt, aber der wichtigste Schritt ist immer der erste. Sie haben es verdient, in einem Beruf zu arbeiten, der Sie erfüllt.

Literatur und Links

       Oliver Fritsch / Michaela Lang: Alles anders: Erkennen Sie Ihre wahre Berufung und werden Sie glücklich. Link zu Amazon: Link

       Markus Albers: Morgen komm ich später rein - Für mehr Freiheit in der Festanstellung. Link zu Amazon: Link

       Karriere und Weiterbildung bei der Bundesagentur für Arbeit: Link



Zeit

Zeitmanagement

Heute beginnt der erste Tag vom Rest deines Lebens.

Stellen Sie sich vor: Sie wachen auf, voller Energie und ohne quälenden Druck. Die Zeit fließt harmonisch, und Sie fühlen sich lebendig. Klingt das nach einem Traum? Es kann Ihre Realität werden.

Die Zeit bestimmt unser Leben. Sie gibt unserem Tag Struktur. Sie bestimmt unser Tun und unseren Lebensrhythmus. Wenn Sie lernen, Ihre Zeit klug einzuteilen, für Dinge die wirklich zählen, erfüllt Sie das mit tiefer Zufriedenheit.

Ohne Stress und Zeitdruck kommt man in einen Zustand der Gelassenheit und kann die Zeit richtig genießen. Höchste Glücksgefühle kann man erleben, wenn man in einer Tätigkeit ganz aufgeht. In diesem sogenannten Flow-Zustand entsteht eine vollkommene Selbst- und Zeitvergessenheit.

Zeitmangel

In unserer Leistungsgesellschaft klagen viele Menschen, dass sie zu wenig Zeit haben. Sie sind ständig gehetzt, stehen unter Stress und erkranken irgendwann am Burnout. Dabei gibt es eigentlich genügend Zeit. Es hapert eher daran, wie wir die Zeit verwenden. Kennen Sie das? Dieses erdrückende Gefühl, immer hinterherzulaufen? Doch die Wahrheit ist: Zeit gibt es genug. Der Knackpunkt? Wie wir sie nutzen.

Hier die typischen Beispiele, die uns in die Zeitfalle locken:

       Nicht "Nein" sagen können: Aus Angst vor Ablehnung oder Zurückweisung. Oft steckt dahinter ein schwaches Selbstbewusstsein (siehe Lebensrad-Thema "Selbstbewusstsein").

       Seine Leistungsfähigkeit überschätzen: Weil man zu viel gleichzeitig machen will, oder alles 100-prozentig machen will oder weil man aus seinen bisherigen Zeitmangel-Erfahrungen nicht die richtigen Schlüsse gezogen hat. Das führt zu Frust und Erschöpfung.

       Alles selbst machen zu wollen: Weil man nicht delegieren kann oder will, etwa weil man seinen Mitmenschen nicht vertraut oder Angst vor Abhängigkeiten hat.

       Keine Prioritäten setzen: Weil man keinen Kompass für seine Lebensziele hat (siehe Lebensrad-Thema "Vision") oder bei den täglichen Aufgaben nicht zwischen Wichtigkeit und Dringlichkeit unterscheidet (siehe unten: Eisenhower Prinzip).

       Keine aktive Zeitplanung: Weil man Selbstorganisation nicht gelernt hat oder zu bequem ist, sie anzuwenden.

       Ablenkungen und Aufschieben: Weil man unliebsame Aufgaben vermeidet oder sich mit Unwichtigem beschäftigt, z. B. mit endlosem Streaming, Fernsehen, Gaming oder Social-Media-Scrollen. Push-Benachrichtigungen auf dem Smartphone reißen Sie ständig aus der Konzentration. Die wichtigen Dinge schiebt man vor sich her, und der Tag vergeht leer.

       Gewollte Zeitknappheit als Statussymbol: Weil man wichtig wirken und entsprechend gewürdigt werden will zieht man alle Arbeit auf sich. Doch wahre Größe zeigt sich in gelassener Souveränität, nicht in hektischem Beschäftigtsein.

Zeit ist Geld: Der Preis der Freiheit

Wer arbeitet, tauscht Lebenszeit gegen Geld. Unser auf Wachstum angelegtes Wirtschaftssystem erfordert, dass wir viel unserer Zeit für Geld zur Verfügung stellen, damit wir immer mehr Waren kaufen und konsumieren können. Dies führt zu einer ständigen Beschleunigung der Gesellschaft und dem Gefühl beim Einzelnen, ständig unter Zeitdruck zu stehen.

Inzwischen verweigern sich immer mehr Menschen dieser Tretmühle. Für sie sind Geld und Karriere nicht mehr oberstes Ziel ihres Berufslebens (siehe die Lebensrad Themen "Geld" und "Beruf"). Sie haben erkannt: Das Leben ist mehr als die Summe ihrer Gehaltsabrechnungen.

Wenn Sie mehr Zeit zur Verfügung haben wollen, müssen Sie auf einen Teil des Geldes und des Konsums verzichten. Sie können z.B. unter Gehaltsverzicht Ihre Wochenarbeitsstunden reduzieren oder ein unbezahltes Sabbatjahr einlegen oder unter finanziellen Einbußen früher in Rente gehen. Die Frage ist: Was ist Ihnen Ihre Lebenszeit wert?

Wenn Sie es sich leisten können, können Sie sich auch Zeit kaufen, indem Sie beispielsweise Haushaltshilfen engagieren oder Dienstleistungen nutzen, die Ihnen zeitraubende Aufgaben abnehmen.

Freizeit: Vom Stress zur Erholung

Selbst in der Freizeit leiden wir heute unter Stress. Wir verplanen Feierabende, Wochenenden und Urlaube und wollen möglichst viel erleben. Zum beruflichen Burnout kommt dann noch der Freizeit-Burnout hinzu.

Wenn Sie merken, dass Ihre Freizeit Sie nicht mehr erfrischt, sondern erschöpft, sollten Sie radikal reduzieren. Freizeit soll Freude machen, aber vor allem Erholung bieten. Zum Stressabbau eignen sich besonders Aktivitäten wie Wandern, Yoga, Saunieren, Meditieren oder einfach bewusst "Nichtstun". Ja, Langeweile darf sein. Sie ist sogar wichtig für Ihre Kreativität und innere Balance!

Lebenszeit: Ihre kostbarste Ressource

Unsere Lebenszeit ist endlich und wertvoll, denn verlorene Lebenszeit ist für immer verloren.

Je älter wir werden, desto schneller scheint die Zeit zu vergehen. Bei Ereignissen wie Geburtstagen, Krankheiten oder Todesfällen werden wir immer öfter mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert. Wir gearten unter Zeitdruck, weil wir realisieren, dass die Lebenszeit weniger wird, wir aber den Eindruck haben, noch vieles erledigen oder erleben zu wollen.

Fast jeder erlebt irgendwann eine Midlife-Crisis. Man realisiert, dass man seine beruflichen, familiären und finanziellen Ziele erreicht hat und dass es von nun an eher bergab geht.

Wie stark man die Krise empfindet, hängt von seinem Selbstwertgefühl ab (siehe das Thema "Selbstbewusstsein") und von der persönlichen Einschätzung, was man bisher versäumt oder nicht erreicht hat. Nicht wenige Menschen nehmen in der Krise kopflos radikale Veränderungen vor, die ihnen schaden oder nachher leidtun, z.B. Trennung vom Partner.

Doch in jeder Krise lauert die Chance! Nutzen Sie sie, um Ihr Leben neu auszurichten. Überdenken Sie Ihre Lebensziele (siehe das Thema "Vision") und setzen Sie neue Prioritäten. So gehen Sie stärker, reifer und glücklicher aus der Krise hervor.

Resümee: Wer zu wenig Zeit hat, macht zu viel oder er macht das Falsche oder das Unwichtige. Wer zu viel Zeit hat, sollte versuchen, seinem Leben Sinn zu geben!

Selbsteinschätzung

Wie gut haben Sie die Zeit im Griff? Spüren Sie Ihren Handlungsbedarf auf.

Lassen Sie sich von den folgenden Aussagen inspirieren.

 

       Ich empfinde selten Zeitmangel.

       Meine Zeit reicht fast immer aus für das, was ich mir vorgenommen habe.

       Ich bin fast immer pünktlich.

       Ich fühle mich selten gehetzt.

       Ich habe genug Zeit für meine Familie und meine Freunde.

       Abends fühle ich mich ausgelaugt oder deprimiert.                    

       Ich nehme mir regelmäßig Zeit, um meine langfristigen Ziele zu überprüfen.

       Meine Aufgaben führe ich entsprechend ihrer Wichtigkeit aus.

       Ich schiebe unangenehme Arbeiten nicht vor mir her.

       Ich verbringe zu viel Zeit mit Streaming, TV, Gaming oder Social-Media-Scrollen.

       Ich gönne mir genügend Freizeit und Erholungspausen.

       Ich nehme auch intensiv die Qualität der Zeit wahr, nicht nur die Quantität.

       Ich kann meine Freizeit genießen.

       Ich habe Angst, zu sterben, bevor ich alles erlebt haben, was ich mir wünsche.

Wie schätzen Sie Ihren Umgang mit der Zeit zusammenfassend ein:

 

       Ich bin selten in Zeitnot.

       Mein Beruf- und Privatleben sind zeitlich ausbalanciert.

       Ich mache mir keine Sorgen, dass ich im Leben einiges nicht mehr erreichen kann.

Fühlen Sie den Handlungsbedarf? Das ist der erste Schritt zur Veränderung!

Was kann ich tun?

Viele Menschen suchen nach Lösungen, die sie aus ihrem Zeitstress herausholen. Deshalb blüht der Markt an Zeitmanagement-Ratgebern mit Tipps und Tricks jeglicher Art. Im Folgenden sind einige wirkungsvolle Tools beschrieben, die Ihr Leben verändern können.

Zeitmanagement

Zeitmanagement ist Selbstmanagement: Nutzen Sie Ihre Zeit effizient, indem Sie Ziele und Aufgaben steuern – nicht die Uhr.

Ausgehend von Ihren persönlichen beruflichen und privaten Lebenszielen definieren Sie Aktivitäten, die dann entsprechend priorisiert zu Tages-, Wochen- und Monatspläne führen. Das Ziel? Balance in vier Bereichen: Beruf, Beziehungen (Partnerschaft, Familie, Freunde), Körper (Erholung, Gesundheit) und Sinn (Spiritualität, Kunst, Kultur). So entsteht ein glückliches, erfülltes Leben.

Viele Menschen sperren sich gegen Zeitmanagement - teils auch unbewusst - weil man Zeitmanagement erst einmal lernen muss, was wiederum zunächst Zeit kostet. Dabei lernt man, die richtigen Ziele zu setzen und zugehörige Aufgaben zu definieren. Man lernt abzuschätzen, was die Realisierung der Aufgaben an Zeit kostet. All dies erfordert ein höheres Maß an Planung, Disziplin und Aufmerksamkeit.

Ein wenig von Zeitmanagement zu verstehen, ist für jedermann nützlich und kann leicht im Alltag umgesetzt werden. Dabei kann man mit einfachen priorisierten Aktivitätenlisten anfangen und mit detaillierten Arbeitsplänen aufhören. Hierbei gilt es Augenmaß zu wahren, damit das Zeitmanagement nicht zur Obsession oder selbst zum Zeitfresser wird.

Die Zeitmanagement-Klassiker sind:

       Stephen R. Covey - Der Weg zum Wesentlichen

       Lothar J. Seiwert - Das neue 1×1 des Zeitmanagement.

Viele Volkshochschulen oder professionelle Coaches bieten Kurse zu Zeitmanagement an.

Eisenhower Prinzip

Das Eisenhower Prinzip (nach dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Dwight D. Eisenhower benannt) ist die Kunst, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Es liegt in der Natur der meisten Menschen, sich gerne mit unwichtigen Sachen zu beschäftigen und die wichtigen Sachen lieber aufzuschieben. Die unwichtigen Sachen machen oft mehr Spaß oder bringen einen kurzfristigen Erfolg oder sind einfach weniger anstrengend.

Nach dem Eisenhower Prinzip werden die anstehenden Aufgaben in die vier Quadranten Q1 bis Q4 aufgeteilt:

 

 

Dringend

Nicht
Dringend

Wichtig

Q1

Q2

Nicht

Wichtig

Q3

Q4

 

       Q1 - wichtig und dringend: Diese Aufgaben sollten sofort erledigt werden.
Q1 Aufgaben haben meist einen festen Termin und sind meist kurz und schnell zu erledigen, wie z.B. ein Problem lösen, ein Telefonat, ein Behördengang. Wenn man diesen Aufgaben nicht rechtzeitig nachkommt, kann sich schnell eine Krise entwickeln.

       Q2 - wichtig aber nicht dringend: Mit diesen Aufgaben sollten wir uns hauptsächlich beschäftigen.
Q2 Aufgaben sind meist vorbereitende oder konzeptionelle Aufgaben. Je mehr Zeit wir mit diesen Aufgaben verbringen, umso vorbereiteter sind wir und umso weniger Q1 Aufgaben werden anfallen. Zu den Q2 Aufgaben gehören z.B. Vorbereitung eines Vortrags, Entwurf einer Bewerbung, Lernen für eine Prüfung. Es gehören aber auch Erholungs- und Entspannungstätigkeiten dazu, wie Theaterbesuche, ein gutes Buch lesen oder Schwimmen gehen.

       Q3 - nicht wichtig aber dringend: Diese Aufgaben sollten wir möglichst delegieren.
Es gibt Manager, die sich und ihre Leute reichlich mit Q3 Aufgaben beschäftigen, um sich wichtig zu machen, z.B. Berichte und Statistiken abfragen, die dann nie gelesen und ausgewertet werden.

       Q4 - nicht wichtig und nicht dringend: Diese Aufgaben sollten wir möglichst vermeiden und möglichst nur dann beginnen, wenn alle anderen Aufgaben erledigt sind.
Zu den Q4 Aufgaben gehören viele Zeitdiebe, wie das Herumhängen vor dem Fernseher, ungezieltes Surfen im Internet, usw.

Tipp: Das Eisenhower Prinzip lässt sich auch gut für die Arbeitsplanung im Team oder in der Familie einsetzen. Man schreibt dabei jede Aufgabe auf einen Klebezettel. Dann wird jede Aufgabe diskutiert und der zugehörige Klebezettel auf eine Tafel in einen der 4 Quadranten geklebt. Dadurch wird eine gemeinsame Sicht über die Aufgaben und deren Priorität erzeugt.

Die ALPEN-Methode

Bei der ALPEN-Methode (von Lothar Seiwert, einem der führenden Zeitmanagement-Experten) nehmen Sie sich jeden Tag 5-20 min Zeit, um Ihre Aufgaben und Termine zu überdenken. Dann erstellen Sie einen schriftlichen Tagesplan.

Die Vorgehensweise besteht aus 5 Schritten:

A = Aufgaben aufschreiben - Tragen Sie Aufgaben, Aktivitäten u. Termine in einen Tagesplan ein.

L = Länge abschätzen. Schätzen Sie die voraussichtlich benötigte Zeit ein

P = Pufferzeit - Verplanen Sie maximal 60% der freien Zeit; den Rest halten Sie als Puffer für Unvorhergesehenes bereit.

E = Entscheidungen - Setzen sie Prioritäten, delegieren Sie und kürzen/streichen Sie, um den Gesamtumfang zu beschränken.

N = Nachkontrolle - Prüfen Sie am Tagesende die erledigten und unerledigten Aufgaben. Übertragen Sie die unerledigten Aufgaben auf den neuen Tag.

Das Pareto-Prinzip: Die 80:20 Regel

Das Pareto-Prinzip (benannt nach Vilfredo Pareto) wird häufig auch 80:20 Regel genannt. Es besagt, dass nur 20 Prozent der Zeit dafür benötigt werden, um 80 Prozent der Arbeit zu verrichten. Die restlichen 20 Prozent dienen nur der Perfektionierung.

Es ist oft sinnvoller, alle Aufgaben zu 80 Prozent zu erledigen, als eine zu 100 Prozent und dafür die anderen Aufgaben wegen Zeitmangels gar nicht anzugehen.

Das Pareto-Prinzip kann helfen, sich zu fokussieren. Welche Arbeiten sind besonders wichtig oder eilig? Womit kann ich zunächst den größten Effekt erzielen? Das Pareto-Prinzip darf aber nicht als Ausrede für mangelnde Qualität hergenommen werden.

Spüren Sie auf, wo für Sie das Pareto-Prinzip gilt und konzentrieren Sie sich auf die wirkungsvollen 80%, die Sie in 20% der Zeit erreichen können.

Timeboxing: Feste Zeitfenster für mehr Fokus

Timeboxing bedeutet, für jede Aufgabe ein festes Zeitfenster zu reservieren. Statt zu sagen "Ich arbeite an diesem Projekt, bis es fertig ist", setzen Sie sich ein klares Limit: "Ich arbeite zwei Stunden an diesem Projekt." Diese Methode schafft Verbindlichkeit und verhindert, dass Aufgaben sich endlos ausdehnen.

Vorteile von Timeboxing:

       Sie arbeiten fokussierter, weil Sie wissen, dass die Zeit begrenzt ist

       Sie vermeiden Perfektionismus

       Sie schaffen klare Grenzen zwischen verschiedenen Aufgaben

       Sie können besser einschätzen, wie viel Sie wirklich schaffen können

Deep Work: Konzentriertes Arbeiten in der Ablenkungswelt

Cal Newport prägte den Begriff "Deep Work" für konzentrierte, ablenkungsfreie Arbeit an anspruchsvollen Aufgaben. In unserer von Unterbrechungen geprägten Welt ist die Fähigkeit zu Deep Work immer wertvoller geworden.

Tipps für Deep Work:

       Schalten Sie Benachrichtigungen auf allen Geräten aus

       Blockieren Sie feste Zeitfenster für konzentrierte Arbeit

       Kommunizieren Sie Ihre "Deep Work"-Zeiten an Kollegen und Familie

       Schaffen Sie eine ablenkungsfreie Arbeitsumgebung

       Beginnen Sie mit kürzeren Sessions (30-60 Minuten) und steigern Sie sich

Digitale Achtsamkeit: Bewusster Umgang mit Technologie

In der heutigen Zeit ist der bewusste Umgang mit digitalen Geräten entscheidend für gutes Zeitmanagement:

       Smartphone-Grenzen: Legen Sie feste Zeiten fest, in denen Sie Ihr Smartphone nicht nutzen (z.B. beim Essen, vor dem Schlafengehen)

       Push-Benachrichtigungen: Deaktivieren Sie alle nicht zwingend notwendigen Benachrichtigungen

       App-Zeitlimits: Nutzen Sie die eingebauten Funktionen Ihres Betriebssystems, um die Nutzungsdauer von Apps zu begrenzen

       Bewusste Social-Media-Nutzung: Setzen Sie sich feste Zeiten für Social Media statt ständig zu scrollen

Mikrogewohnheiten: Kleine Schritte, große Wirkung

Statt große Veränderungen auf einmal anzustreben, können Sie mit winzigen Mikrogewohnheiten beginnen:

       Statt "Ich will jeden Tag eine Stunde lesen": "Ich lese jeden Tag eine Seite"

       Statt "Ich will regelmäßig meditieren": "Ich nehme jeden Morgen drei bewusste Atemzüge"

       Statt "Ich will mein Zeitmanagement perfektionieren": "Ich schreibe jeden Abend drei Aufgaben für morgen auf"

Diese kleinen Schritte sind so einfach, dass Sie sie nicht aufschieben können – und sie führen zu nachhaltigen Veränderungen.

Vorsätze und Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Wollen Sie etwas verändern?

Beispiel für Vorsätze und Aufgaben:

       Näher an den Arbeitsplatz ziehen – für mehr Freizeit.

       Die Zeit mit Streaming, TV, Gaming oder Social-Media drastisch reduzieren – und stattdessen leben.

       Ein Zeitmanagement Buch lesen - für neue Impulse.

       Jeden Morgen die drei wichtigsten Aufgaben des Tages definieren.

       Alle nicht zwingend notwendigen Push-Benachrichtigungen deaktivieren.

       Ein Sabbatjahr einlegen und die lang erträumte Weltreise machen.

       Täglich (z.B. abends) eine kurze Reflexion über den Tag: Was war gut? Was verbessern? Nutzen Sie dafür die Werkzeuge "Tagebuch" und/oder "Tages-Tracker".

Literatur und Links

       Stephen R. Covey - Der Weg zum Wesentlichen: Der Klassiker des Zeitmanagements. Link zu Amazon: Link

       Lothar J. Seiwert - Das 1x1 des Zeitmanagement: Zeiteinteilung, Selbstbestimmung, Lebensbalance. Link zu Amazon: Link

       Lothar J. Seiwert  - Wenn du es eilig hast, gehe langsam: Mehr Zeit in einer beschleunigten Welt. Link zu Amazon: Link

       Mihaly Csikszentmihalyi - Flow - der Weg zum Glück: Der Entdecker des Flow-Prinzips erklärt seine Lebensphilosophie. Link zu Amazon: Link

       So schaffst Du mehr als andere, die Ivy-Lee-Methode (Logical Lemon).
Link zu YouTube: Link

       Cal Newport - Konzentriert arbeiten - Regeln für eine Welt voller Ablenkungen: Link zu Amazon: Link

Zeitmanagement im Internet:

       Zeit zu Leben: Link

       Zeitmanagement: Die 10 besten Methoden im Überblick: Link



Wohnen

Wohnsituation, Wohnform, Heimat

Wohnst Du noch oder lebst Du schon? (IKEA).

Diese bekannte Frage bringt es auf den Punkt: Wohnen ist weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Es ist der Ort, an dem "Ihr Leben stattfindet".

Wohnen ist ein zentrales Grundbedürfnis – und zugleich ein Spiegel Ihrer Persönlichkeit, Ihrer Lebensphase und Ihrer Werte. Ein Zuhause bietet Schutz, Sicherheit und Geborgenheit. Es ist der Ort, an dem Sie zur Ruhe kommen, Kraft schöpfen, Beziehungen leben und sich entfalten können.

Wie und wo Sie wohnen, beeinflusst Ihr Wohlbefinden, Ihre Lebensqualität und oft auch Ihre Zukunftspläne stärker, als Ihnen vielleicht bewusst ist. Sie haben es in der Hand, diesen wichtigen Lebensbereich aktiv zu gestalten.

Wohnformen im Wandel

Unsere Gesellschaft verändert sich dynamisch und mit ihr die Art, wie wir wohnen. Klassische Familienhaushalte machen heute nur noch einen Teil aller Wohnformen aus. Neue, vielfältige Modelle entstehen und übernehmen Funktionen, die früher selbstverständlich zur Familie gehörten.

Die Vielfalt der Wohnformen bietet Ihnen heute mehr Wahlmöglichkeiten denn je:

       Single-Wohnungen

       Partnerhaushalte ohne Kinder

       Wohngemeinschaften (auch generationsübergreifend)

       Mehrgenerationen- und Gemeinschaftsprojekte

       Co-Housing und Baugemeinschaften

       Betreutes Wohnen

       Tiny Houses und minimalistische Wohnkonzepte

Jede Wohnform bringt Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. Entscheidend ist nicht, was "üblich" oder "angesagt" ist, sondern was zu Ihnen, Ihrem Lebensstil und Ihrer aktuellen Lebensphase passt.

Ihre Wohn-Persönlichkeitstypen

Je nach Persönlichkeitstyp stellen Menschen unterschiedliche Anforderungen an ihre Wohnumgebung. Vielleicht erkennen Sie sich in einem dieser Typen wieder:

       Der "Stadtmensch", der die Energie, die kulturelle Vielfalt und das pulsierende Leben einer Stadt liebt und die kurzen Wege schätzt.

       Der "Landmensch", der die Weite, die Natur und die Ruhe des Landlebens genießt und Verwurzelung sucht.

       Der "Nomade", der Abwechslung liebt, flexibel bleiben möchte und häufige Ortswechsel als Bereicherung erlebt.

       Der "Emerit", der bewusst Zurückgezogenheit, Ruhe und Abgeschiedenheit wählt und in der Stille Kraft findet.

Welcher Typ sind Sie? Keiner dieser Typen ist "besser" als ein anderer. Entscheidend ist, dass Ihre Wohnsituation mit Ihrem inneren Bedürfnis nach Nähe, Freiheit, Sicherheit oder Abwechslung im Einklang steht. Diese Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zu Ihrem idealen Wohnort.

Wohnbedürfnisse verändert sich im Laufe des Lebens

Im Laufe des Lebens müssen wir uns immer wieder fragen, was unsere Wohnbedürfnisse sind, wo wir wohnen wollen, mit wem wir zusammenwohnen möchten und welche Wohnung wir uns leisten können. Der Wohnort wird dabei oft vom Ausbildungsort, Studienort oder Arbeitsort bestimmt.

Für viele junge Leute ist die eigene Wohnung der erste Schritt in Richtung Selbstständigkeit und Abkopplung von den Eltern.

Später wird dann eine Familie gegründet. Dann ist es wichtig, dass ausreichend Wohnraum in einem familienfreundlichen Wohnumfeld zur Verfügung steht, und dass sich auch die finanzielle Belastung in einem vertretbaren Rahmen hält. Beengte Wohnverhältnisse können das Familienklima negativ beeinflussen und schränken Bewegungs- und Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern ein.

Wenn Kinder ausziehen, wird Wohnraum oft zu groß oder zu kostenintensiv. Dann eröffnen sich neue Optionen: Verkleinerung, Umzug, Untervermietung oder alternative Wohnformen.

Die meisten Menschen möchten so lange und so unabhängig wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Abnehmende Mobilität, Hilfebedarf oder Krankheit führen oft dazu, dass im Alter die letzte Wohnung dann ein Senioren- oder Pflegeheim wird.

Moderne Wohnanforderungen

Die Welt hat sich verändert und damit auch unsere Ansprüche ans Wohnen:

Homeoffice ist für viele zur Normalität geworden. Haben Sie einen Raum, in dem Sie ungestört arbeiten können? Ist Ihre Internetverbindung stabil genug?

Nachhaltigkeit wird zunehmend wichtiger. Energieeffiziente Gebäude schonen nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel. Wie hoch ist Ihr CO2-Fußabdruck beim Wohnen?

Digitalisierung macht vieles komfortabler. Smart-Home-Lösungen können Ihren Alltag erleichtern, von der intelligenten Heizungssteuerung bis zur automatischen Rollladensteuerung.

Heimat, mehr als ein Ort

Der Musiker Herbert Grönemeyer bringt es treffend auf den Punkt: "Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl!"

Viele Menschen haben ein Heimat-Gefühl. In der Heimat fühlt man sich zugehörig und geborgen. Heimat kann Orientierung geben und ein sicherer Anker in der schnelllebigen Welt sein.

Heimat kann mit einem Ort, einer Region, einer kulturellen Ausdrucksform, einer sozialen Bindung verbunden sein. Einige Menschen verknüpfen mit dem Begriff Heimat ihren Geburtsort. Andere fühlen sich an dem Ort heimisch, an dem ihre Freunde und Familie wohnen. Das Heimatgefühl kann sehr stark ausgeprägt sein und in der Fremde zu schmerzlichem Heimweh führen.

Wenn man mit zunehmendem Alter noch keine Heimat gefunden hat, dann wünscht man sich manchmal nichts mehr, als die vertraute Umgebung. Wenn man sagen kann "Heimat ist dort, wo ich zu Hause bin", dann hat man den richtigen Wohnort gefunden.

Mieten oder Kaufen

Fast jeder steht irgendwann vor dieser grundlegenden Entscheidung: Mieten oder Kaufen? Diese Frage ist weit mehr als eine finanzielle Rechnung. Sie ist eine Lebensentscheidung, die Ihre Werte, Ihre Träume und Ihren Lebensentwurf widerspiegelt.

Stellen Sie sich zunächst die persönlichen Fragen:

 

       Was bedeutet es für Sie, in einer Immobilie zu wohnen, die Ihnen gehört und die Sie nach Ihren Wünschen gestalten können?

       Träumen Sie von einem eigenen Haus mit Garten für Ihre Familie? Wie viel ist Ihnen die Zeit in einem selbstgestalteten Zuhause wert?

       Werden Sie die Immobilie langfristig selbst nutzen können, oder erfordert Ihr Beruf Flexibilität und Mobilität?

       Wie wichtig sind Ihnen Freiheit und Spontaneität? Möchten Sie durch Miete mehr Zeit für sich, Ihre Familie, Ihren Beruf, Ihre Hobbys und Freunde haben, ohne sich um Pflege und Instandhaltung einer Immobilie kümmern zu müssen?

       Sehen Sie im Eigentum ein Stück Unabhängigkeit und Sicherheit – oder fühlen Sie sich dadurch eher gebunden?

Es gibt kein richtig oder falsch, nur das, was "zu Ihrem Leben passt".

Die finanzielle Perspektive: Mieten oder Kaufen?

Die finanzielle Seite der Entscheidung ist komplex und hängt stark von der aktuellen Situation am Immobilien- und Zinsmarkt ab. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie dynamisch sich diese Märkte entwickeln können – von historisch niedrigen Zinsen bis zu deutlichen Zinsanstiegen.

Wichtige finanzielle Fragen:

       Verfügen Sie über ausreichend Eigenkapital für den Kauf einer Immobilie? Als Faustregel gelten mindestens 20-30% des Kaufpreises plus Nebenkosten.

       Können Sie die monatlichen Belastungen durch Kreditzinsen und Tilgung langfristig tragen, auch wenn sich Ihre Lebenssituation ändert?

       Haben Sie die "versteckten Kosten" des Eigentums bedacht? Dazu gehören Instandhaltungsrücklagen, Grundsteuer, Versicherungen und eventuelle Reparaturen.

       Welche Rolle spielt die Immobilie in Ihrer Altersvorsorge? Sehen Sie darin das sprichwörtliche "Betongold", das Sie vor Inflation schützt?

       Wie entwickeln sich die Immobilienpreise in Ihrer Region? Nicht überall ist Kaufen wirtschaftlich sinnvoller als Mieten.

Tipp: Lassen Sie sich professionell beraten und nutzen Sie Online-Rechner (siehe Links am Ende), um verschiedene Szenarien durchzuspielen. Eine fundierte Entscheidung gibt Ihnen Sicherheit.

Resümee: Es gilt also, eine Wohnung oder Immobilie in einem Wohnumfeld zu finden, die auf die Familiengröße zugeschnitten und flexibel nutzbar ist. Die die Wohnbedürfnisse von Eltern und älterwerdenden Kinder zufrieden stellt und dabei das Budget nicht überstrapaziert.

Selbsteinschätzung

Bewerten Sie Ihre Wohnsituation und identifizieren Sie potentielle Anpassungsfaktoren. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen inspirieren:

Was bin ich für ein Wohn-Typ?

       Bin ich eher ein Stadtmensch, ein Landmensch, ein Nomade oder ein Emerit?

       Hat sich mein Wohn-Typ im Laufe der Jahre verändert?

       Lebe ich aktuell meinem Typ entsprechend?

Welche Wohnformen kommen für mich in Frage?

       Bevorzuge ich eine Single Wohnung oder ein Familieneigenheim?

       Möchte ich in einer Wohngemeinschaft leben?

       Reizt mich ein Mehrgenerationenhaus?

       Kommt für mich das Genossenschaftskonzept in Frage?

       Wie wichtig ist mir die Gemeinschaft im Quartier, in der Kommune?

       Kann ich es mir leisten, eine Zweit-Wohnung oder Ferienhaus zu realisieren?

       Werde ich künftig noch ein Berufsnomade sein oder bleibe ich sesshaft?

Kann ich mir meine Wohnsituation leisten?

       Kann ich mir die Finanzielle Belastungen durch Wohnkosten leisten, wie Miete, Nebenkosten, Heizkosten, Strom, Fernsehen, Internet, Versicherungen?

       Habe ich einen finanziellen Puffer für unerwartete Ausgaben?

       Fühle ich mich mit dieser Belastung wohl oder bereitet sie mir Sorgen?

Passt die Infrastruktur im Wohnumfeld zu mir?

       Sind gute nachbarschaftliche Beziehungen vorhanden?

       Ist eine familienfreundliche Infrastruktur vorhanden, wie Krippen, Kindergarten, Schulen, Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, nachbarschaftliche Netzwerke?

       Ist mein Wohnumfeld lebenswert? Gibt es Grünflächen, Parks oder Erholungsmöglichkeiten?

       Sind Geschäfte des täglichen Bedarfs fußläufig erreichbar?

       Ist meine Umgebung beeinträchtigt durch Umwelteinflüsse und Kriminalität?

       Gibt es eine lebendige Gemeinschaft, Vereine oder kulturelle Angebote, die mir wichtig sind?

Wie möchte ich im Alter wohnen?

       Ist meine Wohnung bereits barrierefrei oder könnte sie es werden?

       Wenn Kinder ausziehen: Was bedeutet das für meine Wohnsituation?

       Kann ich mir vorstellen, in eine kleinere Wohnung oder eine Senioren-WG zu ziehen?

       Welche Rolle spielt soziale Einbindung für mich im Alter?

Wie schätzen Sie Ihre Wohnsituation zusammenfassend ein:

       Ich bin mit meiner Wohnsituation zufrieden.

       Ich kann mir die Wohnung leisten.

       Die Wohnung bietet genug Platz und Komfort für mich und meine Familie.

Was kann ich tun?

Werden Sie sich über Ihre Wohnsituation klar. Sie haben die Wahl! Möchten Sie etwas verändern? Träumen Sie von einer eigenen Immobilie? Oder suchen Sie nach mehr Flexibilität?

Bei der Beratung in Immobilien-Angelegenheiten helfen Ihnen Banken, unabhängige Vermögensberater und Immobilienmakler. Nutzen Sie mehrere Quellen und vergleichen Sie Angebote. Daneben gibt es eine Fülle an Ratgebern im Internet und in Buchform (siehe unten: Literatur und Links).

 

Nehmen Sie sich Zeit für diese wichtige Entscheidung. Holen Sie sich professionelle Unterstützung, aber hören Sie vor allem auf Ihr Bauchgefühl: Welcher Ort, welche Wohnform lässt Ihr Herz höher schlagen? Wo können Sie sich vorstellen, Ihre besten Jahre zu verbringen?

Ihr Zuhause ist einer der wichtigsten Gestaltungsräume Ihres Lebens. Es lohnt sich, bewusst darüber nachzudenken und aktiv zu gestalten – statt einfach dort zu bleiben, wo Sie gerade sind.

Vorsätze und Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Wollen Sie etwas verändern?

Beispiel für Vorsätze und Aufgaben:

       Ich mache mir Gedanken über die Bedeutung von "Heimat".

       Ich lasse mich zum Kauf einer Immobilie beraten.

       Ich informiere mich über alternative Wohnformen, die zu mir passen könnten.

       Ich kümmere mich aktiv um meine nachbarschaftlichen Beziehungen.

       Ich erstelle einen Finanzplan für meine Wohnsituation.

       Ich mache mir Gedanken über barrierefreies Wohnen und Altersvorsorge.

Literatur und Links

       Bayerische Staatsministerium - Wohnen im Alter: Link

       Finanztip - Mieten oder kaufen: Link

       Stiftung Warentest - Finanztest-Rechner: Link

       Gerd Kommer - Kaufen oder Mieten?: Wie Sie für sich die richtige Entscheidung treffen: Link

       Herbert Grönemeyer singt: "Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl!": Link



Körper

Fitness, Gesundheit

Ein kräftiger und gesunder Körper ist die beste Voraussetzung für ein glückliches Leben.

Ein starker, vitaler Körper ist der Schlüssel zu einem erfüllten, freien Leben. Stellen Sie sich vor: Sie wachen morgens energiegeladen auf, fühlen sich leicht und stark – bereit für alles, was der Tag bringt. Ihr Körper trägt Sie zuverlässig durch Abenteuer, Arbeit und Beziehungen, ohne dass Sie sich ständig Sorgen um Schmerzen oder Erschöpfung machen müssen.

Gesundheit bedeutet mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Sie zeigt sich in Energie, Beweglichkeit, innerer Ruhe, gutem Schlaf und dem Gefühl, im eigenen Körper zuhause zu sein. Körperliche und mentale Gesundheit sind dabei untrennbar miteinander verbunden – wer sich körperlich wohlfühlt, stärkt auch seine Psyche, und umgekehrt.

Fünf Säulen für Gesundheit und Lebensfreude

Fünf einfache und wirksame Regeln für Gesundheit und Lebensfreude lauten:

1. Bewegung: Ihr Körper ist für Bewegung gemacht. Streben Sie 150–300 Minuten moderate Aktivität pro Woche an – das kann Joggen, Walken, Radfahren, Tanzen oder Schwimmen sein. Ergänzen Sie dies mit zweimal wöchentlichem Krafttraining, um Muskeln, Knochen und Stoffwechsel zu stärken. Wichtig: Finden Sie Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten – dann bleiben Sie langfristig dabei.

2. Ernährung: Essen Sie natürlich, ausgewogen und mit Genuss. Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Fisch bilden eine gute Basis. Reduzieren Sie verarbeitete Lebensmittel, übermäßigen Zuckerkonsum und rotes Fleisch. Dabei geht es nicht um Verzicht, sondern um bewusste Entscheidungen, die Ihrem Körper guttun.

3. Schadstoffe minimieren: Verzichten Sie aufs Rauchen und gehen Sie maßvoll mit Alkohol um (maximal ein kleines Glas Wein oder Bier täglich für gesunde Erwachsene). Ihr Körper wird es Ihnen mit mehr Energie und besserer Gesundheit danken.

4. Mentale Balance: Ihre innere Haltung beeinflusst Ihre körperliche Gesundheit maßgeblich. Achten Sie auf Stresssignale, praktizieren Sie Selbstfürsorge und begegnen Sie sich selbst mit Freundlichkeit. Dankbarkeit, Optimismus und soziale Verbundenheit stärken nachweislich das Immunsystem und die Lebenserwartung.

5. Erholung & Schlaf: Gönnen Sie sich 7–9 Stunden Schlaf pro Nacht in einem dunklen, ruhigen Raum. Planen Sie bewusst Pausen und Regenerationszeiten ein. Ihr Körper wächst und heilt sich in Ruhephasen – nicht unter Dauerstress.

Warum fällt gesundes Leben oft schwer?

Wenn es so einfach ist, gesund zu leben, warum handeln dann viele Menschen nicht danach? Die Antwort liegt in der Spannung zwischen kurzfristiger Bequemlichkeit und langfristigem Wohlbefinden. Unsere moderne Welt ist voller Verlockungen, die sofortige Befriedigung versprechen, z.B. das süße Dessert, die Couch statt des Laufschuhs, die "nur noch eine Folge" vor dem Bildschirm.

Dazu kommt: Unser Gehirn ist nicht gut darin, langfristige Konsequenzen gegen unmittelbare Bedürfnisse abzuwägen. Hinzu kommen oft tief verankerte Gewohnheiten, gesellschaftlicher Druck und manchmal auch emotionale Muster. Wir essen aus Stress, bewegen uns nicht aus Erschöpfung, obwohl beides den Teufelskreis verstärkt.

Der Weg zur Veränderung: Seien Sie geduldig und nachsichtig mit sich selbst. Veränderung braucht Zeit. Statt sich für "Schwäche" zu kritisieren, fragen Sie sich: Was brauche ich wirklich gerade? Was dient mir langfristig? Visualisieren Sie Ihre Zukunft: Wie wollen Sie sich in 10, 20 Jahren fühlen? Welche Lebensqualität wünschen Sie sich?

Früh hinschauen statt spät reagieren

Je weniger Zeit und Aufmerksamkeit Sie in Ihren Körper investieren, desto mehr Zeit und Geld werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit im fortgeschrittenen Altem für Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Rehabilitationsmaßnahmen aufwenden müssen. Viele Menschen ändern erst etwas, wenn sie einen Schuss vor dem Bug kriegen, zum Beispiel einen Herzinfarkt. Erst dann wird der Körper wahrgenommen und Aufmerksamkeit und Priorität für Gesundheitsmaßnahmen steigen.

Es gilt Warnsignale des Körpers frühzeitig zu erkennen, Stress abzubauen und Burnout zu verhindern. Neben einem gesundheitsbewussten Verhalten ist auch ein regelmäßiges Check Up wichtig, so dass mögliche Erkrankungen frühzeitig behandelt werden können.

Zusätzlich wichtig für ein langes, gesundes Leben:

       Starke soziale Beziehungen pflegen – Freunde und Familie geben Sinn und Schutz vor Einsamkeit.

       Krafttraining einbauen: Es erhält Muskeln, Knochen und Stoffwechsel.

       Gute Schlafhygiene: Fester Rhythmus, dunkler Raum, keine Bildschirme vor dem Bettgehen.

Apps und Wearables

Heute unterstützen smarte Tools Millionen Menschen: Fitness-Tracker (z. B. Apple Watch, Fitbit, Garmin) oder Apps (MyFitnessPal, Strava, Calm) messen Schritte, Herzfrequenz, Schlaf und Stress. Mit KI geben sie personalisierte Tipps: "Du brauchst mehr Erholung" oder "Heute ist ein guter Tag für ein Workout". Sie machen Fortschritte sichtbar, motivieren durch Challenges und helfen, Gewohnheiten aufzubauen.

Chancen:

       Mehr Bewusstsein für Bewegung, Schlaf, Herzfrequenz, Stress

       Motivation durch Visualisierung und kleine Ziele

       Langfristige Daten helfen, Muster zu erkennen

Grenzen:

       Zahlen ersetzen kein Körpergefühl und keine Intuition

       Zu viel Tracking kann selbst zu Stress und Zwang werden

       Apps sind Werkzeuge – sie ersetzen weder professionelle Beratung noch Ihre Eigenverantwortung

Die wichtigste Messgröße bleibt immer Ihr subjektives Empfinden: Wie ist Ihre Energie? Wie fühlt sich Ihr Wohlbefinden an? Welche Lebensfreude spüren Sie?

Resümee: Gesund leben ist einfacher, als es scheint. Mit Grundwissen, Disziplin und den richtigen Tools überwinden Sie den inneren Schweinehund – und gewinnen Energie, Freiheit und Jahre hinzu.

Selbsteinschätzung

Wie glücklich sind Sie mit Ihrem Körper? Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und spüren Sie in sich hinein. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen inspirieren:

       Ich nehme meinen Körper für wichtig.

       Ich halte mich durch regelmäßiges Training fit.

       Ich ernähre mich bewusst und gesund.

       Ich fühle mich müde oder krank. Mir fehlt es oft an Energie.

       Ich bin mit meinem Aussehen zufrieden.

       Ich respektiere die Grenzen meines Körpers.

       Ich gönne mir genügend Schlaf.

       Ich gehe regelmäßig zur Vorsorge.

       Ich entspanne mich regelmäßig (Autogenes Training, Meditation).

       Ich bin mit meinem Gewicht zufrieden.

Wie schätzen Sie die Situation in Bezug auf Ihren Körper zusammenfassend ein:

       Ich fühle mich fit und leistungsstark.

       Ich bin mit meinem Körper und meinem Aussehen zufrieden.

Was kann ich tun?

Sport & Bewegung

Sie sollten sich an fünf Tagen pro Woche mindestens 30 Minuten moderat bewegen ein (z. B. Walken + Kraftübungen), jeweils mindestens zehn Minuten am Stück. Das hilft, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken. Wollen Sie aber fitter werden oder auch abnehmen, brauchen Sie zusätzliches Muskel- oder Ausdauertraining.

Tipps:

       Planen Sie Ihre Fitnessübungen in Ihrem Wochenplan fest ein (siehe dazu auch Lebensrad-Thema "Zeit") und führen Sie diese dann auch durch, auch gegen andere wichtige Termine und gegen Ihren inneren Schweinehund.

       Melden Sie sich in einem Fitnessstudio an. Die Kosten für ein Jahresabonnement werden Sie motivieren, das Studio auch regelmäßig zu besuchen.

       Suchen Sie sich Mitstreiter. Durch Gruppendruck bleibt man eher bei der Stange und gemeinsam macht Sport mehr Spaß.

       Finden Sie, was Ihnen Freude macht: Nicht jeder liebt Joggen. Probieren Sie verschiedene Sportarten aus – Tanzen, Klettern, Schwimmen, Kampfsport.

       Nutzen Sie die Werkzeuge "Tages Tracker" und "Tagebuch" der App. Der Tages Tracker erinnert Sie an Ihre täglichen Routinen. So wird offensichtlich, ob Sie Ihren Plan auch einhalten. Führen Sie ein Trainingstagebuch. Damit analysieren Sie, was Ihnen guttut, und was weniger. Schreiben Sie positive Erlebnisse auf.

Ernährung

Überdenken Sie Ihr Essverhalten. Lassen Sie sich durch unbewusste Glaubenssätze leiten, die heute vielleicht nicht mehr sinnvoll sind, wie "Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt" oder "Der Teller wird immer leer gegessen". Nutzen Sie dafür das Werkzeug "Glaubenssätze". Vielleicht kompensieren Sie durch Essen aber auch irgendwelche Frustgefühle. Es gilt, alte Gewohnheiten über Bord zu werfen und durch ein bewussteres Essverhalten wieder die natürliche Sättigung zu spüren.

Praktische Tipps:

       Essen Sie vollwertig: Viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte und Fisch. Wenig verarbeitete Produkte, Süßigkeiten und rotes Fleisch.

       Essen Sie achtsam: Nehmen Sie sich Zeit, essen Sie ohne Ablenkung (kein Smartphone, kein Fernseher). Kauen Sie gründlich und genießen Sie bewusst.

       Hören Sie auf Ihre Sättigung: Essen Sie, bis Sie angenehm satt sind – nicht, bis Sie übervoll sind. Es ist in Ordnung, etwas übrig zu lassen.

       Berechnen Sie Ihren BMI: Ein Body-Mass-Index zwischen 18,5 und 25 gilt als gesund. Streben Sie Normalgewicht an.

       Kalorienbewusstsein ohne Zwang: Eine Faustregel für den täglichen Kalorienbedarf: Körpergewicht (kg) × 30. Oder nutzen Sie Online-Rechner (z. B. Mifflin-St. Jeor-Formel). Für nachhaltiges Abnehmen reduzieren Sie täglich etwa 300–500 Kalorien und erhöhen gleichzeitig Ihre Bewegung. Vergessen Sie Crash-Diäten – sie führen meist zum Jo-Jo-Effekt.

Drogen & Suchtmittel

Jeder weiß, dass Rauchen die Gesundheit massiv schädigt – Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vorzeitiges Altern. Auch übermäßiger Alkoholkonsum schadet Leber, Gehirn und Psyche. Bei gesunden Erwachsenen gilt ein kleines Glas Wein oder Bier pro Tag als vertretbar – weniger ist jedoch besser.

Wenn bereits eine Abhängigkeit besteht, ist professionelle Hilfe entscheidend. Suchterkrankungen sind keine Charakterschwäche, sondern behandlungsbedürftige Erkrankungen. Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung zu suchen – bei Ihrem Hausarzt, Suchtberatungsstellen oder Selbsthilfegruppen.

Stress & Entspannung

Beobachten Sie sich selbst: Setzen Sie sich unnötig unter Druck – beim Autofahren, in Warteschlangen, bei der Arbeit? Chronischer Stress schadet dem Körper massiv (Bluthochdruck, geschwächtes Immunsystem, Burnout).

Praktische Tipps:

       Zeitmanagement: Organisieren Sie Arbeit und Erholung bewusst (siehe Lebensrad-Thema "Zeit").

       Entspannungstechniken: Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga, Meditation oder einfache Atemübungen helfen, Gelassenheit und innere Ruhe zurückzugewinnen.

       Pausen einplanen: Auch kurze Pausen im Alltag – fünf Minuten bewusstes Atmen, ein kurzer Spaziergang – wirken Wunder.

       Grenzen setzen: Lernen Sie, Nein zu sagen – zu übermäßigen Verpflichtungen, zu anderen und manchmal auch zu sich selbst.

Beispiele für Vorsätze

Formulieren Sie Ihre Ziele positiv und visualisieren Sie, wie Ihr Leben aussehen wird, wenn Sie sie erreicht haben. Wie fühlen Sie sich? Was hat sich verändert?

       "Ich laufe dreimal pro Woche 30 Minuten und steigere meine Fitness und mein Wohlbefinden spürbar."

       "Ich nehme in den nächsten 6 Monaten 5 kg ab und fühle mich dadurch leichter und energiegeladener."

       "Ich höre mit dem Rauchen auf und gewinne dadurch Lebensqualität, Atemfreiheit und Gesundheit."

       "Ich schlafe täglich 8 Stunden und wache erholter und konzentrierter auf."

       "Ich praktiziere täglich 10 Minuten Meditation und finde dadurch mehr innere Ruhe."

Literatur und Links

       Netdoktor – Gesundheit: Link

       10 Tipps für ein gesundes, langes Leben: Link

       WHO-Leitlinien zu körperlicher Aktivität und sitzendem Verhalten: Link

       Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Link

       Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Link



Liebe

Partnerschaft, Sex

Liebe kann man nicht planen, sie passiert einfach!

Verliebtheit, Liebe, Sexualität und Partnerschaft weben ein feines, berührendes Geflecht. Es formt unser Denken, unser Fühlen, unser Handeln und letztlich unser Bild von uns selbst und der Welt um uns herum. Stellen Sie sich vor: Ein Blick, ein Lächeln, und plötzlich fühlt sich alles lebendiger an. Doch was steckt wirklich dahinter?

Verliebtheit - der Zauber des Anfangs

Verliebtheit ist ein magischer Ausnahmezustand. Sie fühlt sich an wie ein inneres Aufblühen: euphorisch, sinnlich, intensiv. Gedanken kreisen um den anderen Menschen, Zweifel treten in den Hintergrund, Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Wir sehen nicht nur den anderen in rosigem Licht. Wir sehen auch uns selbst neu.

Wenn wir uns verlieben verändern sich unser Selbstbild und unser Weltbild teils dramatisch (siehe Lebensrad Themen: "Selbstbild", "Weltanschauung"). Die Welt erscheint bunter, hoffnungsvoller, voller Versprechen.

Biologisch betrachtet ist Verliebtheit ein kraftvoller Impulsgeber. Ein komplexer Hormoncocktail verstärkt Bindungswünsche, Nähe und sexuelle Lust. Der Verstand tritt vorübergehend in den Hintergrund und wir tauchen ein in diesen Rausch.

Nach einiger Zeit - oft nach wenigen Monaten - verändert sich dieser Zustand ganz natürlich. Die rosa Brille wird durchsichtiger. Wir erkennen den anderen klarer, realistischer. Dann zeigt sich, ob aus Verliebtheit Liebe wachsen kann, oder ob sie wie ein Traum vergeht, der uns bereichert, aber nicht bleibt.

Sich zu verlieben bedeutet noch nicht, die Liebe gefunden zu haben. Verliebtheit kann der Anfang sein. Sie kann aber auch eine Projektion bleiben, eine Sehnsucht, die wir in den anderen hineinlegen.

Liebe - Tiefe statt Rausch

Liebe ist eine tiefe, tragende Verbindung zu einem anderen Menschen und vor allem zu sich selbst. Sie berührt uns in der Seele, gibt Halt in stürmischen Zeiten und lässt uns wachsen. Zur Liebe gehören drei zentrale Dimensionen (nach Triangular Theory of Love von Robert Sternberg):

       Leidenschaft: Emotionale und sexuelle Anziehung, Lebendigkeit, Begehren – das Feuer, das uns lebendig macht und uns einander immer wieder neu entdecken lässt.

       Intimität: Nähe, Vertrauen, Offenheit, emotionale Sicherheit – das sanfte Band, das uns verbindet.

       Bindung: Verlässlichkeit, Fürsorge, gemeinsame Geschichte und Zukunft – der Anker, der uns durch das Leben trägt.

Wenn alle drei Dimensionen zusammenkommen, entsteht nach Sternberg die "vollkommene Liebe". Doch das ist kein starrer Zustand, sondern ein lebendiges Zusammenspiel, das sich immer wieder neu ausbalancieren will.

Die vielen Gesichter der Liebe

Unsere Vorstellungen von Liebe sind individuell geprägt, beeinflusst durch Kultur, Erziehung und persönliche Erfahrungen. Der Psychologe Lee (1980) fand durch Analysen sechs verschiedene "Stile der Liebe":

       Romantische Liebe - wird in vielen Filmen und Romanen thematisiert. Ihre Merkmale sind Leidenschaft und sexuelle Zuneigung.

       Freundschaftliche Liebe - die Partner teilen gemeinsame Interessen und Gewohnheiten. Es gibt viele Übereinstimmungen und eine gute Kommunikationsbasis. Die Intensität der Leidenschaft ist nicht besonders hoch.

       Altruistische Liebe - ein Partner steckt die eigenen Wünsche und Ziele ständig zugunsten des anderen zurück. Sie ist von Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit gekennzeichnet.

       Besitzergreifende Liebe - der Partner wird zum absoluten Lebensmittelpunkt. Die geliebte Person erscheint perfekt und man kann sich nicht vorstellen, ohne sie zu leben. Die Partner gehen abwechselnd durch Höhen und Tiefen. Eifersucht spielt eine große Rolle. Die Beziehung ist instabil und von Misstrauen, Klammern und Kontrolle geprägt.

       Spielerische Liebe - ist geprägt durch das Ausleben sexueller Freiheit. Gesucht werden Affären und nicht wirklich eine langfristige Bindung. Oft unterhält man mehrere Beziehungen gleichzeitig.

       Pragmatische Liebe - die Partnerschaft beruht auf einer pragmatischen Entscheidung und wird als sinnvoll und zweckmäßig angesehen. Leidenschaft tritt zurück, dafür stehen gemeinsame Ziele und Werte im Vordergrund.

Keiner dieser Stile ist "richtig" oder "falsch" – aber es hilft ungemein, den eigenen Stil zu kennen und zu verstehen, wie er mit dem des Partners harmoniert oder reibt.

Die Realität jenseits der Romantik

Viele von uns tragen eine romantische Idealvorstellung in sich: die große, ewige Liebe, die alles überdauert. Doch die Realität ist oft beweglicher, nuancierter. Beziehungen verändern sich, Bedürfnisse wandeln sich. Liebe will gepflegt werden, durch Gespräche, kleine Gesten der Zuneigung und die Bereitschaft, gemeinsam zu wachsen.

Bleiben wichtige Bedürfnisse unerfüllt, wie z.B. nach Nähe, Anerkennung, Sexualität, Sicherheit oder Verständnis, kann sich Liebe in Enttäuschung, Distanz oder sogar Ablehnung verwandeln. Denken Sie an Momente, in denen ein einfaches "Ich verstehe dich" alles verändert hat.

Liebe in der modernen Welt

In der heutigen Zeit beeinflussen Technologie und gesellschaftliche Veränderungen unsere Art zu lieben: Dating-Apps machen Begegnungen einfacher und öffnen neue Möglichkeiten, können aber auch zu einer "Konsumhaltung" führen. Social Media kann Vergleiche und Eifersucht schüren, aber auch Verbindungen über Distanzen hinweg vertiefen. KI-Coaches werfen neue Fragen auf, was Intimität bedeutet.

Liebe kennt viele Formen – von monogamen Partnerschaften über polyamore Beziehungen bis zu LGBTQ+-Partnerschaften, von Fernbeziehungen bis zu bewusst gewähltem Single-Leben. Entscheidend ist nicht die Form, sondern gegenseitiger Respekt, klares Einvernehmen und echte Freude aneinander.

Selbstliebe - das Fundament von allem

Ohne Selbstliebe, die Akzeptanz und Wertschätzung unserer Stärken und Schwächen, können wir kaum gesunde, erfüllende Beziehungen aufbauen. Wie können wir lieben und uns lieben lassen, wenn wir uns selbst als nicht liebenswert empfinden?

Frühe Erfahrungen, Traumata oder unsichere Bindungsstile prägen uns tief. Doch wir sind ihnen nicht hilflos ausgeliefert. Achtsamkeit, Selbstreflexion, Therapie oder Coaching können helfen, alte Muster zu erkennen und heilsame neue Wege zu gehen – hin zu einem sichereren, liebevolleren Umgang mit uns selbst und anderen.

Selbstliebe ist kein Egoismus, sondern die Grundlage für echte Beziehungsfähigkeit. Sie erlaubt uns, Grenzen zu setzen, Bedürfnisse zu äußern und gleichzeitig offen und großzügig zu sein.

Sexualität - Energiequelle oder Konfliktfeld

Sexualität ist eine lebenslange Kraft, die uns auf vielen Ebenen berührt - körperlich, emotional, spirituell. Für manche ist sie untrennbar mit tiefer Liebe verbunden, für andere genussvoll davon losgelöst. Entscheidend ist nicht die "richtige" Haltung, sondern die bewusste, ehrliche Auseinandersetzung damit, mit sich selbst und mit dem Partner.

In Partnerschaften verändert sich sexuelle Spannung häufig mit der Zeit. Gewöhnung, Stress, Lebensphasen oder unausgesprochene Konflikte können Nähe dämpfen. Wie Paare damit umgehen, entscheidet darüber, ob Sexualität verbindend wirkt - oder trennend.

Sexualität braucht Kommunikation, Neugier und Erlaubnis zur Veränderung. Sonst droht der Gewöhnungseffekt, und der Reiz sucht sich neue Wege, wie in Seitensprüngen.

Partnerschaft

Die meisten Menschen sehnen sich nach einer dauerhaften, erfüllenden Partnerschaft. Doch Liebe allein trägt selten langfristig. Stabile, glückliche Beziehungen beruhen auch auf:

       Grundvorstellungen und Lebensplanung: Ähnliche Erwartungen, z. B. zu Kindern, Arbeitsteilung oder Karriere.

       Gemeinsame Interessen: Hobbys, die die Bindung stärken und Freude teilen.

       Religion und Werte: Geteilte Überzeugungen als stabiles Fundament.

       Persönlichkeitsmerkmale: Kompatibilität, z. B. in Treue oder Ordnungsliebe, um Konflikte zu minimieren.

       Sexuelle Anziehung: Passende Bedürfnisse und Vorlieben, die sich entwickeln dürfen.

Die Balance finden

In der Partnerschaft ist Rücksichtnahme auf sich und den anderen essenziell. Finden Sie die Balance zwischen Toleranz, Akzeptanz und Vergebung einerseits sowie Selbstbehauptung und gesundem Egoismus andererseits.

Beziehungskrisen und Phasen der Unzufriedenheit sind normal. Sie gehören zum Leben einer Partnerschaft dazu und laden zur Weiterentwicklung ein, auch wenn sie sich zunächst bedrohlich anfühlen. Äußere Umstände wie Jobverlust, Krankheit, der Auszug der Kinder oder ein Umzug fordern Anpassung und stellen die Beziehung auf die Probe.

Wenn Trennung die bessere Wahl ist

Eine andauernde Beziehung ist harte Arbeit und erfordert eine hohe Kompetenz in den Bereichen Kommunikation und Konfliktlösung bei beiden Partnern.

Viele Paare raufen sich zusammen und leben so mehr schlecht als recht nebeneinander her. Das geschieht oft mit dem Gefühl, am wahren Leben, an der wahren Liebe und am wahren Glück vorbei gegangen zu sein.

Eine Trennung bzw. Scheidung ist dann für das persönliche Glück beider meist besser, als eine unglückliche Partnerschaft dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Resümee: Liebe ist eine der stärksten Kräfte unseres Lebens. Sie kann uns öffnen, verbinden und wachsen lassen. Sie kann uns aber auch verletzlich machen, verstricken oder erschöpfen.

Selbsteinschätzung

Wie glücklich sind Sie mit Ihrem Liebesleben? Spüren Sie Ihren Handlungsbedarf auf. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen inspirieren:

Beziehungsqualität:

       Wir haben viele gemeinsame Interessen und Aktivitäten.

       Unsere Zukunftspläne und Lebensziele passen gut zusammen.

       Ich bin überzeugt, dass mein Partner und ich auch schwierige Krisen gemeinsam bewältigen können.

       Ich vertraue meinem Partner zutiefst.

       Wir haben viel Spaß zusammen und können herzlich miteinander lachen.

       Wir verbringen bewusst und gerne Zeit miteinander.

       Wir geben einander Freiraum für eigene Interessen und Freundschaften.

       Wir stimmen in wichtigen Geldangelegenheiten überein oder finden gute Kompromisse.

Warnsignale:

       Ich kann mir nicht mehr vorstellen, mit meinem Partner auf Dauer zusammenzuleben.

       Unser Sexualleben ist dauerhaft unbefriedigend.

       Ich gehe fremd oder habe den starken Wunsch danach.

       Wir reden kaum noch miteinander oder nur noch über Organisatorisches.

       Ich fühle mich in der Beziehung nicht gesehen oder wertgeschätzt.

Wie schätzen Sie Ihre Situation zur Liebe/Partnerschaft zusammenfassend ein:

       Ich liebe meinen Partner.

       Ich führe eine lebendige, dynamische Beziehung.

       Ich bin mit meinem Sexualleben zufrieden.

Was kann ich tun?

Es gibt Tausende von Beziehungsratgebern und Expertentipps zum Thema Liebe und Partnerschaft. Aber eine Erfolgsformel für eine dauerhafte Liebesbeziehung gibt es jedoch nicht. Das folgende gibt ein paar Hinweise auf Erprobtes, was nachweislich hilft.

Kommunikation

Viele Partnerschaften scheitern, weil die Partner zu wenig oder falsch kommunizieren und ihrem Partner ihre Wünsche und Gedanken nicht mitteilen können.

Nach John Gottman stehen die "apokalyptischen Reiter" für Kommunikationssünden, die Partnerschaft ruinieren und zur Trennung führen können:

       Kritik: Schuldzuweisungen und Anklagen, generelle Verurteilung des Partners.

       Abwehr / Rechtfertigung: Verteidigung wertet Kritik ab. Kontern mit Vorwürfen.

       Verachtung und Geringschätzung: durch Zynismus und Spott. Absichtliche Verletzungen.

       Rückzug: Demonstration von Gleichgültigkeit.

       Machtdemonstration: Durchsetzen des eigenen Willens. Keine Kompromissbereitschaft.

Was stattdessen hilft:

       Ich-Botschaften statt Du-Vorwürfe ("Ich fühle mich...", nicht "Du bist immer...").

       Aktives Zuhören: Wirklich verstehen wollen, was der andere meint.

       Wertschätzung ausdrücken: Das Positive benennen, nicht nur Kritik.

       Konfliktpausen: Bei Eskalation innehalten und später weitersprechen.

       Regelmäßige Beziehungsgespräche: Nicht nur über Alltag, sondern über Gefühle, Wünsche, Träume.

Viele Partnerschaftsratgeber geben Tipps, wie man die Kommunikation verbessern kann. Siehe dazu Literatur / Links.

Paartherapie

Bei starken Beziehungsproblemen kann eine Paartherapie helfen.

Der Paartherapeut hilft dabei in einem neutralen Rahmen, über Enttäuschungen, Erwartungen und Ängste zu sprechen. Der Therapeut versucht mit dem Paar, die Problembereiche herauszuarbeiten und gemeinsame Therapieziele zu formulieren. Manchmal ist es auch ein Therapieziel, herauszufinden, ob man zusammenbleiben oder sich trennen will.

Beispiele für Vorsätze und Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Definieren Sie Vorsätze und Aufgaben, z.B.:

       Regelmäßig Zeit nehmen für ein Partnerschaftsgespräch.

       Ehrlich prüfen, ob diese Beziehung mir noch guttut oder ob es Zeit für Veränderung ist.

       Mit meinem Partner eine Paarberatung aufsuchen.

       Bindungsstile reflektieren und Selbstliebe üben.

       Über unsere sexuellen Wünsche und Bedürfnisse offen sprechen.

       Gemeinsam ein neues Hobby oder Projekt starten.

Literatur / Links

       Richard David Precht: Liebe: Ein unordentliches Gefühl. Link zu Amazon: Link

       Kommunikation in der Beziehung verbessern: 10 Tipps: Link

       Liebewohl: Link

       PAL - Partnerschaft und Beziehung: Link

       John Alan Lee. Link zu Wikipedia: Link

       John Gottman. Link zu Wikipedia: Link



Beziehungen

Familie, Freunde

Die Familie und ein Netzwerk von Freunden sind die Quellen für persönliches Glück und Lebensqualität.

Gute Beziehungen sind das Fundament für persönliches Glück und Lebensqualität. Sie nähren unsere Seele, geben unserem Leben Sinn und begleiten uns durch Höhen und Tiefen.

Als soziale Wesen, die seit Urzeiten in Gruppen überlebt haben, sehnen wir uns nach echter Verbindung. Familie und Freunde sind oft die tiefsten Quellen unseres Glücks. Sie geben unserem Leben Sinn, Halt und Freude. Gleichzeitig können Beziehungen auch herausfordernd sein und uns vor Wachstumsaufgaben stellen.

In diesem Überblick erkunden wir, warum Beziehungen so essenziell sind und wie Sie Ihre Bindungen bewusst gestalten können. Reflektieren Sie, pflegen Sie und wachsen Sie an Ihren Beziehungen.

Zwischenmenschliche Beziehungen: Grundbedürfnis und täglicher Begleiter

Beziehungen gehören zu unseren grundlegendsten Bedürfnissen. Sie prägen unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen. Sie müssen gepflegt werden wie ein Garten: Mit Aufmerksamkeit blühen sie auf, bei Vernachlässigung welken sie ein. Sie können uns mit Freude erfüllen, aber auch anstrengend oder belastend sein.

Manchmal scheitern Beziehungen an fehlendem Vertrauen, Missverständnissen oder ungelösten Konflikten. Doch hier liegt auch eine Chance: Jede Beziehung ist ein Spiegel, der uns zeigt, wer wir sind und wer wir werden können. In jeder Begegnung liegt die Möglichkeit zu lernen, zu wachsen und uns weiterzuentwickeln.

Die wichtigsten Beziehungen umfassen Familie, Freunde, Partnerschaften und berufliche Kontakte. In unserer globalisierten, digitalisierten Welt werden sie vielfältiger und komplexer: Fernbeziehungen, virtuelle Treffen, internationale Freundschaften und diverse Familienmodelle sind heute selbstverständlich und eröffnen uns wunderbare neue Möglichkeiten der Verbindung.

Familie: Sicherheit, Liebe und Konflikte

Für viele steht die Familie an erster Stelle – sie spendet Geborgenheit und Sinn. Hier erleben wir Sicherheit, ziehen Kinder groß, teilen Rituale, Feste und gegenseitige Unterstützung in schwierigen Zeiten wie Krankheit oder Pflege.

Jede Familie hat ihren einzigartigen Charakter, geprägt von Werten, Regeln, Traditionen und dem erweiterten Kreis aus Großeltern, Verwandten und dem Umfeld (z. B. Gemeinde, Schule, Arbeit). Familie gibt uns das Gefühl von Zugehörigkeit und Kontinuität – wir wissen, woher wir kommen.

Die Realität von Familie hat sich gewandelt und ist bunter geworden: Neben traditionellen Familienmodellen gibt es Patchwork-Familien, nichteheliche Lebensgemeinschaften, Alleinerziehende, Regenbogenfamilien und Wahlfamilien. Diese Vielfalt macht Beziehungen zwar manchmal fragiler, aber auch reicher und individueller. Jedes Modell hat seine eigenen Stärken und Herausforderungen.

Familiäre Bindungen sind in der Regel verlässlich, doch oft konfliktbeladen – Intrigen, Gewalt, Missbrauch oder Abhängigkeiten können zu lebenslangen Narben führen. Fühlen Sie sich in Ihrer Familie frei und geliebt? Oder lasten alte Wunden schwer?

Freunde: Gewählte Familie und emotionale Stütze

Im Gegensatz zur Familie wählen wir unsere Freunde selbst. Das macht sie besonders wertvoll. Durchschnittlich haben Menschen 1–2 beste Freunde, 5 enge und 15 lockere Bekannte. Ein wahrer Freund ist Vertrauter, Helfer, Ratgeber und loyaler Begleiter, der Ihre Privatsphäre respektiert und Sie so akzeptiert, wie Sie sind.

Freundschaften sind oft von sehr intensiverer Bindung und überdauern nicht selten Ehen und Familienbünde. Freunde sind immer für einander da. Besonders in Krisensituationen fallen wir immer wieder auf unsere Freunde zurück. Sie helfen, geben Rat und öffnen uns mit konstruktiver Kritik die Augen.

Eine gute Freundschaft beinhaltet ein gesundes Geben und Nehmen. Freundschaften funktionieren gut, wenn es um emotionale Unterstützung geht." Schwieriger wird es allerdings, wenn Zeit und Arbeitskraft nachgefragt werden. Häufig gehen Freundschaften in die Brüche, wenn es ums Geld geht.

Freundschaften haben in den letzten Jahren durch die immer größer werdende Gruppe der Singles einen ganz neuen Stellenwert erhalten. In den Sozialen-Netzwerken im Internet besteht heute die Möglichkeit, mit seinen Bekannten und Freunden regelmäßig in Kontakt zu bleiben und neue Freundschaften zu finden oder alte Freunde wieder zu entdecken.

Partnerschaften

Romantische Beziehungen bringen Leidenschaft, Intimität und tiefe Verbundenheit in unser Leben. Sie fordern jedoch auch Kommunikation, Kompromissbereitschaft und die Fähigkeit, Konflikte konstruktiv zu lösen. In einer Ära von Dating-Apps und großer Auswahl können Beziehungen flüchtig sein – doch gerade tiefe, langfristige Partnerschaften stärken unser Selbstwertgefühl und geben uns emotionale Sicherheit.

Siehe dazu auch das Lebensrad-Thema: "Liebe".

Berufliche Beziehungen

Wir verbringen einen großen Teil unseres Lebens mit Kollegen, Vorgesetzten, Mitarbeitern oder Geschäftspartnern. Diese beruflichen Kontakte beeinflussen unser tägliches Wohlbefinden erheblich:

       Positive, wertschätzende Teams motivieren uns, fördern unsere Entwicklung und machen die Arbeit zu einem Ort, an dem wir gerne sind.

       Mentoren und Vorbilder können uns entscheidend weiterbringen und neue Perspektiven eröffnen.

       Berufliche Netzwerke öffnen Türen, bieten Unterstützung und können zu echten Freundschaften führen.

       Toxische Arbeitsumfelder hingegen können zu chronischem Stress, Erschöpfung und Burnout führen.

Tipp: Investieren Sie bewusst in gute berufliche Beziehungen. Zeigen Sie Wertschätzung, bieten Sie Unterstützung an und pflegen Sie auch außerhalb der unmittelbaren Arbeitssituation den Kontakt zu Menschen, die Sie inspirieren.

Die Beziehung zu sich selbst: Das Fundament aller Beziehungen

Bevor wir erfüllende Beziehungen zu anderen aufbauen können, brauchen wir eine gesunde Beziehung zu uns selbst. Selbstakzeptanz, Selbstmitgefühl und ein freundlicher innerer Dialog sind die Grundlage dafür, wie wir mit anderen in Kontakt treten.

Menschen, die sich selbst gut kennen, ihre Bedürfnisse ernst nehmen und liebevoll mit sich umgehen, können auch in Beziehungen klarer kommunizieren, gesunde Grenzen setzen und authentisch sein. Sie sind weniger abhängig von Bestätigung von außen und können anderen auf Augenhöhe begegnen.

Reflexion: Wie sprechen Sie mit sich selbst? Behandeln Sie sich so freundlich und geduldig, wie Sie es mit einem guten Freund tun würden?

Siehe dazu auch das Lebensrad-Thema: "Selbstbild".

Der Einfluss von Social Media: Chance und Gefahr

Heute prägen Plattformen wie Instagram, TikTok, WhatsApp, LinkedIn, Discord oder BeReal unsere Beziehungen massiv. Sie ermöglichen ständigen Kontakt über Kontinente hinweg, das Wiederfinden alter Freunde und das Knüpfen neuer Kontakte – etwa über Communities zu Hobbys, Berufsgruppen oder Support-Gruppen. Social Media hat Vernetzung revolutioniert: Singles finden Partner via Apps wie Tinder oder Bumble, Familien teilen Momente weltweit über Videoanrufe, und Menschen mit seltenen Interessen finden Gleichgesinnte.

Doch der Einfluss ist zweischneidig: Algorithmen schaffen Filterblasen, die die Vielfalt von Meinungen einschränken können. Vergleichsdruck durch perfekt inszenierte "Highlight-Reels" anderer verstärkt bei manchen das Gefühl von Einsamkeit – trotz Hunderten oder Tausenden digitaler "Freunde" fühlen sich Menschen isoliert (das "Paradox der digitalen Einsamkeit"). Cybermobbing, Desinformation oder exzessive Nutzung können Beziehungen belasten.

Tipp für digitale Balance: Nutzen Sie Social Media bewusst und mit Grenzen. Priorisieren Sie echte Treffen, wo immer möglich. Setzen Sie sich Zeitlimits für die Nutzung. Schaffen Sie bewusst Momente ohne Bildschirm, z.B. beim Essen, vor dem Schlafengehen, bei Treffen mit Freunden. Pflegen Sie Offline-Bindungen aktiv.

Die Pandemie hat gezeigt, wie wertvoll virtuelle Tools wie Zoom sein können – aber nichts ersetzt auf Dauer die persönliche, physische Nähe und ein echtes Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

Resümee: Gute Beziehungen machen glücklich, schlechte Beziehungen machen Kummer und Sorgen. Es ist wichtig, das Beziehungs-Netzwerk aus Familienmitgliedern und Freunden aufrechtzuerhalten und zu pflegen. Unstimmigkeiten sollten baldmöglichst ausgeräumt werden. Beziehungen, die Energie abziehen, sollte man überprüfen und tunlichst lösen.

Selbsteinschätzung

Wie glücklich sind Sie in Ihrem Beziehungsnetzwerk? Spüren Sie Ihren Handlungsbedarf auf. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen inspirieren:

Familie:

       Mein Familienleben verläuft weitgehend friedlich und harmonisch.

       Ich fühle mich in der Familie frei, akzeptiert und nicht eingeengt.

       Ich nehme meine Rolle (z.B. Elternteil, Kind, Geschwister) in der Familie gerne wahr.

       Ich habe mich mit Familienmitgliedern überworfen und leide darunter.

       Ich kann in meiner Familie ich selbst sein.

Freundschaften:

       Ich habe mehrere wirklich gute Freunde.

       Ich kann mich auf meine Freunde verlassen – und sie auf mich.

       Ich halte regelmäßigen, aktiven Kontakt zu meinen engsten Freunden.

       Es fällt mir leicht, neue Bekanntschaften zu schließen.

       Ich investiere Zeit und Energie in meine Freundschaften.

       Ich fühle mich manchmal einsam und vermisse tiefere Verbindungen.

Allgemein:

       Ich halte regelmäßigen Kontakt zu den Menschen, die mir wichtig sind.

       Ich fühle mich in meinen Beziehungen gesehen und wertgeschätzt.

       Ich spreche Konflikte zeitnah und konstruktiv an.

       Ich setze gesunde Grenzen, wenn nötig.

       Meine Beziehungen geben mir mehr Energie, als sie mir nehmen.

Wie schätzen Sie Ihre Beziehungen zusammenfassend ein:

       Ich lebe glücklich und in Frieden mit den Mitgliedern meiner Familie.

       Ich habe ein paar wirklich gute Freunde auf die ich zählen kann und mit denen ich regelmäßig Kontakt halte.

Was kann ich tun?

Viele Menschen leiden unter ungelösten Konflikten, die u.a. auf Beziehungen zurückgehen. Dies kann zu psychischen Störungen aller Art führen. In schweren Fällen kann es notwendig sein, eine geeignete Psycho-Therapie in Anspruch zu nehmen. Für die Selbsthilfe bieten sich die folgenden Techniken an:

Beziehungsanalyse

Werfen Sie einen kritischen Blick auf Ihr Beziehungsnetzwerk. Erstellen Sie eine Liste der Personen, zu denen Sie in Beziehung stehen, Familienmitgliedern, Freunden, Kollegen, Partner, usw. Dazu bietet Ihnen die App das Werkzeug "Beziehungsanalyse".

 

Name

Verhältnis

Wichtigkeit

Bewertung

Maßnahmen

Max

Freund

Sehr hoch

bereichernd, vertrauensvoll

regelmäßig Kontakt halten

Lisa

Kollegin

mittel

anregend, manchmal anstrengend

klare berufliche Grenzen

Hans, Inge

Eltern

hoch

zwiespältig, alte Konflikte

klärendes Gespräch suchen

Sarah

Freundin

hoch

unterstützend, aber zu wenig Kontakt

mehr Zeit einplanen

 

Überlegen Sie, welche dieser Personen einen positiven oder negativen Einfluss auf Sie haben. Zum Beispiel:

       Gibt Ihnen die Beziehung Energie oder zieht sie Energie ab?

       Fühlen Sie sich in dieser Beziehung respektiert und wertgeschätzt?

       Übt die Person Autorität oder Kontrolle über Sie aus?

       Ist die Beziehung einseitig oder beidseitig ausgewogen?

       Gibt es Situationen, in denen Sie sich in Gegenwart der Person unwohl fühlen?

       Gibt es ungelöste Konflikte mit der Person?

Überlegen Sie, welche konkreten Schritte Sie aus der Analyse ableiten möchten:

       Mehr Zeit für wichtige, positive Beziehungen einplanen.

       Regelmäßige Rituale etablieren (z.B. wöchentlicher Anruf, monatliches Treffen).

       Wertschätzung aktiv ausdrücken – sagen Sie den Menschen, wie wichtig sie Ihnen sind.

       Den Kontakt zu einem aus den Augen verlorenen Freund wieder herstellen.

       Ein klärendes Gespräch mit jemandem suchen, mit dem es Spannungen gibt.

       Grenzen setzen bei Beziehungen, die Energie rauben.

       Eine toxische Beziehung beenden (wenn nötig mit professioneller Unterstützung).

Tipps zur Kommunikation

Zwischenmenschliche Kommunikation ist ein sehr komplexes Thema. Wir kommunizieren sowohl verbal als auch non-verbal (Gestik, Mimik, Tonfall, Körpersprache usw.). In unserer Kommunikation geht es vordergründig um die Sache. Hintergründig schwingen aber sowohl Erwartungen als auch unsere innere Einstellung bezüglich unseres Gegenübers mit.

Immer wieder führt die zwischenmenschliche Kommunikation zu Missverständnissen. Man meint, der andere müsste doch genau wissen was man meint. Hat unser Gegenüber aber ein anderes Weltbild (siehe Thema: Weltanschauung) oder einen ganz anderen gedanklichen Kontext, redet man oft aneinander vorbei, ohne es zu merken.

Grundregeln für konstruktive Kommunikation:

1. Aktiv Zuhören

       Seien Sie ein geduldiger, präsenter Zuhörer.

       Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden – unterbrechen Sie nicht.

       Versuchen Sie wirklich zu verstehen: seine Position, Meinung, Bedürfnisse und Gefühle.

       Zeigen Sie Respekt und echte Wertschätzung.

       Fassen Sie das Gehörte in eigenen Worten zusammen, um Missverständnisse zu vermeiden.

2. Klare, ehrliche Aussagen

       Drücken Sie sich klar, einfach und verständlich aus.

       Sprechen Sie Unklarheiten und Unstimmigkeiten offen, aber respektvoll an.

       Schildern Sie ehrlich Ihre eigenen Empfindungen und Gefühle.

       Nutzen Sie "Ich-Botschaften" statt Vorwürfe: "Ich fühle mich..." statt "Du machst immer...".

       Bleiben Sie bei konkreten Situationen statt zu verallgemeinern ("immer", "nie").

       Nennen Sie auch das, was Sie sich wünschen, nicht nur das, was stört.

3. Keine destruktive Kritik

       Vermeiden Sie auf jeden Fall Kränkungen, Beschimpfungen und Unterstellungen.

       Verzichten Sie auf destruktive Kritik und verächtliche Bemerkungen.

       Wenn Sie angegriffen werden, schlagen Sie nicht zurück – das eskaliert die Situation nur.

       Machen Sie eine Pause, wenn die Emotionen zu hochkochen.

       Bleiben Sie bei sich selbst und wahren Sie Ihre Würde.

4. Win-Win-Lösungen anstreben

       Versuchen Sie nicht, als "Sieger" aus dem Gespräch zu gehen.

       Suchen Sie stattdessen nach Lösungen, mit denen beide Seiten zufrieden sein können.

       Seien Sie bereit zu Kompromissen, ohne Ihre Kernbedürfnisse aufzugeben.

       Fragen Sie: "Wie können wir das so lösen, dass es für uns beide passt?".

5. Zeitpunkt und Ort wählen

       Führen Sie wichtige Gespräche nicht zwischen Tür und Angel.

       Wählen Sie einen ruhigen Moment, wenn beide emotional aufnahmebereit sind.

       Vermeiden Sie Gespräche, wenn einer von Ihnen erschöpft, wütend oder gestresst ist.

6. Wertschätzung zeigen

       Beginnen Sie Gespräche mit etwas Positivem.

       Erkennen Sie an, was gut läuft.

       Danken Sie für das, was die andere Person beiträgt.

       Zeigen Sie Verständnis für die Perspektive des anderen, auch wenn Sie nicht einverstanden sind.

       Kleine Gesten der Wertschätzung im Alltag stärken die Beziehung nachhaltig.

Denken Sie daran: Gute Kommunikation ist eine Fähigkeit, die man lernen und immer weiter verbessern kann. Seien Sie geduldig mit sich und anderen – niemand ist perfekt.

Neue Freunde finden: Eine erlernbare Kunst

Für viele Menschen ist es nicht einfach, neue Freunde zu finden – aber es ist eine wertvolle Fähigkeit, die Sie Schritt für Schritt entwickeln können. Der Schlüssel liegt in:

       Offenheit: Seien Sie aufmerksam für Menschen um Sie herum und offen für neue Begegnungen.

       Authentizität: Zeigen Sie sich, wie Sie wirklich sind – das zieht die richtigen Menschen an.

       Mut: Überwinden Sie die anfängliche Scheu und gehen Sie aktiv auf andere zu.

       Geduld: Echte Freundschaften brauchen Zeit zum Wachsen.

       Gemeinsame Interessen: Hobbys, Sport, Ehrenamt, Kurse oder Clubs sind ideale Brücken für neue Freundschaften.

Tipp: Beginnen Sie mit kleinen Schritten – ein Lächeln, ein Gespräch beim Kaffee, eine Einladung zu einer gemeinsamen Aktivität. Freundschaft entsteht durch regelmäßige, positive Begegnungen.

Beispiele für Vorsätze und Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Wollen Sie etwas verändern? Beispiel für Vorsätze und Aufgaben:

       Meine engsten Freunde mindestens einmal im Monat kontaktieren (Anruf, Treffen, persönliche Nachricht)

       Einen aus den Augen verlorenen Freund wieder ansprechen und zum Kaffee einladen

       Bei sozialen Netzwerken (z.B. LinkedIn, Facebook, Instagram) nach alten Freunden suchen oder neue Kontakte knüpfen

       Ein klärendes, versöhnendes Gespräch mit einem zerstrittenen Familienmitglied suchen

       Ein neues Hobby beginnen, um Gleichgesinnte kennenzulernen (Sportverein, Chor, Kochkurs, Buchclub)

       Einen Kommunikations-Workshop oder ein Seminar zu gewaltfreier Kommunikation besuchen

       Meine Social-Media-Zeit auf maximal 30 Minuten pro Tag begrenzen

       Einmal pro Woche ein handyfreies, echtes Treffen mit Freunden oder Familie organisieren

       Bei einer Beziehung, die mir nicht guttut, klare Grenzen setzen oder professionelle Unterstützung suchen

Denken Sie daran: Kleine, kontinuierliche Schritte sind wirksamer als große, unerreichbare Pläne. Wählen Sie 1–2 Vorsätze aus, die Ihnen wirklich am Herzen liegen, und beginnen Sie diese Woche damit.

Literatur / Links

       Harriet Braiker: Giftige Beziehungen - Wenn andere uns krank machen. Link zu Amazon: Link

       Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP): Link

        David Brooks: The Social Animal (für tiefere Einblicke in soziale Dynamiken): Link

       BetterHelp: Netzwerk an qualifizierten und erfahrenen psychologischen Beratern: Link



Hilfsbereitschaft

Altruismus, Selbstlosigkeit

Anderen zu helfen, macht Freude und macht uns selbst glücklicher und zufriedener.

Hilfsbereitschaft ist eine der schönsten Eigenschaften des Menschen. Sie verbindet uns, schenkt Sinn und weckt tiefe Freude. In diesem Überblick erkunden wir, was Hilfsbereitschaft bedeutet, ihre Wurzeln und wie Sie sie in Ihrem Leben ausbalancieren können. Denken Sie über Ihre eigene Hilfsbereitschaft nach und wagen Sie erste Schritte, die Ihr Herz berühren.

Was bedeutet Hilfsbereitschaft

Hilfsbereitschaft umfasst das ganze Spektrum von gelegentlicher Unterstützung bis hin zu selbstlosem Altruismus. Während Egoismus das eigene Wohl in den Mittelpunkt stellt, zielt Altruismus auf das uneigennützige Helfen ab – ohne die Erwartung einer Gegenleistung.

Der Drang zum selbstlosen Helfen ist tief in unserer menschlichen Natur verwurzelt. Studien zeigen, dass Menschen, die anderen helfen, mit Glücksgefühlen und tiefer Zufriedenheit belohnt werden. Unser Gehirn schüttet dabei Botenstoffe aus, die uns guttun. Hilfsbereitschaft ist also nicht nur moralisch wertvoll, sondern auch psychologisch heilsam.

Die wenigsten Menschen helfen aber völlig selbstlos und ohne Eigennutz. Häufig helfen wir nur, um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen, um als Gutmensch dazustehen oder um "in den Himmel zu kommen". Der Grad unserer Hilfsbereitschaft wird von unserem sozialen, religiösen und gesellschaftlichen Umfeld und dessen Überzeugungen mitbestimmt.

Warum helfen Menschen?

Die Motive für Hilfsbereitschaft sind vielfältig und zutiefst menschlich:

       Aus moralischer Verpflichtung, Mitleid oder Nächstenliebe – denken Sie an den warmen Schauer, wenn Sie jemandem in Not beistehen.

       Als Lebensaufgabe, um dem eigenen Dasein Sinn zu geben und Leere zu füllen.

       Weil ihre Religion es fordert und ein Gefühl der Erfüllung schenkt.

       In Erwartung auf Gegenhilfe, falls Sie selbst einmal brauchen.

       Zur Stärkung des Selbstwertgefühls. Hilfsbereitschaft lässt uns spüren, dass wir wertvoll und wirksam sind.

       Auf der Suche nach Gemeinschaft und Geselligkeit, die das Leben bereichert.

Die gesellschaftliche Bedeutung von Hilfsbereitschaft

Ohne die permanente Hilfsbereitschaft unzähliger Menschen würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Millionen von Menschen engagieren sich ehrenamtlich und machen damit Dinge möglich, die unbezahlbar sind.

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, durch Einsatz von Arbeit, Zeit und Energie aktiv zu werden, oder finanziell Hilfe zu leisten, wie zum Beispiel:

       Nachbarschaftshilfe und persönliche Unterstützung im direkten Umfeld.

       Katastrophenhilfe nach Unwettern, Überschwemmungen oder anderen Notlagen.

       Engagement im Tier-, Umwelt- und Naturschutz.

       Ehrenamtliche Arbeit in Sportvereinen, Kultureinrichtungen und sozialen Projekten.

       Betreuung von Kindern, Jugendlichen, älteren oder geflüchteten Menschen.

       Politisches und gesellschaftliches Engagement auf lokaler Ebene.

       Finanzielle Unterstützung durch Spenden.

Jede Form der Hilfe zählt – ob Sie Zeit, Energie, Fähigkeiten oder finanzielle Mittel einbringen. Wichtig ist, dass Sie eine Form finden, die zu Ihnen passt.

Das Helfersyndrom vermeiden

Wichtig ist, das richtige Maß zu finden, damit Hilfsbereitschaft nicht zur Last wird. Ein Helfersyndrom entsteht, wenn Sie Ihre eigenen seelischen und körperlichen Bedürfnisse komplett unterordnen, die Interessen des Hilfsbedürftigen ignorieren und Hilfe aufzwingen. Betroffene haben oft ein schwaches Selbstbewusstsein (siehe Thema: Selbstbewusstsein) und kleben an ihrer Helferrolle; es droht, dass Helfen zur Sucht wird. Spüren Sie die Warnsignale: Erschöpfung, Frustration oder das Gefühl, unentbehrlich zu sein.

Resümee: Streben Sie nach einem ausgewogenen Maß an selbstloser Hilfe, unabhängig von Lob oder Gegenhilfe. Das macht Sie am glücklichsten und lässt Sie spüren, wie bereichernd wahre Hilfsbereitschaft ist.

Selbsteinschätzung

Bewerten Sie Ihre Hilfsbereitschaft. Spüren Sie Ihren Handlungsbedarf auf. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen inspirieren:

       Bin ich wirklich ein hilfsbereiter Mensch?

       Wann habe ich das letzte Mal jemandem geholfen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten?

       Wann habe ich mich zuletzt darum gekümmert, ob es jemanden schlecht geht?

       Wann habe ich mich zuletzt ehrenamtlich engagiert?

       Spende ich einen Teil meines Einkommens und ist der Teil angemessen?

Helfersyndrom erkennen:

       Fällt es mir schwer, "Nein" zu sagen, wenn jemand um Hilfe bittet?

       Beziehe ich mein Selbstwertgefühl daraus, anderen zu helfen?

       Dränge ich anderen meine Hilfe auf?

       Vernachlässige ich durch die Hilfe meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche?

       Erwarte ich Dankbarkeit und Anerkennung für meine Hilfe?

Wie schätzen Sie Ihre Hilfsbereitschaft zusammenfassend ein:

       Ich bin ein hilfsbereiter Mensch.

       Ich stelle einen Teil meiner Zeit und meines Geldes anderen Menschen uneigennützig zur Verfügung.

Was kann ich tun?

Die Möglichkeiten zum Helfen sind nahezu unbegrenzt und teils auch unübersichtlich z.B. bei Wohlfahrtsverbänden, Kulturstätten, sozialen Einrichtungen, Schulen, Kindergärten, Kirche, Umweltschutzorganisationen usw.

Wollen Sie als Freiwilliger tätig werden oder ein Ehrenamt übernehmen, dann überlegen Sie sich:

       Welche Themen liegen mir am Herzen? (Bildung, Umwelt, Soziales, Kultur, Sport...).

       Mit welchen Menschen arbeite ich gerne zusammen? (Kinder, Jugendliche, Ältere, Menschen in Krisen...).

       Wie viel Zeit und Energie kann ich realistisch investieren?

       Möchte ich mich lieber langfristig binden oder zunächst projektbezogen helfen?

       Welche Fähigkeiten könnte ich einbringen?

Wo Sie Unterstützung finden:

       Freiwilligenagenturen in Ihrer Stadt oder Gemeinde beraten Sie kostenlos.

       Wohlfahrtsverbände (Caritas, Diakonie, AWO, DRK, Paritätischer).

       Online-Plattformen wie betterplace.org, gut-fuer-muenchen.de oder vostel.de.

       Direkte Anfrage bei Organisationen, die Sie interessieren.

Wollen Sie Geld spenden, überlegen Sie sich, welches Thema Sie unterstützen wollen und suchen Sie sich eine renommierte Hilfsorganisation.

Beispiele für Vorsätze / Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Was möchten Sie verändern? Beispiele für konkrete Vorsätze und Aufgaben:

       In meinem Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft fragen, ob jemand Hilfe benötigt.

       Einen alten Menschen in der Nachbarschaft regelmäßig besuchen.

       Lernschwachen Kindern Nachhilfe erteilen.

       Eine Patenschaft für ein Kind in einem Entwicklungsland übernehmen.

       Einen bestimmten Teil meines Gehalts an gemeinnützige Organisationen spenden.

       Ein Ehrenamt in einer gemeinnützigen Organisation übernehmen.

Literatur / Links

       Richard David Precht: Die Kunst, kein Egoist zu sein - Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält. Link zu Amazon: Link

       Robert Waldinger, Marc Schulz: The Good Life ... und wie es gelingen kann: Erkenntnisse aus der weltweit längsten Studie über ein erfülltes Leben. Link zu Amazon: Link

       Hilfsorganisationen: Link

       DZI Spendenberatung: Link

       BMI - Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement: Link

       Betterplace: Link



Vision                                       

Lebensmotto

Vision - Ihr Kompass für ein erfülltes Leben

Die Vision ist der Kompass für Ihr Leben. Erfolgreiche Menschen haben eine klare Vision –eine bildhafte, emotionale Vorstellung ihrer Zukunft – stets vor Augen. Diese Vision (auch Leitbild, Lebensmotto oder im Englischen Mission Statement genannt) drückt aus, was Ihnen wirklich wichtig ist und was Sie in Ihrem Leben erreichen möchten. Sie umfasst Ihre tiefsten Hoffnungen und Träume und zeigt Wege auf, wie diese Wirklichkeit werden können. Sie gibt Antworten auf zentrale Fragen wie:

       Was ist mir am wichtigsten?

       Was gibt meinem Leben Sinn?

       Was will ich in meinem Leben sein, tun und erleben?

       Wofür wäre ich bereit, alles zu opfern?

Warum eine Vision so wichtig ist

Ohne Vision reagieren wir auf das Leben. Mit Vision gestalten wir es.

Viele Menschen funktionieren jahrelang und werden dabei getrieben von Erwartungen, Pflichten und Umständen. Sie haben vielleicht Wünsche, aber kein klares inneres Bild. Und ohne dieses Bild fehlt die emotionale Energie, dranzubleiben, wenn es schwierig wird.

Eine Vision dagegen:

       gibt Orientierung in unsicheren Zeiten,

       hilft bei schwierigen Entscheidungen,

       verbindet Ihren Alltag mit tieferem Sinn,

       macht Ihre Motivation dauerhaft und selbsttragend,

       verleiht Ihnen Kraft in Momenten des Zweifels.

Was eine gute Vision auszeichnet

Wer sein Leben aktiv gestaltet, schafft eine lebendige Vision – ein inspirierendes Bild der Zukunft. Diese sollte schriftlich festgehalten werden und folgende Merkmale aufweisen:

       Langfristig angelegt: Sie blickt über den Alltag hinaus und gibt Ihrem Leben Richtung.

       Übergeordnete Perspektive: Sie steht über kurzfristigen Zielen und Trends.

       Grundsätzliche Gültigkeit: Sie behält ihren Wert, auch wenn sich Umstände ändern.

       Ganzheitlich: Sie berücksichtigt materielle und immaterielle Aspekte – von Beziehungen über Gesundheit bis zu beruflicher Erfüllung.

       Orientierung: Sie dient als innerer Kompass, um Träume und Wünsche zu verwirklichen.

Eine Vision entfaltet ihre Kraft nur, wenn Sie sie regelmäßig betrachten und ernst nehmen. Ihre aktuellen Ziele müssen damit im Einklang stehen, sonst verlieren diese bei den ersten Hindernissen an Schwung. Es kann Zeit brauchen, bis Ihre Vision perfekt passt- Prüfen Sie sie alle sechs Monate und passen Sie sie bei Bedarf an. Halten Sie sie kurz und prägnant: Ideal sind 10 bis 15 Sätze.

Resümee: Erarbeiten Sie eine attraktive Vision, die nicht quantifizierbar ist und zeitlich offen bleibt. So können Sie sie sofort leben – im Hier und Jetzt – und Ihr Leben so genießen, wie Sie es sich erträumen.

Selbsteinschätzung

Denken Sie über Ihre Vision nach. Haben Sie Antworten auf folgende Fragen parat?

       Was ist mein Lebenstraum?

       Worin liegt für mich der Sinn meines Lebens?

       Was möchte ich gerne sein?

       Wie und wo finde ich Kraft, Liebe, Geborgenheit?

       Welche innere Haltung will ich entwickeln (z.B. selbstbewusster, optimistischer, gelassener sein, etc.)?

       Wie kann ich dazu meine persönlichen Begabungen nutzen?

       Welches ist meine Rolle in der Gesellschaft?

       Welche Rollen möchte ich gut ausfüllen (z.B. ein guter Vater sein)?

       Was möchten ich gerne tun (Beruf, Reisen, Familie oder Geschäft gründen etc.)? Was sind meine Ziele und Pläne dazu?

       Was möchte ich besitzen (Eigentum, Finanzen, Familie, Firma etc.)?

       Wofür möchte ich mich engagieren und meinen Beitrag leisten?

       Was möchte ich in 10 Jahren erreicht haben?

Wie schätzen Sie Ihre Situation bezüglich Ihrer Vision / Lebensmotto zusammenfassend ein:

       Ich habe eine lebendige Vorstellung davon, wie mein Leben in der Zukunft aussehen sollte und habe diese Vorstellung schriftlich oder bildlich niedergelegt.

Was kann ich tun?

Die Erstellung einer persönlichen Vision erfordert Zeit und innere Ruhe. Wenn Sie sich darauf einlassen, kann es ein sehr spannender Prozess in Ihrer persönlichen Entwicklung sein. Es können sich daraus grundlegende Erkenntnisse und Verhaltensänderungen für Sie ergeben.

Vision entwickeln - Schritt für Schritt

       Vorbereitung und Reflexion: Finden Sie einen ruhigen Ort ohne Ablenkungen. Überlegen Sie:

-      Was sind meine Kernwerte? (z. B. Freiheit, Familie, Kreativität, Ehrlichkeit)

-      Was sind meine Leidenschaften? Wofür brenne ich?

-      Was sind meine Stärken? Worin bin ich besonders gut?

-      Was macht mich stolz? Worin sehe ich Sinn?

-      Welche Rollen (als Partner, Elternteil, Freund, in der Gesellschaft) will ich erfüllen?

Notieren Sie Ihre Gedanken und suchen Sie nach Mustern. Was zieht sich wie ein roter Faden durch Ihre Antworten?

       Zeithorizont definieren: Entscheiden Sie, ob Ihre Vision langfristig (z. B. 10–20 Jahre) oder offen ist. Stellen Sie sich vor, wie Ihr Leben in dieser Zukunft aussieht. Wie fühlt es sich an? Was tun Sie? Mit wem sind Sie zusammen?

       Emotionale Kernfragen beantworten: Schreiben Sie ehrliche, tiefe Antworten auf Fragen wie:

-      Was ist mein wahrer Lebenstraum?

-      Wofür würde ich alles geben?

-      Wo finde ich Kraft, Liebe und Geborgenheit?

-      Was würde ich bereuen, wenn ich es nicht versucht hätte?

       Entwurf formulieren: Sammeln Sie Ihre Ideen zu 10–15 prägnanten Sätzen. Achten Sie darauf, dass Ihre Vision:

-      Positiv formuliert ist (beschreiben Sie, was Sie wollen, nicht was Sie vermeiden wollen).

-      Im Präsens steht (z. B. "Ich lebe frei und selbstbestimmt", nicht "Ich will leben...").

-      Emotional ansprechend ist (sie soll Sie berühren und begeistern).

-      Ganzheitlich ist (Beruf, Beziehungen, Gesundheit, persönliche Entwicklung, Beitrag zur Gesellschaft).

-      Nicht quantifizierbar ist (das sind Ziele; fokussieren Sie auf das "Warum" und "Wie").

       Überprüfen und verfeinern: Lesen Sie Ihren Entwurf laut vor. Fühlt er sich richtig an? Passen Sie ihn an, bis er inspiriert.

       Visualisieren und leben:

-      Schreiben Sie Ihre Vision in der App im Werkzeug "Vision" auf.

-      Erstellen Sie ein "Vision Board" mit Bildern, Zitaten und Symbolen, die Ihre Vision repräsentieren – das macht sie greifbar und sichtbar.

-      Platzieren Sie es dort, wo Sie es täglich sehen.

-      Lesen Sie Ihre Vision regelmäßig (mindestens einmal pro Woche).

-      Richten Sie Ihre konkreten Ziele und Entscheidungen danach aus.

-      Überprüfen Sie alle sechs Monate, ob Ihre Vision noch stimmig ist.

Techniken zur Visionsfindung

Es gibt verschiedene Techniken, um seine persönliche Vision zu finden. Diese Übungen wecken Emotionen und helfen, Ihre Kernwerte zu entdecken.

       Der 80. Geburtstag: Eine Technik ist, dass man sich seinen 80. Geburtstag vorstellt, an dem alle Lieben, Freunde und Bekannte aus Ihrem Leben zusammenkommen, um Sie zu ehren. Was würden Sie sich wünschen, dass diese Menschen über Sie sagen? An welche Ihrer Charaktereigenschaften sollten sie sich erinnern? Welche Ihrer Leistungen und Beiträge sollte man loben? Von welchen wichtigen Einflüssen sollten diese Menschen berichten, die Sie auf diese Menschen ausgeübt haben?

       Die eigene Beerdigung: Eine andere, etwas makabre Technik ist, sich seine eigene Beerdigung vorzustellen und zu visualisieren. Was möchten Sie dort in den Reden über sich hören?
Diese Übung mag ungewöhnlich erscheinen, bringt aber oft erstaunlich klare Erkenntnisse über das, was wirklich zählt.

       Die 20-Minuten-Methode (nach Steve Pavlina):

-      Schreiben Sie oben auf ein leeres Blatt: "Was ist mein wahres Lebensziel?"

-      Notieren Sie jede Antwort, die Ihnen einfällt – auch wenn sie absurd, unvollständig oder widersprüchlich erscheint.

-      Schreiben Sie kontinuierlich weiter, ohne zu bewerten oder zu zensieren.

-      Wiederholen Sie dies, bis eine Antwort Sie emotional trifft (z. B. Tränen auslöst oder ein tiefes Gefühl von "Ja, genau das ist es!" hervorruft).

-      Ignorieren Sie falsche Antworten aus dem Verstand; warten Sie auf die intuitive, echte Antwort.

Diese Methode klärt mentale Blockaden und führt oft überraschend schnell zum Kern. Tipp: Bei Widerstand nehmen Sie eine kurze Pause, atmen tief und fahren dann fort.

Typische Sätze einer Vision

Hier einige Beispiele, wie Vision-Sätze klingen können:

       Ich möchte frei und selbstbestimmt leben.

       Ich lebe frei, bewusst und in Verbindung mit mir selbst.

       Ich gestalte Beziehungen, die von Vertrauen und Liebe geprägt sind.

       Ich nutze meine Fähigkeiten, um Sinnvolles zu bewirken.

       Ich gehe mutig meinen Weg – auch wenn er nicht perfekt ist.

       Ich möchte stets ein guter Vater / eine gute Mutter sein.

       Ich möchte Kinder haben und aufziehen, auf die ich stolz sein kann.

       Ich möchte meine Träume verwirklichen.

       Ich möchte finanziell unabhängig sein.

       Ich sorge für meine Ausbildung, damit ich einen sicheren Arbeitsplatz habe und meine Familie emotional und finanziell unterstützen kann.

Visionen berühmter Persönlichkeiten

Mahatma Gandhi: "Ich werde niemanden auf Erden fürchten. Ich werde nur Gott fürchten. Ich werde niemandem Böses wollen. Ich werde mich keiner Ungerechtigkeit beugen. Ich werde die Unwahrheit mit Wahrheit überwinden. Und im Widerstand gegen die Unwahrheit werde ich alles Leiden ertragen."

Elon Musk: "Wenn etwas wichtig genug ist, solltest du es versuchen, selbst wenn das wahrscheinliche Ergebnis ein Scheitern ist." (Ergänzt durch Teslas Vision: "Den Übergang der Welt zu nachhaltiger Energie beschleunigen.")

Bertolt Brecht: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."

Walt Disney: "Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen."

Beispiele für Vorsätze und Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Wollen Sie Ihre Vision erstellen, dokumentieren oder aktualisieren? Definieren Sie Vorsätze und Aufgaben, z.B.:

       Ich nehme mir einen Tag (oder ein Wochenende) Auszeit, um intensiv über meine Vision und deren Realisierung nachzudenken.

       Ich schreibe meine Vision in den nächsten zwei Wochen nieder und halte sie im Werkzeug "Vision" fest.

       Ich mache mir klar, welche Schritte ich in Richtung meiner Vision bereits erreicht habe (um Motivation zu tanken).

       Ich erstelle ein Vision Board und hänge es an einem gut sichtbaren Ort auf.

       Ich richte meine aktuellen Ziele an meiner Vision aus und überprüfe, ob sie im Einklang stehen.

       Ich trage mir einen festen Termin in sechs Monaten in den Kalender ein, um meine Vision zu überprüfen und ggf. anzupassen.

Literatur / Links

       Stephen R. Covey: Der Weg zum Wesentlichen - Der Klassiker des Zeitmanagements (siehe Kapitel: So entwickeln Sie Ihr persönliches Leitbild). Link zu Amazon: Link

       Stephen R. Covey: Die 7 Wege zur Effektivität - Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg. Link zu Amazon: Link

       Harald Welzer: Nachruf auf mich selbst (Die Kultur des Aufhörens, Kapitel III). Link zu Amazon: Link

       Lebensmotto: 80 Sprüche! So finden Sie Ihren Leitgedanken. Link

       8 Steps to Write Your Personal Mission Statement: Link

       Steve Pavlina - How to Discover Your Life Purpose in About 20 Minutes: Link

       Use A Personal Vision Statement To Guide Your Life: Link



Weltanschauung

Werte, Glaubenssätze

Jeder Mensch macht sich sein eigenes Bild von der Welt.

Ihre Weltanschauung beschreibt, wie Sie die Welt sehen, wie Sie sich selbst darin verorten und wie Sie andere Menschen wahrnehmen. Sie beeinflusst, was Sie für wahr, richtig und wichtig halten, wie Sie Entscheidungen treffen, Beziehungen gestalten und mit Herausforderungen umgehen.

Ihre Weltanschauung prägt Ihre Persönlichkeit durch Ihre Einstellungen, Wertvorstellungen, Glaubenssätze, Überzeugungen und Ihr Verhalten.

Sie beantwortet, oft unbewusst, Fragen wie:

       Was ist für mich richtig oder falsch?

       Wem oder was vertraue ich?

       Woran glaube ich?

       Was gibt meinem Leben Sinn und Orientierung?

Sich der eigenen Weltanschauung bewusst zu werden, ist ein zentraler Schritt zu mehr Klarheit, Selbstwirksamkeit und innerer Freiheit.

Wie entsteht die Weltanschauung?

Ihre Weltanschauung entwickelt sich von früher Kindheit an. Sie wächst mit Ihren Erfahrungen, Ihrem Wissen, Ihren Erlebnissen, Ihren Erfolgen und Enttäuschungen. Geprägt wird sie unter anderem durch Einflüsse aus:

       Wissenschaft, Philosophie und Bildung

       Kultur, Gesellschaft und Medien (klassische Medien, soziale Netzwerke, digitale Informationsquellen)

       Wirtschaft und Ökologie

       Religionen und Spiritualität (z. B. Christentum, Islam, Buddhismus, Judentum, aber auch säkulare Weltanschauungen)

       Politischen Systemen und Ideologien (z. B. Humanismus, Demokratie, Liberalismus, Kapitalismus, Sozialismus)

All diese Einflüsse formen Ihr inneres Koordinatensystem, oft schleichend und unbemerkt. Die gute Nachricht: Sie können diesen Prozess bewusst gestalten und aktiv mitbestimmen, welche Einflüsse Sie prägen möchten.

Weltanschauung und zwischenmenschliche Beziehungen

Ihre Weltanschauung spielt eine zentrale Rolle in der Kommunikation mit anderen Menschen. Teilen zwei Menschen ähnliche Überzeugungen und Werte, entsteht oft schnell ein Gefühl von Nähe und Verständnis. Aussagen werden leichter akzeptiert, Unterschiede seltener hinterfragt.

Unterscheiden sich Weltanschauungen hingegen stark, kann es zu Missverständnissen, Reibungen, Konflikten oder sogar Ablehnung kommen. Deshalb fühlen wir uns meist zu Menschen hingezogen, die ähnliche Werte, Überzeugungen oder politische Haltungen haben wie wir selbst.

Orientierung – und mögliche Enge

Eine klare Weltanschauung kann Halt geben. Sie vermittelt Orientierung, Sicherheit und Stabilität. Sie hilft, sich nicht im Übermaß an Informationen, Meinungen und Möglichkeiten zu verlieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Gleichzeitig kann eine zu starre Weltanschauung zur Begrenzung werden. Wenn Überzeugungen nicht mehr hinterfragt werden, besteht die Gefahr, neue Chancen nicht zu erkennen, andere Perspektiven abzuwerten oder sich innerlich zu verhärten.

Menschen mit sehr festen, unverrückbaren persönlichen, politischen oder religiösen Überzeugungen laufen Gefahr, sich von anderen abzugrenzen – bis hin zu Intoleranz oder fundamentalem Denken.

Eine offene, reflektierte Weltanschauung hingegen fördert Flexibilität, Lernfähigkeit und persönliche Entwicklung. Sie gibt Ihnen die Freiheit, Ihre Überzeugungen an neue Erkenntnisse anzupassen, ohne Ihre Werte aufzugeben.

Wandel und Neuorientierung

Weltanschauungen sind nicht statisch. Sie können sich im Laufe des Lebens verändern - manchmal langsam, manchmal abrupt. Persönliche Krisen, tiefgreifende Erfahrungen, gesellschaftliche Umbrüche oder politische Ereignisse können das eigene Weltbild ins Wanken bringen.

Solche Phasen sind zwar herausfordernd, aber sie sind auch eine große Chance zur bewussten Neuausrichtung. Sie bieten die Möglichkeit, sich von überholten Überzeugungen zu lösen und eine authentischere, für Sie passendere Weltanschauung zu entwickeln.

Veränderung ist nicht das Ende von Stabilität – sie ist der Beginn von Wachstum.

Zwei zentrale Bausteine Ihrer Weltanschauung

Zwei wesentliche Bausteine der persönlichen Weltanschauung sind Werte und Glaubenssätze.

1. Werte

Werte sind die inneren Prinzipien, an denen Sie Ihr Leben ausrichten. Sie beeinflussen Ihr Handeln, Ihre Entscheidungen und Ihre Prioritäten.

Typische Werte sind z. B. Ehrlichkeit, Vertrauen, Freiheit, Sicherheit, Mitgefühl, Leistung oder Verantwortung.

Jeder Mensch besitzt ein persönliches Wertesystem, auch dann, wenn es ihm nicht bewusst ist. Dieses System festigt sich meist im Jugendalter. Veränderungen sind möglich, erfordern jedoch bewusste Reflexion und oft innere Arbeit.

Eine klare Wertehierarchie erleichtert Entscheidungen und trägt maßgeblich zu Zufriedenheit und innerer Stimmigkeit bei, insbesondere dann, wenn Sie im Einklang mit Ihren Werten leben.

Wenn Ihr Handeln Ihren Werten entspricht, erleben Sie Authentizität und inneren Frieden. Wenn beides in Konflikt gerät, entstehen Unzufriedenheit und innere Zerrissenheit.

2. Glaubenssätze

Glaubenssätze sind tiefe innere Überzeugungen darüber, wie die Welt funktioniert und wie Sie selbst "sind" oder "sein dürfen". Viele Glaubenssätze entstehen früh im Leben und werden unbewusst verankert. Andere entwickeln sich durch prägende Erlebnisse oder wiederholte Erfahrungen.

Glaubenssätze können sowohl positiv und fördernd, als auch negativ und einschränkend, sein.

       Beispiele für positive Glaubenssätze:

       Ich kann Neues lernen und mich weiterentwickeln.

       Fehler sind wertvolle Lernchancen.

       Ich verdiene es, meine Bedürfnisse zu äußern.

Beispiele für negative Glaubenssätze:

       Nur keine Schwäche zeigen.

       Ich mache immer alles falsch.

       Veränderungen sind gefährlich – ich bleibe lieber bei dem, was ich kenne.

       Wenn ich nein sage, mache ich mich unbeliebt.

Negative Glaubenssätze unreflektiert und jahrelang weiter zu übernehmen, kann zum echten Hindernis werden und einen Menschen seelisch beengen.

Glaubenssätze können einem bewusst oder unbewusst sein. Die unbewussten Glaubenssätze sind die, die einen Menschen am meisten einengen können, weil man sie nicht wahrnimmt und daher erst gar nicht auf die Idee kommt, sie zu hinterfragen.

Es ist schwer, Glaubenssätze zu verändern. Glaubenssätze wirken als Wahrnehmungsfilter. Dadurch fühlen wir uns durch Ereignisse, die unseren Glaubenssätzen entsprechen, immer wieder bestätigt, so dass sich unsere Glaubenssätze immer mehr verfestigen, weil andere Sichtweisen erst gar nicht durch den Wahrnehmungsfilter kommen. Diesen Kreislauf zu durchbrechen, erfordert bewusste Anstrengung, sie sich aber lohnt.

Das Bewusstwerden Ihrer Weltanschauung ist keine einmalige Übung, sondern ein fortlaufender Prozess der Selbsterkenntnis. Je klarer Sie sich über Ihre Werte und Glaubenssätze sind, desto bewusster können Sie Ihr Leben gestalten – authentisch, selbstbestimmt und im Einklang mit sich selbst.

Resümee: Ihre Weltanschauung ist zutiefst persönlich. Werte und Glaubenssätze sind individuell und können sich im Laufe eines Lebens wandeln. Der eigene Wertekanon wird durch zahlreiche Einflussfaktoren des alltäglichen Lebens beeinflusst.

Selbsteinschätzung

Bewerten Sie Ihre Weltanschauung. Spüren Sie Ihren Veränderungsbedarf auf. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen inspirieren:

Zu Ihrer Weltanschauung:

       Woher stammt eigentlich meine Weltanschauung? Kann ich sie in eigenen Worten beschreiben?

       Welche Teile davon sind wirklich meine eigenen und welche habe ich unreflektiert übernommen?

       Wo gibt mir meine Weltanschauung Orientierung? Welches Ziel verfolge ich damit?

       Würde ich für meine Weltanschauung einstehen, oder sind zu viele Elemente darin nicht authentisch für mich?

Zu Ihren Werten:

       Kenne ich meine wichtigsten Werte?

       Lebe ich im Einklang mit meinen Werten oder gibt es Diskrepanzen zwischen dem, was mir wichtig ist, und dem, wie ich lebe?

       Welche Werte leiten mich wirklich und welche habe ich nur übernommen, weil sie von mir erwartet wurden?

Zu Ihren Glaubenssätzen:

       Bin ich mir meiner Glaubenssätze bewusst?

       Habe ich das Gefühl, dass mich meine Glaubenssätze einengen?

       Gibt es Situationen, in denen ich immer wieder auf die gleiche Weise reagiere. Könnte ein Glaubenssatz dahinterstehen?

       Kann es sein, dass sich durch unbewusste Glaubenssätze bestimmte Muster in meinem Leben wiederholen?

Wie schätzen Sie Ihre Weltanschauung zusammenfassend ein:

       Ich kann meine persönliche Weltanschauung skizzieren.

       Ich lebe in Übereinstimmung mit meinen Werten.

       Ich lasse mich nicht von Glaubenssätzen einengen.

Was kann ich tun?

Es lohnt sich, die eigene Weltanschauung regelmäßig zu reflektieren. Neue Erkenntnisse über die Welt oder über sich selbst, können das Weltbild manchmal bereichern, manchmal sogar grundlegend verändern.

Skizzieren Sie Ihr persönliches Weltbild

Nehmen Sie sich Zeit, über Ihre derzeitige Weltanschauung nachzudenken. Schreiben Sie Ihre Gedanken auf. Das Aufschreiben macht Unbewusstes bewusst und hilft, Klarheit zu gewinnen.

Mögliche Reflexionsfragen:

       Was sind meine Grundüberzeugungen zum Sinn des Lebens?

       Was denke ich über Moral, Gerechtigkeit und Verantwortung?

       Welche Rolle spielen Spiritualität oder Religion in meinem Leben?

       Wie sehe ich die Gesellschaft, Politik und meine Rolle darin?

       Welche Bedeutung haben Kunst, Wissenschaft und Natur für mich?

       Was sind meine Überzeugungen zu Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Zukunft?

Überprüfen Sie Ihr persönliches Wertesystem.

Das persönliche Wertesystem ist zwar meist ziemlich gefestigt, es sollte aber kein starres System sein. Insbesondere in privaten oder beruflichen Krisenzeiten oder vor größeren Veränderungen sollten Sie Ihr Wertesystem überprüfen und neu bestätigen oder an veränderte Überzeugungen anpassen. Dadurch eröffnen sich Ihnen neue Perspektiven und Gestaltungsspielräume.

Die App bietet das Werkzeug "Werte". Damit können Sie aus einem Wertevorrat Ihre wichtigsten Werte auswählen und ordnen.

Praktische Schritte:

1.    Identifizieren Sie Ihre 8–10 wichtigsten Werte, die Sie privat und beruflich am meisten leiten.

2.    Bringen Sie diese in eine Rangfolge nach Wichtigkeit.

3.    Reflektieren Sie jeden Wert:

-      Basiert der Wert auf eigener Überzeugung oder habe ich ihn von Eltern, Vorbildern oder durch religiöse/schulische Prägung übernommen?

-      Steht der Wert in Konflikt mit anderen Werten in meiner Hierarchie?

-      Steht der Wert in Konflikt mit meinem tatsächlichen Leben? Trägt er zu meinen Erfolgen oder zu meinem Scheitern bei?

-      Welchen Preis zahle ich für das Festhalten an diesem Wert?

4.    Schreiben Sie zu jedem Wert einen kurzen Kommentar: In welchen Lebensbereichen verwirklichen Sie ihn? Welchen Nutzen bringt er? Welchen Preis zahlen Sie dafür?

5.    Passen Sie Ihre Wertehierarchie an: Entfernen Sie Werte, die Ihnen nicht mehr dienen, oder stufen Sie sie herunter.

Beispiele für Werte finden Sie im Werkzeug "Werte" oder hier:

Ehrlichkeit, Wahrheitsliebe, Freundschaft, Vertrauen, Treue, Loyalität, Fürsorge, Hilfsbereitschaft, Mitgefühl, Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Höflichkeit, Respekt, Mut, Zivilcourage, Pünktlichkeit, Zusagen einhalten, Individualität, Unabhängigkeit, Freiheit, Innovation, Offenheit, Eigenverantwortung, Flexibilität, Einfachheit, Gerechtigkeit, Sicherheit, Ordnung, Tradition, Klarheit, Rechtschaffenheit, Disziplin, Reichtum materieller, Machtstreben, Zielstrebigkeit, Selbstverwirklichung, Leistung, Bildung, Erfolg, Verantwortung, Bescheidenheit, Stabilität, Spontaneität, Toleranz, Zuwendung, Harmonie, Konsens, Fürsorge, Einfühlsamkeit, Nachhaltigkeit, Vergnügen.

Überprüfen Sie Ihre Glaubenssätze

Es gibt eine ganze Reihe von Techniken und Kursangeboten, um unbewusste Glaubenssätze aufzuspüren und negative Glaubenssätze durch positive zu ersetzen.

Die App bietet das Werkzeug "Glaubenssätze". Das Werkzeug hilft Ihnen dabei, Ihre Glaubenssätze zu dokumentieren und negative Glaubenssätze in positive umzuwandeln.

Mit der einer einfachen Technik mit 3 Schritten können Sie Ihre Glaubenssätze überprüfen und eventuell verändern.

Schritt 1: Machen Sie Ihre Glaubenssätze sichtbar

Überlegen Sie, was für Sie unumstößliche Wahrheiten sind, und dokumentieren Sie die zugehörigen Glaubenssätze. Versuchen Sie auch, unbewusste Glaubenssätze aufzuspüren.

Reflexionsfragen:

       Was sind meine bewussten Glaubenssätze?

       Habe ich das Gefühl, dass mich ein (möglicherweise noch unbewusster) Glaubenssatz einengt?

       Gibt es Situationen, in denen ich unbedingt recht haben muss? Welcher Glaubenssatz könnte dahinterstehen?

       Wiederholen sich bestimmte Ereignisse oder Muster in meinem Leben? Könnte ein unbewusster Glaubenssatz die Ursache sein?

       In welchen Situationen habe ich unangenehme Gefühle? Welche Glaubenssätze könnten dahinterstehen?

Beispiele für einschränkende Glaubenssätze:

       Wenn ich nein sage, mache ich mich unbeliebt.

       Nur attraktive Menschen sind erfolgreich.

       Jeder ist sich selbst am nächsten.

       Der Mensch findet kein wahres Glück im Diesseits.

       Ich muss perfekt sein, um geliebt zu werden.

       Veränderung bedeutet Gefahr.

Schritt 2: Lösen Sie einschränkende Glaubenssätze auf

Einschränkende Glaubenssätze können Sie auflösen, indem Sie diese anhand von Gegenbeispielen widerlegen und durch neue, stärkende Glaubenssätze ersetzen.

Wichtig: Formulieren Sie den neuen Glaubenssatz positiv. Also nicht: "Ich habe keine Angst mehr vor Menschen", sondern: "Ich gehe offen und selbstbewusst auf Menschen zu."

Schritt 3: Verankern Sie die neuen Glaubenssätze

Damit neue Glaubenssätze wirksam werden, müssen sie verankert werden. Fragen Sie sich:

       Welche konkreten Vorteile bringt mir dieser neue Glaubenssatz?

       Passt er wirklich zu dem, was mir wichtig ist?

       Steht er in Einklang mit meinen Werten?

       Welche positiven Auswirkungen hat er auf mein Handeln und Leben?

Visualisieren Sie Ihre Zukunft: Stellen Sie sich vor, wie sich Ihr Leben mit den neuen Glaubenssätzen verändert. Was wird sich in 1, 3, 5, 10 oder 20 Jahren verändert haben? Malen Sie sich diese positive Zukunft möglichst konkret und lebendig aus.

Beispiele für Vorsätze / Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Wollen Sie Ihre Weltanschauung korrigieren? Definieren Sie Vorsätze und Aufgaben, z.B.:

       Ich nehme einen halben Tag Auszeit, um meine Glaubenssätze zu hinterfragen.

       Ich nehme mir einen halben Tag Zeit, um meine Weltanschauung zu skizzieren.

       Ich arbeite das Werkzeug "Werte" durch und erstelle meine persönliche Wertehierarchie.

       Ich identifiziere einen einschränkenden Glaubenssatz und ersetze ihn durch einen förderlichen.

       Ich reflektiere einmal im Quartal meine Werte und Glaubenssätze.

Literatur / Links

       Weltanschauung bei Wikipedia: Link

       Negative Glaubenssätze – wie sie dich bremsen und wie du sie loswirst: Link

       Glaubenssätze verändern mit NLP. Link zu YouTube: Link

       Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit. Link zu Amazon: Link

Beispiele für unterschiedliche Weltanschauungen:

       Naturalistisches Weltbild: The Brights

       Humanistisches Weltbild: Giordano Bruno Stiftung

       Philosophisch begründete Weltanschauung: von Peter Möller

       Esoterische Weltanschauung: Die Violetten

       Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: http://www.ekd.de/ezw/Lexikon.php



Spiritualität

Sinnfragen, Glaube

Spiritualität kann helfen, Ihre Lebenskraft und Lebenszufriedenheit zu steigern.

Stellen Sie sich die Fragen:

       Wofür lebe ich eigentlich?

       Was gibt meinem Leben Tiefe und Sinn?

       Was trägt mich, wenn Sicherheiten wegbrechen?

Spiritualität beginnt oft genau hier – nicht als Antwort, sondern als Frage.

Spiritualität ist kein festes Konzept. Für manche Menschen ist sie eng mit Religion verbunden, für andere völlig unabhängig davon. Manche erleben Spiritualität als Verbindung zu etwas Größerem, andere als tiefe Verbindung zu sich selbst, zur Natur oder zum Leben an sich.

Spiritualität kann Ihre Lebenskraft und Lebenszufriedenheit steigern, indem sie Ihnen hilft, mit den großen Fragen des Lebens umzugehen. Für viele Menschen spielen spirituelle Suche, Sinnfragen und religiöser Glaube eine zentrale Rolle. Studien zeigen, dass spirituelle Menschen oft zufriedener und gesünder leben:

       Spiritualität spendet inneren Frieden und Trost und hilft, mit Ängsten fertig zu werden, besonders bei der Konfrontation mit dem Tod.

       In einer Gemeinschaft von Gleichgläubigen fühlen wir uns wohl und geborgen.

       Durch Praktiken wie Beten oder Meditation reduzieren sich Verspannungen und Stresshormone, was positive Effekte auf das Immunsystem und die Gesundheit hat.

       Der Glaube an ein Leben nach dem Tod ist für viele ein Weg, die Angst vor dem Tod zu bekämpfen. Es mystifiziert den Tod und nimmt ihm das Schreckliche.

Doch Spiritualität ist kein Allheilmittel. Eine intensive Auseinandersetzung mit Religion, Glaubensgemeinschaften oder Esoterik kann überfordern und zu persönlichen Krisen führen.

Sinnfragen - ein zutiefst menschliches Thema

Als Menschen, die über sich selbst reflektieren und ihre Endlichkeit erkennen, stellen wir uns fundamentale Fragen:

       Was ist der Sinn des Lebens?

       Woher komme ich, wohin gehe ich?

       Gibt es ein Leben nach dem Tode?

       Gibt es eine höhere Macht?

       Wie ist das Universum entstanden?

Weder Wissenschaft noch Philosophie liefern endgültige Antworten auf alle diese Fragen. Und doch suchen die meisten von uns nach Sinn in ihrem Handeln. Ohne diesen Sinn kann sich das Leben leer anfühlen, Kraft und Antrieb schwinden. Eine tiefe Sinnkrise kann sogar zu Depression führen.

Beispiele: Manche sehen den Sinn des Lebens in der Fortpflanzung, andere in einem glücklichen Leben, wieder andere darin, ein guter Mensch zu sein, um im Jenseits belohnt zu werden.

Religiosität - Halt, Orientierung und Reflexion

Für das Unerklärliche schufen Menschen Hypothesen, aus denen über 3.000 Religionen entstanden, von denen die meisten wieder verschwunden sind. Heute sind die verbreitetsten Religionen: Christentum (ca. 2,3 Milliarden Anhänger), Islam (ca. 2 Milliarden), Hinduismus (ca. 1,2 Milliarden), Buddhismus (ca. 500 Millionen) und Judentum (ca. 14 Millionen).

Religionen geben vorgefertigte Antworten auf die Sinnfragen. Sie basieren auf ganz bestimmten Lehren und Texten, die für alle Gläubigen verbindlich sind, z.B. im Christentum die Bibel, im Islam der Koran. Religionszugehörigkeit ist also das Bekenntnis zu einem System des Denkens, Glaubens und Handelns.

Die meisten Menschen werden in eine religiöse Tradition und in eine Glaubensgemeinschaft hineingeboren. In der Kindheit wird man durch Teilnahme an Gottesdiensten, Unterweisungen und Ritualen (z.B. Taufe, Kommunion, Beichte) in der jeweiligen Religion konditioniert.

Einige Menschen haben einschneidende Erlebnisse, wie Visionen, Gotteserscheinungen (z.B. bei Nahtoderlebnissen, bei epileptischen Anfällen oder unter Drogen) oder erfahren Wunder (wie z.B. Spontanheilungen), die ihren Glauben prägen und stärken.

Religiosität kann dem Einzelnen bei Selbstzweifeln helfen, kann ihn auf einer anderen Ebene umso mehr versklaven:

       Dämonische Gottesbilder, versagte Sexualität, Schuldgefühle oder die Angst vor der Strafe Gottes können sich auf das Leben eines Menschen desaströs auswirken.

       Religiöse Menschen sind meist davon überzeugt, dass ihre Religion die einzig wahre ist. Religiöses Denken birgt dann die Gefahr der Engstirnigkeit und des Fundamentalismus in sich.

Einige religiöse oder spirituelle Strömungen arbeiten stark mit Angst, Schuld oder Endzeitbildern (Armageddon, ein apokalyptisches Ende der Welt). Sie können Sicherheit versprechen, erzeugen aber oft innere Enge statt innerem Wachstum.

Religion wird in den westlichen Kulturen heute meist nicht mehr als überlieferter, gesellschaftlicher Zwang erlebt, wie es jahrhundertelang der Fall war. Im Laufe des Lebens stellen viele Menschen fest, dass ihre Religion nicht mehr in die heutige Zeit passt, dass Glaubenssätze und Dogmen den persönlichen Bereich reglementieren, oder dass die Vertreter der Religionen sich selbst nicht an die Regeln halten (z. B. Missbrauch in Kirchen). Immer mehr Menschen bezeichnen sich daher eher als spirituell, und weniger als religiös. Während Kirchen schließen, wachsen spirituelle Praktiken.

Spiritualität - ein persönlicher Weg

Im Unterschied zur institutionalisierten Religion ist Spiritualität meist privat und individuell: eine geistige Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder dem Unendlichen. Viele Strömungen stammen aus dem Fernen Osten, geprägt von charismatischen Lehrern wie Osho oder Yogi Bhajan.

Studien zeigen, dass spirituelle Menschen oft emotional stabiler, belastbarer und positiver gegenüber ihrem Körper sind.

Spiritualität kann ganz unterschiedliche Formen annehmen:

       Ein Spaziergang im Wald, bei dem Sie sich tief verbunden fühlen.

       Ein Moment der Stille am Morgen, in dem Sie ganz bei sich sind.

       Das Aufgehen in Musik, Kunst oder kreativer Arbeit.

       Rituale, die Ihrem Tag Struktur und Bedeutung geben.

       Achtsamkeit im Alltag: beim Essen, Atmen, in Begegnungen.

       Yoga, Meditation, Breathwork oder achtsames Bewegen.

       Philosophische Gespräche oder das Lesen inspirierender Texte.

       Dankbarkeitspraxis oder das bewusste Wahrnehmen kleiner Wunder.

Spiritualität ist überall dort, wo Sie Tiefe, Verbundenheit und Sinn erleben.

Moderne Formen: Heute gibt es digitale Spiritualität über Apps und Online-Communities, umweltbezogene Spiritualität, die indigene Weisheiten mit Klimaschutz verbindet, und säkulare Spiritualität, die ohne religiöse Konzepte auskommt.

Doch Vorsicht: Spiritualität kann auch ins Unglück führen:

       Die Suche nach spirituellen Erfahrungen kann zur Sucht werden. Sie führt zur Flucht vor der Realität des Alltages. Es wird keine Verantwortung mehr für das eigene Leben übernommen.

       Es kann zu einer Abhängigkeit von einer Sekte, einem Guru oder Scharlatan kommen.

       Es gibt Menschen die alle Ereignisse in ihrem Leben mit irrationalen, mystischen Erklärungen zu begründen versuchen. Sie empfinden vieles als vorbestimmt und anhand von esoterischen Denkweisen (Sternen, Reinkarnation oder ähnliches) vieles erklärbar. Bei diesen Menschen besteht die Gefahr, dass sie sich ausgrenzen und die Bodenhaftung verlieren.

Die Esoterik-Industrie boomt und vermarktet die Suche nach Spiritualität und zieht dabei viele Scharlatane an. Als Quelle dient dabei das Angebot der westlichen und östlichen Religionen, der Parapsychologie, der Anthroposophie, des New Age mit Themen wie Reinkarnation, Rebirthing, Astrologie, Zen, Tantra, Fliegende Yogis, Fliegende Spaghettimonster, Engel, Seele, Götter, Nirwana, Tao, Qi Gong, Erleuchtung, Feinstoffliche Welt, Transzendenz, Lichtarbeiter und vieles mehr.

Atheismus und Agnostizismus - eine klare Haltung

Viele Menschen lehnen Religion und Spiritualität ab: Atheisten (ca. 7-10% global) glauben an keinen Gott; Agnostiker halten die Frage offen, ob es eine höhere Macht gibt.

Atheismus und Agnostizismus werden als weltliche Alternativen zur Religion verstanden. Diese Menschen beziehen ihr Wissen über die Welt meist aus den Naturwissenschaften und ihre ethischen Normen aus der Philosophie des Humanismus.

Auch diese Haltungen können tragfähig sein:

       Sinn entsteht hier aus Verantwortung, Mitmenschlichkeit, Freiheit.

       Ethische Orientierung kommt aus Humanismus und Vernunft.

       Spiritualität wird nicht benötigt, um ein erfülltes Leben zu führen.

Doch auch hier kann ein übersteigerter Glaube an Wissenschaft oder Experten dazu führen, eigenes Denken und persönliche Verantwortung aus der Hand zu geben.

Resümee: Jeder Mensch findet seinen eigenen Weg – ob in stiller Meditation, in einer religiösen Gemeinschaft, in der Natur, in philosophischen Gesprächen oder ganz ohne spirituelle Praxis. Was zählt, ist Ihre innere Wahrheit.

Selbsteinschätzung

Bewerten Sie Ihre Haltung zu Spiritualität / Religiosität. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen inspirieren:

       Ich möchte meinem eigenen "Höheren Selbst" näherkommen.

       Ich habe eine Sinnkrise oder Glaubenskrise, weil ein Ereignis meinen Glauben und Lebenssinn erschüttert hat.

       Themen wie Meditation, Achtsamkeit, Leben nach dem Tod oder Transzendenz interessieren mich und fühlen sich wichtig an.

       Ich fühle mich in meiner Glaubensgemeinschaft / Kirche gut aufgehoben. Meine Glaubensgemeinschaft gibt mir Geborgenheit und Sicherheit.

       Glauben und Beten hilft mir in schwierigen Lebenssituationen.

       Ich ertrage es nicht mehr, dass mein Leben durch religiöse Regeln und Dogmen bestimmt wird.

       Beim Übertreten von kirchlichen Lehrmeinungen und Vorschriften habe ich Schuldgefühle.

       Ich bin in der Kirche, weil ich auf die Rituale nicht verzichten möchte (Taufe, Hochzeit, usw.).

       Ich bin noch in der Kirche, weil es für meine Familie Tradition ist. Ich habe aber eigentlich keinen Bezug mehr dazu.

       Ich halte religiösen Glauben für ein überholtes Relikt aus der Vergangenheit.

       Ich kann auch ohne Kirche religiös sein.

       Ich brauche keine Religion in meinem Leben und ich kann mit dem Glauben nichts anfangen

       Ich bin ein gläubiger / spiritueller Mensch und in meinem Glauben gefestigt.
– oder -
Ich bin Atheist/Agnostiker - religiöse wie spirituelle Erfahrung spielen in meinem Leben keine große Rolle.

Wie schätzen Sie Ihren Glauben zusammenfassend ein:

       Ich habe meine Einstellung zur Spiritualität und zum Glauben gefunden.

       Ich habe die "Sinnfragen" für mich geklärt.

Was kann ich tun?

Dem Suchenden bietet sich ein breites Spektrum von der Philosophie bis zu den verschiedensten Religionen. Einen allgemein gültigen Rat gibt es nicht. Aber hier sind Anregungen:

Meditation lernen: Meditation gilt in vielen Kulturen als grundlegende bewusstseinserweiternde Übung. Sie will den Menschen zur Ruhe kommen lassen, loslassen helfen und einen neuen Zugang zu sich selbst öffnen. Es gibt viele Formen: geführte Meditation, Achtsamkeitsmeditation, Zen, Vipassana.

Retreats und Auszeiten: Einige Tage oder Wochen in einem buddhistischen oder christlichen Kloster können tiefe Einsichten bringen. Auch Schweigeseminare oder Achtsamkeits-Retreats sind wertvolle Erfahrungen.

Pilgerreisen: Viele Menschen gehen auf Pilgerreise (z. B. Jakobsweg), um spirituelle Erfahrungen zu machen und zur inneren Klarheit zu finden.

Natur und Stille: Regelmäßige Waldspaziergänge, Bergwanderungen oder Zeit am Wasser können zutiefst spirituelle Erfahrungen sein.

Körperpraxis: Yoga, Qi Gong, Tai Chi oder achtsames Tanzen verbinden Körper und Geist.

Lesen und lernen: Philosophische Texte, spirituelle Bücher oder biografische Geschichten können inspirieren und neue Perspektiven eröffnen.

Gemeinschaft suchen: Ob Religionsgemeinschaft, humanistische Gruppe, Meditationszirkel oder philosophischer Salon – geteilte Erfahrung kann bereichern.

Den eigenen Weg gestalten: Schaffen Sie persönliche Rituale – eine Morgenmeditation, ein Dankbarkeitstagebuch, bewusste Mahlzeiten, regelmäßige Naturverbindung.

Vorsätze und Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Wollen Sie etwas verändern?

Beispiele für Vorsätze und Aufgaben

       Meditation erlernen

       Mein Innerstes erforschen. Einige Tage oder Wochen zu einem Retreat (Auszeit) in buddhistische oder christliche Klöster gehen.

       Eine Pilgerreise z.B. auf dem Jakobsweg unternehmen.

       Einer Religionsgemeinschaft beitreten

       Aus der Kirche austreten.

Literatur / Links:

       Ulrich Schnabel: Die Vermessung des Glaubens: Forscher ergründen, wie der Glaube entsteht und warum er Berge versetzt. Link zu Amazon: Link

       Richard Dawkins: Der Gotteswahn: Einer der einflussreichsten Intellektuellen der Gegenwart zeigt, warum der Glaube an Gott einer vernünftigen Betrachtung nicht standhalten kann. Link zu Amazon: Link

       Thich Nhat Hanh: Das Wunder der Achtsamkeit. Link zu Amazon: Link

       Meditation für Dummies. Link zu Amazon: Link

       Katholische Kirche in Deutschland: Link

       Evangelische Kirche in Deutschland: Link

       Islam in Deutschland (Wikipedia): Link

       Wikipedia Themen-Portal Esoterik: Link

       Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften: Link



Selbstbild

Eigenbild, Fremdbild

Der Mensch ist sich selbst das rätselhafteste Ding der Natur,… (Blaise Pascal)

Jeder Mensch trägt ein Bild von sich selbst in sich. Dieses Selbstbild beschreibt, wie Sie sich wahrnehmen: Ihre Persönlichkeit, Ihren Charakter, Ihre Fähigkeiten, Ihre Grenzen und Ihren Wert. Oft wirkt dieses innere Bild im Verborgenen – und doch beeinflusst es maßgeblich, wie Sie denken, fühlen, entscheiden und handeln.

Ihr Selbstbild wirkt wie ein innerer Kompass. Es bestimmt, was Sie sich zutrauen, welche Chancen Sie ergreifen, wie Sie mit Fehlern umgehen und wie Sie Beziehungen gestalten. Ein realistisches und zugleich wohlwollendes Selbstbild ist daher eine zentrale Grundlage für persönliche Entwicklung, Zufriedenheit und Erfolg.

Wenn Sie ein realistisches Selbstbild haben, kennen Sie die Antworten auf folgende Fragen:

       Wer bin ich – jenseits von Rollen und Erwartungen?

       Was sind meine wesentlichen Charaktereigenschaften?

       Wo liegen meine Stärken und Schwächen?

       Was ist mir wirklich wichtig?

       Wie wirke ich auf andere Menschen?

Ein realistisches Selbstbild ist besonders wichtig bei der Ausbildungs-, Studien- und Berufswahl, bei Bewerbungen, der beruflichen Entwicklung, der Partnersuche und in Beziehungen. Es ist die Grundlage für authentische Entscheidungen und erfüllende Lebenswege.

Wie Ihr Selbstbild entsteht

Die Wurzeln Ihres Selbstbildes reichen meist bis in die frühe Kindheit zurück. Es formt sich aus Erfahrungen mit Eltern, Bezugspersonen, Schule, Freundschaften, Erfolgen und Misserfolgen. Im Laufe des Lebens wird es weiter geprägt - durch Beziehungen, berufliche Rollen, Krisen, Veränderungen und neue Einsichten.

Doch unser Selbstbild ist nicht immer realistisch. Viele Menschen unterschätzen sich dauerhaft, andere überschätzen sich. Ein negatives oder starres Selbstbild kann zu Selbstzweifeln, innerer Blockade oder einem geschwächten Selbstwert führen. Ebenso kann ein überhöhtes Selbstbild Entwicklung verhindern (siehe auch das Lebensrad-Thema "Selbstbewusstsein").

Wichtig: Ein Selbstbild ist kein festes Urteil, sondern ein veränderbares inneres Modell. Sie können es aktiv gestalten.

Selbstbild, Fremdbild und Wunschbild

Ihr Selbstbild entsteht aus Ihrer Selbstwahrnehmung. Dem gegenüber steht das Fremdbild, also wie andere Menschen Sie wahrnehmen. Diese beiden Perspektiven sind selten deckungsgleich. Aus ihren Unterschieden entstehen häufig Missverständnisse, Enttäuschungen oder Konflikte.

Zusätzlich tragen viele Menschen ein Wunschbild in sich: eine Vorstellung davon, wie sie gern wären oder gesehen werden möchten.

Persönliche Entwicklung beginnt dort, wo Sie den Mut haben, diese drei Bilder bewusst zu betrachten:

       Wie sehe ich mich selbst? (Selbstbild)

       Wie sehen mich andere? (Fremdbild)

       Wie möchte ich sein? (Wunschbild)

Je klarer Ihr Selbstbild wird und je besser es mit dem Fremdbild übereinstimmt, desto gezielter können Sie Ihr Wunschbild realistisch und authentisch gestalten.

Ein lebendiges Selbstbild entwickeln

Manche Selbstbilder schützen uns – andere engen uns ein. Manche sind veraltet und berücksichtigen persönliche Reifung oder neue Fähigkeiten nicht mehr. Wer an einem starren Selbstbild festhält, schöpft sein Potenzial oft nicht aus.

Arbeiten Sie aktiv an Ihrem Selbstbild. Durch Selbstreflexion, ehrliches Feedback und bewusste Neubewertung können Sie Ihr Selbstbild immer wieder anpassen – realistisch, wachstumsorientiert und mit Selbstmitgefühl. Es geht nicht darum, sich ständig zu optimieren, sondern darum, sich selbst besser zu verstehen und anzunehmen.

Resümee: Wenn Sie Ihr Selbstbild positiv verändern, werden Sie und auch Ihr Leben sich positiv verändern.

Selbsteinschätzung

Haben Sie ein realistisches, positives Selbstbild? Spüren Sie Ihren Handlungsbedarf auf. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen inspirieren:

       Ich bin mir meines Selbstbildes bewusst.

       Ich habe ein positives / negatives Selbstbild von mir.

       Ich weiß, wie ich auf andere Menschen wirke.

       Ich weiß, wie andere Menschen mich sehen.

       Ich kenne meine Stärken und Schwächen.

       Ich kenne meine Erfolge und bin stolz auf meine Leistungen.

       Ich kenne meine Energien und wie ich sie nutzbar machen kann.

       Ich akzeptiere, was ich nicht ändern kann, z.B. mein Alter, meine Vergangenheit.

       Ich lebe im Frieden mit mir selbst.

       Ich habe Angst vor wirklicher Selbsterkenntnis.

Wie schätzen Sie Ihr Selbstbild zusammenfassend ein:

       Ich kenne meine Persönlichkeit und meinen Charakter.

       Ich kenne meine Stärken und Schwächen.

       Ich weiß, wie ich auf andere Menschen wirke.

Was kann ich tun?

Entwerfen Sie Ihr Selbstbild. Für die Selbsthilfe sind im Folgenden einfache Werkzeuge dargestellt. Sie dienen dazu, sich selbst besser kennenzulernen.

Charakterisieren Sie sich selbst.

Welches sind Ihre besonderen Persönlichkeitsmerkmale?

       Sind Sie mehr introvertiert oder mehr extrovertiert?

       Sind Sie mehr praktisch oder theoretisch veranlagt?

       Sind Sie mehr verstandesmäßig oder mehr emotional orientiert?

       Sind Sie eher spontan oder gehen Sie eher geplant vor?

Es gibt eine Reihe von erprobten Persönlichkeitstests, die Sie bei der Beantwortung dieser Fragen unterstützen (siehe dazu Literatur / Links).

Führen Sie eine persönliche Stärken- / Schwächenanalyse durch.

Welche eher positiven Persönlichkeitseigenschaften sind bei Ihnen besonders ausgeprägt?

Beispiele von Persönlichkeitseigenschaften finden Sie hier.

       Beispiele für eher positive Persönlichkeitseigenschaften: aktiv, anpassungsfähig, ausdauernd, begeisterungsfähig, belastbar, beliebt, beharrlich, durchsetzungsfähig, ehrgeizig, ehrlich, einfühlsam, entschlossen, erfolgsbewusst, fleißig, flexibel, fortschrittlich, freundlich, gebildet, geduldig, gelassen, gerecht, geschätzt, geschickt, gesundheitsbewusst, großzügig, gründlich, hilfsbereit, höflich, humorvoll, impulsiv, kommunikativ, konservativ, kontaktfreudig, kreativ, leistungsorientiert, lernfähig, mutig, nachdenklich, ordentlich, offen, risikofreudig, ruhig, selbstbewusst, selbstkritisch, sensibel, sorgfältig, spontan, sportlich, strebsam, sympathisch, treu, tolerant, unkompliziert, vernünftig, verständnisvoll, vertrauensvoll, vielseitig, vorsichtig, wagemutig, weltoffen, willensstark, zielstrebig, zuverlässig.

Welche eher negativen Persönlichkeitseigenschaften sind bei Ihnen besonders ausgeprägt?

       Beispiele für eher negative Persönlichkeitseigenschaften: stur, starrsinnig, arrogant, hochmütig, aggressiv, launisch, depressiv, fordernd, egoistisch, rechthaberisch, eingebildet, feige, faul, zickig, abgehoben, albern, angstvoll, autoritär, besitzergreifend, betrügerisch, eitel, gehemmt, geizig, geltungssüchtig, habgierig, jähzornig, leichtgläubig, nachtragend, unordentlich, weltfremd.

Die App bietet das Werkzeug "Stärken- / Schwächenanalyse".

Welche Eigenschaften möchten Sie verbessern oder ausgleichen? Seien Sie ehrlich zu sich. Es ist der erste Schritt zur Transformation.

Hinweis: Beschreiben Sie Ihre Schwächen wertschätzend als Entwicklungsfelder. Niemand ist perfekt, und Schwächen sind oft die Kehrseite von Stärken.

Entwerfen Sie Ihr Selbstbild.

Beantworten Sie folgende Fragen:

       Was sind meine Fähigkeiten, Stärken, Talente und Wünsche?

       Was kann ich besonders gut?

       Was macht mir besonders Spaß?

       Zu welchen Themen habe ich ein besonderes Wissen?

       Welche Erfolgsgeschichten hatte ich in meinem Leben? Welche Fähigkeiten haben mir dabei geholfen?

       Wofür werde ich immer mal wieder gelobt?

       Womit möchte ich meine Zeit am liebsten verbringen?

       Welche Arbeit mochte ich bisher besonders gern?

       Was habe ich aus früheren Misserfolgen und Niederlagen gelernt?

       Was kann ich besser als andere?

       Welche hervorstechenden Eigenschaften kennzeichnen mich?

       Welche Aspekte an meiner Persönlichkeit sind besonders liebenswert?

       Auf welche Schwachpunkte und Defizite werde ich öfters aufmerksam gemacht?

Ein bewusst gestaltetes Selbstbild schenkt Ihnen Klarheit, innere Stabilität und Handlungsspielraum. Es ist kein Urteil über Ihren Wert, sondern ein Werkzeug für Wachstum.

Fremdbild einholen

Um zu einem realistischen Selbstbild zu kommen, bitten Sie nahestehende Personen, sie zu charakterisieren (Fremdbild). Je klarer das Selbstbild ist, und je besser es mit den Fremdbildern übereinstimmt, desto eindeutiger kann der Unterschied zum Wunschbild gesehen werden. Konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Punkte. Daraus können Sie dann persönliche Entwicklungsschritte ableiten.

Fragen für Feedback-Gespräche:

       Welche drei Stärken fallen Ihnen an mir besonders auf?

       In welchen Situationen erleben Sie mich am authentischsten?

       Wo sehen Sie bei mir noch ungenutztes Potenzial?

       Wie würden Sie meine Art zu kommunizieren beschreiben?

Versuchen Sie herauszufinden, worin Sie sich eventuell über- oder unterschätzen. Stellen Sie die Fragen Ihnen nahestehende Personen. Vergleichen Sie Ihr Selbstbild mit der Fremdeinschätzung Ihrer Mitmenschen. Gerade in den Unterschieden liegen oft wertvolle Hinweise auf Entwicklungspotenzial.

Fassen Sie Ihre Erkenntnisse zusammen

       Welche Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen Sie Ihrer Meinung nach?

       Welche besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten zeichnen Sie aus?

       Wie schätzen Ihre Familie, Freunde, Bekannten und Kollegen Sie ein? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten werden Ihnen zugeschrieben?

       Welche Schwachpunkte oder Defizite sehen Sie selbst an sich? Wie können Sie diese abstellen?

Beispiele für Vorsätze und Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Welche Auswirkungen hat Ihr neues Selbstbild auf Ihr Leben?

Beispiel für Vorsätze und Aufgaben, z.B.:

       Ich formuliere für jeden Lebensbereich stärkende Affirmationen, die mein neues Selbstbild widerspiegeln.

       Ich gebe meinen Stärken und Talenten künftig mehr Raum in meinem Alltag.

       Ich hole aktiv Feedback von vertrauten Menschen ein und erstelle ein Fremdbild.

       Ich führe ein Erfolgstagebuch, in dem ich täglich kleine und große Erfolge festhalte.

       Ich übe Selbstmitgefühl, besonders in schwierigen Momenten.

Literatur / Links

       Carol Dweck: Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt. Link zu Amazon: Link

       Lisa Krelhaus: Wer bin ich - wer will ich sein? Ein Arbeitsbuch zur Selbstanalyse und Zukunftsgestaltung: Link

Persönlichkeitstests

       Persönlichkeitstest Big Five: Link

       Persönlichkeitstest: Link

       Persönlichkeits-Typen-Test: Link

       Persönliche Stärken / Schwächen Analyse: Link

       Johari-Fenster: Das Johari-Fenster ist eine gruppendynamische Technik zur Demonstration der Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung: Link



Selbstbewusstsein

Selbstvertrauen

Mit einem gesunden Selbstbewusstsein haben Sie es in vielen Lebenslagen leichter und sind erfolgreicher.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen durchs Leben mit einem inneren Kompass, der Sie sicher leitet, frei von quälenden Zweifeln, voller Zuversicht in Ihre Fähigkeiten. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist mehr als nur eine Eigenschaft; es ist der Schlüssel zu einem erfüllten, glücklichen und erfolgreichen Leben. Es gibt Ihnen die Kraft, Herausforderungen anzupacken, Beziehungen zu pflegen und Ihre Ziele zu erreichen.

Selbstbewusstsein ist kein angeborenes Talent, das manche haben und andere nicht. Es ist eine Fähigkeit, die Sie entwickeln und stärken können. Dieser Überblick gibt Ihnen einen Einstieg in das Thema und ermutigt Sie, Ihren persönlichen Weg zu mehr Selbstvertrauen zu gehen.

Was ist Selbstbewusstsein?

Selbstbewusstsein umfasst drei wesentliche Komponenten:

       Selbstvertrauen – das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

       Selbstwertgefühl – die grundlegende Wertschätzung der eigenen Person.

       Selbstsicherheit – das souveräne Auftreten nach außen.

Selbstbewusstsein umfasst Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit. Ein selbstbewusster Mensch kennt seinen eigenen Wert und blickt optimistisch, angstfrei und unbeschwert in die Zukunft. Es beeinflusst Ihre gesamte Haltung:

       Ihre Einstellung und Ihr Lebensgefühl,

       Ihre Verhaltensweisen und Entscheidungen,

       Ihre Körpersprache und Ausstrahlung,

       Ihre Wirkung auf andere Menschen und die Qualität Ihrer Beziehungen.

In Alltagssituationen wie Bewerbungsgesprächen, Gehaltsverhandlungen, beruflicher Karriere oder der Partnersuche macht ein starkes Selbstbewusstsein den entscheidenden Unterschied. Es hilft Ihnen, authentisch aufzutreten und Chancen zu ergreifen, anstatt sie aus Angst zu verpassen.

Wie entsteht Selbstbewusstsein?

Selbstbewusstsein ist nicht angeboren, sondern entwickelt sich über die Zeit. Es wird hauptsächlich in der Kindheit, Jugend und im frühen Erwachsenenalter geprägt – durch Erlebnisse, Erziehungserfahrungen und die Botschaften, die wir über uns selbst verinnerlicht haben (siehe Lebensrad-Thema "Weltanschauung" - Glaubenssätze).

Durch überkritische Erziehung und Frustrationen auf dem Lebensweg kann es zu einer Unterentwicklung des Selbstbewusstseins kommen. Eltern können den Aufbau eines gesunden Selbstbewusstseins blockieren, wenn sie Ihre Kinder viel kritisieren, ihnen nichts zutrauen oder sie überbehüten. Hänseleien, Erniedrigungen und Mobbing in der Jugend können stark zu einer geringen Selbstachtung und einem geringen Selbstwertgefühl beitragen. Die dabei entstehenden Ängste, Minderwertigkeitsgefühle und Schuldgefühle hindern so eine gesunde Entfaltung des Selbstbewusstseins.

Die moderne Welt bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich: Social Media kann durch ständige Vergleiche mit scheinbar perfekten Leben das Selbstwertgefühl untergraben. Gleichzeitig bieten neue Ansätze aus der positiven Psychologie, Achtsamkeitspraktiken und die Forschung zur neuronalen Plastizität ermutigende Erkenntnisse: Unser Gehirn bleibt ein Leben lang formbar. Selbstbewusstsein lässt sich auch im Erwachsenenalter trainieren und stärken.

Die Balance finden

Viele Menschen hätten gern mehr Selbstbewusstsein. Sie bewundern andere Menschen für ihr forsches und offenes Auftreten, sind aber selbst gehemmt oder unsicher. Menschen mit zu wenig Selbstbewusstsein:

       Zweifeln häufig an sich selbst und leiden unter großer Schüchternheit.

       Haben Schwierigkeiten, ihre Meinung zu vertreten oder Nein zu sagen.

       Stellen ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zurück.

       Meiden Situationen, in denen sie im Mittelpunkt stehen könnten.

Umgekehrt kann ein übersteigertes Selbstbewusstsein problematisch sein. Menschen mit übersteigertem Selbstbewusstsein überschätzen oft ihre Fähigkeiten und Leistungen und können sich selbst kaum realistisch einschätzen. Sie werden oftmals von ihrem Umfeld als arrogant und überheblich wahrgenommen.

Das Ziel ist ein gesundes, ausbalanciertes Selbstbewusstsein: Sie kennen Ihre Stärken und können auf sie vertrauen. Gleichzeitig akzeptieren Sie Ihre Schwächen, ohne sich dafür zu verurteilen. Sie sind offen für Feedback und Wachstum, ohne Ihren Wert infrage zu stellen.

Resümee: Selbstbewusstsein wird von Ihrem Inneren bestimmt und kann durch intensive Arbeit an sich selbst verändert werden. Sie haben die Macht, Ihre innere Haltung zu sich selbst zu gestalten.

Selbsteinschätzung

Bewerten Sie Ihr Selbstbewusstsein. Spüren Sie Ihren Handlungsbedarf auf. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen inspirieren:

       Ich begegne anderen Menschen mit Angst oder Unsicherheit.

       Ich habe Schwierigkeiten, fremde Menschenanzusprechen.

       Ich bin unsicher und habe Angst vor meiner eigenen Courage.

       Ich bekomme schnell Lampenfieber.

       Meine Selbstsicherheit ist abhängig vom Urteil meiner Mitmenschen.

       Ich habe Angst, dass andere negative Eigenschaften an mir feststellen.

       Ich habe Angst vor Autoritäten.

       Ich umgebe mich gerne mit unsicheren Menschen.

       Ich traue mir selbst nicht viel zu und werde schnell nervös.

       Ich habe viele Hemmungen (im Umgang mit Besitz-, Macht-, Sex-, Geltungshemmungen).

       Ich kann meine Interessen und Forderungen nicht richtig durchsetzen.

Wie schätzen Sie Ihr Selbstbewusstsein zusammenfassend ein:

       Ich habe ein gesundes Selbstbewusstsein.

       Ich habe eine positive Einstellung zu meiner Person.

Was kann ich tun?

Ein zu geringes Selbstbewusstsein ist weit verbreitet, doch es lässt sich ändern. Professionelle Hilfe wie Kurse an Volkshochschulen (z. B. Verhaltenstrainings mit Rollenspielen) oder Psychotherapie kann bei tieferen Störungen unterstützen. Aber Sie können auch selbst aktiv werden. Das ist oft der emotionalste und befreiendste Weg.

Selbsthilfe-Tipps:

       Selbstkenntnis aufbauen: Lernen Sie sich kennen – Ihre Stärken, Schwächen und persönliche Geschichte. Akzeptieren Sie sich so, wie Sie sind. Probieren Sie Achtsamkeitsübungen oder Meditation, um innere Kritiker zu beruhigen.

       Kleinschrittig üben: Fordern Sie sich heraus: Vertreten Sie Ihre Meinung in einem Gespräch, probieren Sie Neues aus oder verlassen Sie gewohnte Muster. Jeder kleine Erfolg stärkt Ihr Vertrauen – feiern Sie diese Momente!

       Tagebuch führen: Nutzen Sie ein Problem- und Erfolgstagebuch. Notieren Sie über längere Zeit Situationen, in denen Sie unsicher waren, aber auch Erfolge. Beispiel: "Heute habe ich in der Besprechung meine Ideen klar vertreten und positives Feedback erhalten." Das macht Sie bewusster und motiviert emotional. Die App bietet dafür das Werkzeug "Tagebuch".

       Tools: Nutzen Sie Apps für Achtsamkeit (z. B. Headspace) oder Online-Kurse zu positiver Psychologie. Reflektieren Sie Ihren Social-Media-Konsum: Folgen Sie inspirierenden Accounts, die echtes Wachstum fördern, anstatt perfekte Illusionen.

       Rückschlägen: Rückschläge gehören zum Leben – und zur Entwicklung von Selbstbewusstsein. Wenn Sie einen schlechten Tag haben oder in eine alte Unsicherheit zurückfallen, ist das kein Zeichen von Versagen. Es ist ein normaler Teil des Prozesses. Seien Sie geduldig mit sich selbst. Jeder Schritt zählt, auch wenn er klein erscheint.

Denken Sie daran: Diese Arbeit an sich selbst kann emotional aufwühlend sein, Erinnerungen wecken oder Sie zeitweise verunsichern. Das ist normal und sogar ein Zeichen dafür, dass sich etwas bewegt. Aber diese Arbeit führt auch zu tiefer Erfüllung, Freiheit und Lebensfreude. Sie verdienen es, selbstbewusst und authentisch durchs Leben zu gehen!

Beispiele für Vorsätze / Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Wollen Sie sich weiterentwickeln? Definieren Sie Vorsätze und Aufgaben, z.B.:

       Ich will mein Selbstbewusstsein stärken und für vier Wochen ein Problem- / Erfolgstagebuch führen

       Einen Ratgeber lesen und dazu die Übungen machen.

       Einen Selbstbewusstseins-Volkshochschulkurs buchen und besuchen

Literatur / Links

       Peter Lauster: Selbstbewusstsein: Sensibel bleiben - selbstsicher werden. Link zu Amazon: Link

       Susan Jeffers: Selbstvertrauen gewinnen: Die Angst vor der Angst verlieren. Link zu Amazon: Link

       Stärke dein Selbstbewusstsein: Link

       Sofort mehr Selbstbewusstsein ausstrahlen (Logical Lemon). Link zu YouTube: Link



Emotionen

Gefühle, Stimmungen

Für Ihre Emotionen, Gefühle, und Stimmungen sind Sie allein verantwortlich.

Sie haben mehr Einfluss auf Ihre Emotionen, Gefühle und Stimmungen, als Sie vielleicht denken.

Emotionen sind momentane, subjektive Empfindungen, die unser Leben in Farbe tauchen. Zu den Grundemotionen zählen: Freude, Wut, Ekel, Trauer, Angst, Überraschung und manchmal auch Hass. Darüber hinaus erleben wir eine Vielzahl differenzierter Gefühle wie Glücksgefühle, Liebe, Dankbarkeit, Stolz, Schuld, Scham, Neid, Hoffnung oder Sehnsucht.

Viele Emotionen gehen auf unsere Evolutionsgeschichte zurück. Sie sind angeboren und dienen als Schutz- und Überlebensmechanismus. So war die Angst vor Spinnen und Schlangen bei unseren Vorfahren ein Überlebensvorteil. Andere Emotionen basieren auf unseren gespeicherten Erfahrungen von positiven oder negativen Erlebnissen. Die Erinnerungen an diese Erfahrungen sind meist nur sehr schemenhaft. Sie reichen jedoch aus, um blitzschnell mehr oder weniger unbewusst und unkontrollierbar eine emotionale Reaktion auszulösen.

Wenn Emotionen uns herausfordern

Was wir sind und was wir tun, bestimmen zu einem wesentlichen Teil unsere Emotionen. Emotionen:

       äußern sich durch bestimmte körperliche Empfindungen wie Wärme, Erröten, Herzschlag oder Atmung,

       beeinflussen unsere Entscheidungen und Handlungen. Unsere Entscheidungen sind nur zum Teil rational, zum größeren Teil dafür umso mehr von unserem emotionalen Bewertungssystem beeinflusst,

       zeigen sich in unserer Körpersprache, z.B. durch Verspannungen oder ein angstverzerrtes Gesicht,

       übermitteln wichtige Informationen über unsere Gefühlszustände und sind essentiell für unsere zwischenmenschlichen Interaktionen und Handlungen,

       können angemessen und hilfreich sein, aber auch unangemessen, zerstörerisch und neurotisierend wirken.

Manchmal täuschen uns unsere Gefühle. Stellen Sie sich vor, in einer harmlosen Situation überkommt Sie eine unbegründete Angst, die Ihr Denken und Handeln dominiert. Ihre Wahrnehmung verengt sich auf das, was das Gefühl diktiert. Dies ist ein Moment, der Sie aus dem Gleichgewicht bringen kann.

Manche Menschen fühlen sich ihren Emotionen ausgeliefert und lassen sich von ihnen überwältigen. Wenn zu viele Emotionen aufgestaut sind, kann es zu einem emotionalen Ausbruch kommen. In solchen Momenten wirkt eine Person unkontrolliert, vielleicht sogar bedrohlich. Viele kennen dieses Gefühl der Hilflosigkeit.

Emotional sensible Menschen sind besonders feinfühlig. Sie spüren Nuancen intensiver, können aber auch verletzlicher sein, schneller in Stress geraten und öfter mit Selbstzweifeln ringen. Denken Sie daran: Diese Sensibilität kann auch eine Stärke sein, die zu tieferen Verbindungen führt.

Die zwei Seiten emotionaler Extreme

Ein falscher Umgang mit Emotionen kann krank machen:

Emotionale Unterdrückung:

       Führt zu chronischen Verspannungen, innerer Unausgeglichenheit und Stress.

       Kann langfristig zu psychosomatischen Beschwerden beitragen (Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Schlafstörungen).

       Macht uns emotional unzugänglich für uns selbst und andere.

Emotionale Überflutung:

       Kann zu Angststörungen oder Panikattacken führen

       Begünstigt die Entwicklung von Bewältigungsstrategien wie Suchtverhalten (Essen, Alkohol, digitale Medien)

       Kann sich in impulsivem oder aggressivem Verhalten äußern

Die gute Nachricht: Der gesunde Mittelweg ist erlernbar.

Emotionen verstehen – nicht bekämpfen

Negative Emotionen wie Angst, Wut oder Traurigkeit sind nicht grundsätzlich schlecht – im Gegenteil: Sie haben wichtige Funktionen:

       Angst warnt uns vor Gefahren und schützt uns.

       Wut zeigt uns, dass eine Grenze überschritten wurde, und gibt uns Energie, für uns einzustehen.

       Traurigkeit hilft uns, Verluste zu verarbeiten und signalisiert anderen, dass wir Unterstützung brauchen.

       Auch Stress erfüllt eine nützliche Funktion: Ein aktives, erfülltes Leben braucht einen gewissen Grad an positivem Stress (Eustress), der uns motiviert und antreibt.

Das Problem entsteht nicht durch die Emotion selbst, sondern wenn:

       Emotionen dauerhaft zu intensiv sind,

       sie in unangemessenen Situationen auftreten,

       sie unser Handeln vollständig dominieren,

       wir sie nicht regulieren oder verarbeiten können.

Die Kraft positiver Emotionen

Die moderne Positive Psychologie hat gezeigt: Es reicht nicht, nur negative Emotionen zu reduzieren. Für ein erfülltes Leben ist es entscheidend, aktiv positive Emotionen zu kultivieren:

       Dankbarkeit stärkt das Wohlbefinden und die Zufriedenheit

       Freude und Humor verbessern die Gesundheit und stärken Beziehungen

       Stolz (auf eigene Leistungen) fördert das Selbstwertgefühl

       Hoffnung und Optimismus erhöhen die Resilienz in schwierigen Zeiten

       Liebe und Verbundenheit sind die stärksten Quellen für Lebenssinn

Resümee: Je mehr angenehme als unangenehme Emotionen, Gefühle und Stimmungen Sie zulassen, desto wohler werden Sie sich fühlen, und desto glücklicher werden Sie sein.

Selbsteinschätzung

Erforschen Sie die Intensität Ihrer Gefühle gegenüber verschiedenen Dingen und Personen. Spüren Sie Ihren Veränderungsbedarf auf. Lassen Sie sich durch die folgenden Aussagen / Fragen inspirieren:

Emotionale Selbstwahrnehmung:

       Welche Emotionen nehme ich gerade in diesem Moment wahr (Freude, Wut, Angst, Traurigkeit, Ärger, Zufriedenheit, Niedergeschlagenheit)?

       Wie gut kenne ich meine eigenen Emotionen? Kann ich sie präzise benennen?

       Erkenne ich körperliche Signale, bevor eine Emotion mich überwältigt (z.B. Anspannung, veränderte Atmung)?

Emotionale Regulation:

       Stehen meine emotionalen Reaktionen im angemessenen Verhältnis zum Auslöser?

       Gebe ich meinen Gefühlen zu viel Kontrolle über mein Verhalten?

       Bin ich zur Selbstbeherrschung fähig, wenn es darauf ankommt?

       Kann ich zwischen "Fühlen" und "Handeln" unterscheiden?

Soziale Kompetenz:

       Wie gut kann ich die Gefühle anderer wahrnehmen und verstehen?

       Kann ich angemessen auf die Emotionen anderer reagieren?

       Fällt es mir leicht, über meine Gefühle zu sprechen?

Warnsignale:

       Fühle ich mich emotional wie "abgeschnitten" oder taub?

       Leide ich unter Schlafstörungen, diffusen Schmerzen, Druck auf der Brust oder Angstzuständen?

       Nutze ich bestimmte Substanzen oder Verhaltensweisen, um Gefühle zu betäuben?

Wie schätzen Sie Ihren emotionalen Zustand zusammenfassend ein:

       Ich bin ausgeglichen und emotional stabil.

       Ich bin weder ängstlich, noch unsicher und nicht leicht aus dem seelischen Gleichgewicht zu bringen.

Was kann ich tun?

Schwere emotionale Störungen bedürfen einer therapeutischen Behandlung. Es gibt aber einige einfache Techniken, die Ihnen alltäglich helfen können, mit Ihren Emotionen besser umzugehen.

Der Schlüssel: Emotionale Verantwortung übernehmen

Leider verbinden viele Menschen wertvolle Aspekte des Lebens mit negativen Gefühlen, ohne zu erkennen, dass sie diese Verbindung selbst gestalten können. Sie können Ihr emotionales Erleben positiv verändern, wenn Sie erkennen, dass Sie selbst Einfluss auf Ihre Gefühle haben:

1. Akzeptieren statt verdrängen

       Lassen Sie sich nicht von Ihren Emotionen beherrschen, verdrängen Sie sie aber auch nicht.

       Wenn Sie negative Emotionen bewusst wahrnehmen und zulassen, verlieren sie oft von selbst an Intensität.

       Sagen Sie sich: "Ich fühle gerade Wut/Angst/Traurigkeit. Das ist okay. Es wird vorübergehen."

2. Handlungsfähigkeit zurückgewinnen

       Machen Sie sich bewusst: Sie sind Ihren Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert.

       Zwischen Reiz (Emotion) und Reaktion (Handlung) liegt ein Raum – und in diesem Raum liegt Ihre Freiheit.

       Beispiel: Wenn Sie wütend werden, können Sie wählen, ob Sie ausrasten oder respektvoll bleiben.

3. Emotionale Intelligenz entwickeln

       Sie können lernen, mithilfe Ihrer Vernunft Ihre Gefühle zu regulieren.

       Emotionale Regulation bedeutet nicht Unterdrückung, sondern bewusste Lenkung.

       Je mehr Sie üben, desto besser gelingt es Ihnen, auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben.

4. Gedanken als Hebel nutzen

       Ihre Emotionen hängen stark davon ab, mit welchen Gedanken Sie ein Ereignis bewerten.

       Ein einziger Perspektivwechsel kann ein negatives Gefühl in ein neutrales oder sogar positives verwandeln.
Beispiel: Ein negatives Gefühl gegenüber Ihrem Partner kann sich in Verständnis wandeln, wenn Sie sich bewusstmachen, dass er gerade selbst mit einem Problem ringt

Die ABC-Methode von Dr. Albert Ellis

Nach der ABC-Methode werden unsere Gefühle und unser Verhalten maßgeblich dadurch gesteuert, wie wir eine Situation gedanklich bewerten. Unsere Bewertungen entstammen häufig bewussten und unbewussten Glaubenssätzen, die irrational – also unangemessen, unrealistisch oder nicht zielführend – sein können.

Bei der Anwendung der ABC-Technik können Sie bewusst Ihre Denkschemata umstrukturieren und damit Ihre Gefühle und Ihr Handeln verändern.

Ein Beispiel zur Anwendung der Methode: Bei einem negativen emotionalen Ereignis, z. B. "mein Partner kritisiert mich", gehen Sie in 3 Schritten vor:

       A (activating event / aktivierendes Ereignis): Die augenblickliche Situation. Analysieren Sie so objektiv wie möglich die eigene augenblickliche Situation.

       B (belief system / Glaubenssätze): Ihre bewertenden Gedanken über die Situation. Bestimmen Sie, wie Sie sich fühlen, also z.B. ärgerlich, ängstlich, eifersüchtig. Nun fragen Sie sich, wie Sie sich fühlen möchten? Welche Schlussfolgerungen wollen Sie daraus ziehen?

       C (consequences / Folgerungen): Ihr Gefühl und Handeln. Bestimmen Sie, mit welchem Gefühl Sie auf Ihre Bewertung reagieren wollen und wie sie sich daraufhin verhalten.

Auch wenn Sie die Situationen nicht ändern können, die Ihre negativen Emotionen hervorrufen, so können Sie mit dieser Methode doch deren Wahrnehmung und Bewertung verändern – und damit mit weniger Angst, Wut oder Panik reagieren.

Tagebuch der Gefühle

Das "Tagebuch der Gefühle" ist eine Technik, die Ihnen dabei hilft, Ihre Selbstwahrnehmung und Selbstakzeptanz zu verbessern.

Nehmen Sie sich jeden Tag die Zeit, über Ihre Gefühle nachzudenken und Ihre Erkenntnisse aufzuschreiben. Durch die Selbstwahrnehmung wird vieles klarer, der Gedankenwirrwarr ordnet sich.

Nehmen Sie sich täglich 10–15 Minuten Zeit – am besten abends – und notieren Sie:

       Situation: Was ist heute passiert? (kurze, sachliche Beschreibung)

       Emotion: Welche Gefühle hatte ich? (benennen Sie sie präzise: z.B. nicht nur "schlecht", sondern "enttäuscht", "überfordert", "ängstlich")

       Intensität: Wie stark war das Gefühl? (Skala 1-10)

       Körperempfindungen: Wo habe ich das Gefühl im Körper gespürt?

       Gedanken: Welche Gedanken waren mit dem Gefühl verbunden?

       Reaktion: Wie habe ich mich verhalten?

       Reflexion: War meine Reaktion hilfreich? Was hätte ich anders machen können?

Das Tagebuchschreiben hilft Ihnen dabei, Ihre Gefühle zu reflektieren und damit besser in den Griff bekommen und Ängste und Verwirrung besser zu verarbeiten.

       Durch regelmäßiges Aufschreiben ordnet sich der Gedankenwirrwarr

       Sie erkennen Muster: Welche Situationen lösen welche Gefühle aus?

       Sie entwickeln mehr Abstand zu Ihren Emotionen

       Sie lernen, zwischen Gefühl und Tatsache zu unterscheiden

Die App bietet dafür das Werkzeug "Tagebuch". Den Knopf zum Werkzeug finden Sie unter "Werkzeug".

Stopp-Technik

Wenn Sie von Gefühlen überwältigt werden, nutzen Sie die Stopp-Technik. Sagen Sie sich innerlich "Stopp" und schauen Sie dann von einer neuen Perspektive auf die Situation.

So funktioniert's:

1.    Stopp sagen: Sagen Sie innerlich (oder laut) "STOPP!"

2.    Unterbrechen: Atmen Sie drei Mal tief ein und aus

3.    Wahrnehmen: Was fühle ich gerade? Wo im Körper?

4.    Perspektivwechsel: Schauen Sie von außen auf die Situation – was würden Sie einem Freund raten?

5.    Bewusst entscheiden: Wie möchte ich jetzt reagieren?

Unsere Gefühle entstehen automatisch als Folge unserer Gedanken – unabhängig davon, ob diese den Tatsachen entsprechen. Positive Gedanken führen zu positiven Gefühlen, negative zu negativen.

Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken

Körperbasierte Ansätze sind besonders wirkungsvoll, weil Emotionen immer auch körperlich erlebt werden:

       Progressive Muskelentspannung: Systematisches An- und Entspannen von Muskelgruppen reduziert körperliche Anspannung.

       Autogenes Training: Selbstsuggestion zur Tiefenentspannung.

       Meditation: Regelmäßige Meditation verändert nachweislich Hirnstrukturen und verbessert die Emotionsregulation.

       Achtsamkeitsübungen (MBSR): Helfen, Gefühle wahrzunehmen und zu beobachten, ohne sich von ihnen mitreißen zu lassen.

       Atemtechniken: Bewusstes, tiefes Atmen aktiviert das parasympathische Nervensystem und beruhigt.

Die 4-7-8-Atemtechnik (besonders wirksam bei Angst oder Stress):

       4 Sekunden durch die Nase einatmen.

       7 Sekunden den Atem anhalten.

       8 Sekunden durch den Mund ausatmen.

       3-4 Mal wiederholen.

Bewegung und körperlicher Ausdruck

Bewegung ist ein natürlicher Emotionsregulierer:

       Sport baut Stresshormone ab und setzt Endorphine frei.

       Tanzen, Schütteln oder schnelles Gehen hilft, aufgestaute Emotionen zu lösen.

       Yoga verbindet Körper, Atem und Geist.

Positive Emotionen kultivieren

Warten Sie nicht darauf, dass positive Gefühle von selbst kommen. Laden Sie sie aktiv in Ihr Leben ein:

       Dankbarkeitstagebuch: Notieren Sie täglich 3 Dinge, für die Sie dankbar sind.

       Freude-Momente: Planen Sie bewusst kleine Freuden in Ihren Tag ein.

       Soziale Verbindung: Pflegen Sie Beziehungen zu Menschen, die Ihnen guttun.

       Flow-Erlebnisse: Tun Sie Dinge, bei denen Sie die Zeit vergessen.

       Humor: Suchen Sie bewusst nach Gelegenheiten zu lachen.

       Natur: Zeit in der Natur hat nachweislich positive Effekte auf die Stimmung.

Vorsätze und Aufgaben

Welche Einsichten haben Sie gewonnen? Definieren Sie Vorsätze und Aufgaben. Beispiele:

Für mehr Selbstwahrnehmung:

       Ein Gefühlstagebuch über mindestens 4 Wochen führen.

       Täglich 10 Minuten Achtsamkeitsmeditation (z.B. mit Apps wie Calm, Headspace oder 7Mind).

       Einen Body-Scan durchführen, um körperliche Signale von Emotionen besser zu erkennen.

Für bessere Emotionsregulation:

       Die ABC-Methode in einem Workshop oder VHS-Kurs erlernen und anwenden.

       Die Stopp-Technik in stressigen Situationen bewusst einsetzen.

       Einen Entspannungskurs (MBSR, PMR, Autogenes Training) besuchen.

Für mehr positive Emotionen:

       Täglich 3 Dinge aufschreiben, für die ich dankbar bin.

       Einmal pro Woche eine Aktivität planen, die mir Freude bereitet.

       Bewusst mit Menschen Zeit verbringen, die mir guttun.

Für professionelle Unterstützung (bei Bedarf):

       Einen Termin bei einem Therapeuten oder psychologischen Berater vereinbaren.

       Eine Selbsthilfegruppe besuchen.

       Ein Online-Coaching-Programm für emotionale Intelligenz beginnen.

Denken Sie daran: Kleine, kontinuierliche Schritte sind wirksamer als große, unerreichbare Pläne. Wählen Sie 1–2 Vorsätze, die Ihnen wirklich wichtig sind, und beginnen Sie noch heute.

Literatur / Links

       Albert Ellis: Training der Gefühle: Wie Sie sich hartnäckig weigern, unglücklich zu sein. Link zu Amazon: Link

       Peter Lauster: Stärkung des Ich: Die zweite Geburt der Selbstwerdung. Amazon Link: Link

       Hale Dwoskin: Die Sedona-Methode: Wie Sie sich von emotionalem Ballast befreien und Ihre Wünsche verwirklichen 5 einfache Schritte. Link zu Amazon: Link

       Apotheken Umschau: Psyche, leicht verständliche Informationen zur Psyche: Link

       So steuerst Du deine Emotionen (Logical Lemon). Link zu YouTube: Link